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So Tötet man Mitarbeiter-Engagement Wirksam ab

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Diese Überschrift hat Sie irritiert, oder? Das ist auch gut so. Mitarbeiter-Engagement ist im heutigen wirtschaftlichen Umfeld für jedes Unternehmen erfolgsentscheidend. Es sollte daher stetig bestärkt werden - und Ihre Verantwortung als Führungskraft oder Personalreferent ist es, für eine Unternehmenskultur zu sorgen, in der Engagement gedeihen kann.

Um dies zu gewährleisten, ist es allerdings manchmal hilfreich, sich der Hemmfaktoren für Engagement bewusst zu werden. Deshalb soll in diesem Artikel einmal der Spieß umgedreht und so getan werden, als wäre es Ihr erklärtes Ziel, engagiertem Verhalten in Ihrem Unternehmen den Garaus zu machen. Dafür wurde nachstehend eine Liste hilfreicher, um nicht zu sagen todsicherer, Maßnahmen zusammengestellt.

1. Stellen Sie sicher, dass alles so bleibt, wie es immer gewesen ist.
Wenn Ihre Prozesse und Methoden in der Vergangenheit funktioniert haben, gibt es keinen Grund, sie zu ändern. Innovation ist ein Synonym für Ärger. Hören Sie nicht auf die Quälgeister, die glauben, andauernd Verbesserungsvorschläge machen zu müssen. Folgen Sie lieber der goldenen Regel für gutes Management: Bewährtes soll man bewahren.

2. Entscheider treffen Entscheidungen, alle anderen befolgen Anweisungen.
Eine Organisation kann nur reibungslos funktionieren, wenn jeder weiß, wo sein Platz ist. Es gibt jene, die für Entscheidungen zuständig sind, und solche, die Aufgaben erledigen. All das Gerede von flachen Hierarchien, Selbstständigkeit und gemeinsamer Verantwortung führt bloß zu Anarchie und Chaos.

3. Zuckerbrot und Peitsche ist das beste Motivationsprinzip.
Möchten Sie motivierte Mitarbeiter haben? Kein Problem: Belohnen Sie sie einfach, wenn sie etwas gut gemacht haben und bestrafen Sie sie, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Menschen sind gar nicht so komplex, wie es uns die meisten Psychologen weismachen wollen. Eigentlich funktionieren sie wie Labormäuse und benötigen nur etwas Zucker - oder eben ein paar Peitschenhiebe. Metaphorisch gesprochen natürlich.

4. Unterbinden Sie Unzufriedenheit.

Ewige Nörgler sind nervig und verderben die Stimmung. Wenn sich Mitarbeiter über schlechte Prozesse, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Überarbeitung usw. beschweren, ignorieren Sie das ruhig. Geben Sie ihnen am besten gar keine Gelegenheit, ihre Beschwerden laut zu äußern - und kommunizieren Sie klipp und klar, dass schwierige Mitarbeiter keine besonders rosigen Karrierechancen haben.

5. Wenn etwas schiefläuft, finden Sie schnell einen Schuldigen.

Die allerwichtigste Frage, die Sie sich bei Fehlschlägen stellen sollten, ist: Wer hat Schuld? Fangen Sie bloß nicht an, das Problem zu analysieren und den Kernursachen auf den Grund zu gehen - das wird Sie viel Zeit und Nerven kosten und wahrscheinlich weitere unbequeme Fragen aufwerfen. Wenn Sie stattdessen einen Sündenbock finden, können Sie das Problem abhaken und dann wieder zum Tagesgeschäft übergehen.

6. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Immerhin ist das ein bekanntes Sprichwort, es muss also stimmen. Wobei Vertrauen eigentlich nicht einmal gut ist: Wenn Sie anderen vertrauen, können diese Ihr Vertrauen ausnutzen, ohne dass Sie es merken. Wenn Sie verhindern wollen, dass jemand Sie betrügt, dann geht das nur mit strengen Regeln, deren Einhaltung rigoros und ausnahmslos sichergestellt wird.

7. Arbeit ist Arbeit.
Es treibt derzeit eine Vielzahl verwirrender - und potenziell gefährlicher - Konzepte über sogenannte „neue Arbeit" durch das Internet. Deren Autoren reden von der Balance von Beruf und Freizeit, empfehlen sinnstiftende Beschäftigungen und offerieren Tipps zur Stressbewältigung. Fallen Sie nicht auf diese falschen Philosophen herein. Arbeit ist Arbeit: Sie macht nie Spaß, ist immer stressig und Ihre Kollegen sind auch nicht Ihre Freunde - geben Sie also ja darauf Acht, Ihr Berufs- und Privatleben strikt zu trennen.

Nun wussten Sie natürlich von Beginn an, dass all dies Tipps waren, die Sie möglichst nicht befolgen sollten - doch haben Sie sich vielleicht dabei ertappt, dem einen oder anderen Aspekt zuzustimmen? Falls ja, lesen Sie sich diese Passagen noch einmal genau durch und hinterfragen Sie selbstkritisch, ob es in diesen Punkten in Ihrem Unternehmen eventuell noch Luft nach oben gibt...

Wenn Sie gerne mehr zum Thema Mitarbeiter-Engagement lesen möchten, dann werfen Sie einen Blick in das eBook The power of Initiative, Challenge and Enthusiasm - Towards engaged performance management, von Robert J Engelbrecht, erhältlich auf bookboon.com.