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Politikverdrossenheit ist Verdrossenheit zum eigenen Leben

09/02/2016 11:19 CET | Aktualisiert 08/03/2017 11:12 CET
Thomas Barwick via Getty Images

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Die Frage, warum man in die Politik "gegangen" ist, ist meist schnell beantwortet. Bei mir war es eine eher zufällige Begebenheit. Ich wurde von einem Bekannten angesprochen, ob ich einen Termin begleiten könnte. Gefragt, getan.

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Im Zuge der dort geknüpften Kontakte, bin ich dann in der Politik hängengeblieben, zunächst passiv und interessiert, kurz darauf auch aktiv. Spannender ist allerdings die Frage, was einen jungen Menschen in der Politik hält und wie die Frage des „Hängenbleibens" beantworten werden kann.

Im Laufe der Jahre trifft man viele spannende Menschen, die sich alle, mehr oder minder, in die gemeinsame Zukunft einbringen und „etwas verändern" wollen.

Durch Veranstaltungsreihen, Diskussionen, Vorstandsarbeit und natürlich auch Wahlkämpfen erhält man eine gute Innenperspektive davon, wie die Verbände funktionieren, Parteien arbeiten und Systeme entstehen.

Interessant bleibt dabei vor allem der Blick nach außen: auf die Jugend, deren Meinungsbilder, auf Stimmungen und wie, vor allem Jugendliche, zu ihren Meinungen kommen, oder eben nicht.

Eine offene Jugendpolitik ist notwendig


Ich kann für mich die Notwendigkeit einer offenen Jugendpolitik als meine größte Motivation benennen. Es ist mir ein Anliegen, mit Heranwachsenden, die häufig keine oder kaum Berührungspunkte mit aktiver Politik haben, in Kontakt zu kommen.

Dabei geht es mir primär nicht darum, „politische Hardliner" zu finden und zu integrieren, sondern vielmehr die Potentiale der jungen Menschen, mit Blick auf eigene Meinungsbilder, zu reizen und zu fördern; also praktisch ein „Abholen der Jugendlichen" auf ihrem Standpunkt. Die Nachhaltigkeit der politischen Arbeit, vor allem die der Jugendpolitik, wurzelt in dem Kontakt zu unpolitischen Jugendlichen.

Themen müssen offen angesprochen werden


Die offene Ansprache zu Inhalten, Themen und Interessenlagen ist der Schlüssel zum oft benannten „Veränderungswillen" in der Politik. Eine meinungsfeste Jugend ist, gerade in dynamischen Zeiten, der Garant für eine gesunde Gesellschaft.

Leider reichen die bestehenden Bildungssysteme aus meiner Sicht häufig nicht aus, den nachfolgenden Jugendlichen die Bildung einer eigenen politischen Meinung zu ermöglichen. Mir geht es nicht darum, Meinungsbilder und Ansichten aufzudrücken, sondern Impulse zum Hinterfragen, Auseinandersetzen und Machen zu geben.

Politik ist allgegenwärtig; in sämtlichen Lebensbereichen begegnet sie uns, ob bewusst oder unbewusst, fast alle Entscheidungen, die unser Dasein berühren, finden ihren Ursprung in der Politik. Wir haben die glückliche Situation frei zu leben, zu denken und Informationen zu erhalten oder zu verschaffen (Verschwörer würden nun anderes meinen).

Entsprechend dieser Möglichkeiten sollten wir uns aktiv mit unserem Leben und unseren Situationen auseinandersetzen. Dabei stellt Politik einen zentralen Schlüssel dar. Dabei kommen wir nicht an der Politik vorbei.

Verdrossenheit zum eigenen Leben


Wenn junge Menschen in einer Politikverdrossenheit leben, dann ist das aus meiner Sicht eine Verdrossenheit zum eigenen Leben. Die Möglichkeiten und Potentiale werden häufig verkannt und können so nicht genutzt werden.

Ich möchte so, in meinem mir zu erreichenden Radius, Akzente geben, um diese Verdrossenheit abzulegen. Unsere Jugend braucht eine Chance das Leben einzuatmen, auch wenn es manchmal unbequem wird. Einer Meinung bedarf es Persönlichkeit und diese Entwicklung bedarf Unterstützung, die ich als Aufgabe der Jugendpolitik und Verbände verstehe.

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