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Konflikte am Arbeitsplatz: Wie entstehen sie - und wie kann man sie vermeiden?

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Konflikte mit Kollegen gehören für viele zum Berufsalltag. Welche Ursachen aber haben sie - und wie geht man am besten mit ihnen um?

Die Entstehung von Konflikte am Arbeitsplatz ist komplex. Dennoch lassen sich die häufigsten Ursachen auf drei Hauptauslöser reduzieren. Wenn Sie diese kennen und den Umgang mit ihnen bewusst üben, werden Sie Konflikte besser bewältigen können.

1. Gestörte Kommunikation
Oft liegt ein Hauptproblem darin, dass die Gesprächspartner einander nicht richtig verstehen. Das kann unterschiedliche Ursachen haben:

Semantik: Aussagen / Wörter werden unterschiedlich verstanden: Was meinen Sie, wenn Sie „zeitnah" sagen? Lösung: Kommunizieren Sie möglichst konkret und explizit: „... bis übermorgen".

• Persönlichkeit: Sie beide haben eine unterschiedliche Lebenserfahrung, Bildung und kulturelle Prägung. Dadurch werden Inhalte unterschiedlich kommuniziert und empfangen. Lösung: Bitten Sie Ihren Gesprächspartner aktiv um seine Einschätzung, Meinung und Perspektive.

• Externe Störfaktoren: Lärm oder ein ungeeigneter Ort (z. B. das Großraumbüro) kann die Kommunikation massiv stören. Lösung: Sorgen Sie bewusst für eine störungsfreie Umgebung.

• Stimmung:
Ein Gesprächspartner ist in diesem Moment (aus einem anderen Grund) schlecht gelaunt oder niedergeschlagen. Lösung: Verschieben Sie das Gespräch auf einen günstigeren Zeitpunkt - eine negative Stimmungslage kann man oft nicht ohne weiteres ändern.

• Konzentration: Ihr Gesprächspartner scheint unaufmerksam zu sein oder macht parallel noch etwas anderes. Lösung: Fragen Sie höflich, ob es vielleicht gerade nicht passt und betonen Sie, wie wichtig Ihnen das aktuelle Thema ist.

• Erwartungshaltungen:
Unausgesprochene Erwartungen des Einen werden vom Anderen nicht erfüllt (z. B. bietet Person A nicht seine Unterstützung an, obwohl dies aus Sicht von Person B eine Selbstverständlichkeit sein sollte.) Lösung: Finden Sie durch Fragen heraus, wie Ihr Gegenüber das Thema sieht, welche Ziele er hat - und sprechen Sie Ihre eigenen Erwartungen ggf. explizit aus.

2. Falsche Formulierung von Kritik
Kritik ist oft gut gemeint, als konstruktives Feedback, das helfen soll, zukünftig etwas besser zu machen. Oft aber wird sie so formuliert, dass sie als Vorwurf oder Beleidigung verstanden werden kann - mit fatalen Folgen: Der Kritisierte fühlt sich verletzt und kann sich dadurch nicht mehr reflektiert mit dem Kritikpunkt auseinandersetzen. Meist enthalten verletzende Aussagen Pauschalisierungen: „Sie hören nie richtig zu." Versuchen Sie, wenn Sie Kritik äußern, auf folgende Punkte zu achten:

• Beschreiben Sie den Kritikpunkt explizit aus eigener Sicht: „Ich hatte gerade beim Meeting das Gefühl, dass ...", „Für mich war nicht ganz klar, ..." etc.

• Seien Sie konkret und nennen Sie ein aktuelles Beispiel: „Heute morgen in der Besprechung ..."

• Formulieren Sie Kritik lösungsorientiert: „Ich kann mir vorstellen, dass die Präsentation noch besser wirkt, wenn Sie die erste Folie ..."

3. Gegensätzliche Ziele und Interessen
In vielen Fällen entstehen Konflikte einfach dadurch, dass zwei Personen (oder sogar Abteilungen) unterschiedliche Ziele verfolgen. Dafür sind im Konfliktfall folgende Ausgänge möglich:

• Lose-Lose: Beide Parteien verfolgen ihre eigenen Ziele und versuchen ggf., das Ziel der Gegenseite zu verhindern. Am Ende scheitern beide.

• Win-Lose:
Beide Parteien verfolgen ihre eigenen Ziele - eine Partei gewinnt dabei. Allerdings ist die Gewinnerpartei nun bei der Verliererpartei negativ vorbelastet. Kooperation wird in Zukunft noch unwahrscheinlicher.

• Win-Win: Beide Parteien versuchen in Kooperation miteinander eine Kompromisslösung zu finden, bei der die wichtigsten Ziele der jeweiligen Parteien erreicht werden können.

Innerhalb eines Unternehmens, bei dem Teamgeist und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit wichtig sind, können die ersten beiden Ausgänge nachhaltig negative Auswirkungen haben. Daher ist es essenziell, dass Mitarbeiter angehalten werden, stets eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden.

Können Sie selbst sich an eine bestimmte Konfliktsituation am Arbeitsplatz erinnern - und daran, wie sie ausgegangen ist? Wir sind gespannt auf Ihre Schilderungen!

Wenn Sie gerne mehr zum Thema lesen möchten, dann werfen Sie einen Blick in das eBook Konfliktmanagement, erhältlich auf bookboon.com.

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