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Bildung der Schlüssel zum Erfolg?!

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KINDERGARDEN
CEFutcher via Getty Images
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1.091.894 Menschen haben von 2015 bis 2016 in Deutschland einen Asylantrag gestellt. Davon sind 67 % männlich und 33 % weiblich (Daten im Jahr 2016). Mehr als die Hälfte (53%) von ihnen sind jünger als 24 Jahre (0 bis 15-jährige 29%, 18-24 jährige 24%).

Die Mehrheit der Asylsuchende sind also Kinder und junge Erwachsene. Welche Konsequenzen sollte die Politik daraus ziehen und welchen Weg beschreiten?

Junge Menschen brauchen Vorbilder, die ihnen dabei helfen, sich zu formen, zu bilden und ihr Potential zu finden und zu fördern. Gerade junge Menschen brauchen Unterstützung für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und für ihre Berufsfindung, wenn Sie in einer neuen Umgebung, in einem fremden Land und Kultur sind.

Wieso sollten uns diese Fakten interessieren?

Es geht nicht darum eine Pro- oder Contra-Einstellung zu entwickeln, sondern zu lernen, wie man aus der derzeitigen Lage eine produktive und erfolgreiche Zukunft gestalten kann. Innovation, Kreativität und Erfolg des Individuums sowie der Gesellschaft sollten das Ziel unserer Zukunft sein.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben die besten Chancen sich neues Wissen anzueignen, sich an neue Situationen schnell und gut zu adaptieren und bringen große Potentiale für sich und die Gesellschaft mit, in der sie leben.

Wenn wir uns in der Politik, in der Wissenschaft, Forschung, der Wirtschaft und dem Bankwesen umschauen, wird deutlich, dass in diesen Bereichen sehr erfolgreiche CEOs einen Migrationshintergrund aufweisen wie z.B. Sergey Brin, Steffi Jones, Ehssan Dariani, Ibrahim Samak u.v.m.

Damit will ich verdeutlichen, dass Menschen mit einem Migrationshintergrund ein großes Potential mitbringen. Dies hat eben mit ihrer Geschichte zu tun. Seine angestammte Heimat zu verlassen, vor Krieg, Unterdrückung oder auch einfach Armut zu fliehen, um sich und seinen Kindern ein besseres und menschenwürdigeres Leben zu ermöglichen, verändert die Sicht auf das Leben.

Diese Wertschätzung des Lebens führt häufig zu einer starken Motivation aus dem Leben etwas Nachhaltiges zu entwickeln.

Wir leben in einem Land ohne Krieg, in Frieden und Sicherheit eines Rechtsstaats. Es ist unsere Pflicht bei diesem Privileg das Beste zu geben und mit unserem Potential einen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten.

Anstatt sich auf die vereinzelten Negativbeispiele der letzten Zeit zu fokussieren, müssen wir gerade in schwierige Zeiten positive Beispiele hervorheben. Wir sollten als Gesellschaft nicht in Angst und Schrecken leben. Unser Leben ist einmalig, wir haben die Chance eine Veränderung zu bewirken und wir dürfen uns von nichts einschränken lassen, wenn es um das Wohl des Einzelnen und der gesamten Gesellschaft geht.

Wir sollten versuchen Menschen, die wollen und können zu unterstützen, um eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten. Angefangen bei Sprachkursen, Wissensvermittlung der Sitten und Bräuche und Förderung der Persönlichkeitsentwicklung. Auch die Aufklärung der eigenen Bevölkerung, was Integration bedeutet und die möglichen Probleme erörtern und diese vorzeitig behandeln sollte ein Grundstein der nächsten politischen Schritte sein.

Themen wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sollten direkt angesprochen werden. In den Schulen kann eine plötzliche Zunahme der Anzahl von Schülern, Probleme durch Unverständnis und Angst auslösen, sodass die Schulleistung für die gesamte Klasse sinkt.

Daher ist eine enge Zusammenarbeit mit Sozialarbeiter, Pädagogen sowie politischen Programme hier entscheidend! Auch das multikulturelle Bild der Bevölkerung muss thematisiert werden, sodass es zur verstärkten Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung kommt. Dies kann allerdings nicht von heute auf morgen funktionieren.

Wenn man Erfolg haben möchte, muss man darin investieren und dies bedarf viel Arbeit mit eventuellen kurzfristigen Rückschlägen, aber langfristig großen Erfolgen.

Wieso ist Bildung also das Entscheidende?

In der öffentlichen Debatte um Zuwanderung wird zu oft die Angst vor dem Fremden geschürt. Die in Deutschland asylsuchenden Menschen sind menschliche Wesen wie wir es auch sind. Der einzige Unterschied ist, dass sie ihre Heimat und all das, was sie sich dort aufgebaut hatten, verlassen mussten.

Und auch wenn das Bildungssystem in den Heimatländern anders strukturiert ist als in Deutschland muss dies nicht zwangsläufig heißen, dass ihr Bildungsstand nicht mit dem unsrigen gleichzusetzen ist. Außerdem ist entscheidend, dass die nach Deutschland geflohenen Menschen eine starke Motivation mit sich bringen, sich ein besseres Leben aufzubauen.

Sie haben bereits in ihrem Heimatland Ihren Einsatz für die Bildung gezeigt. Also sollten wir ihnen die Möglichkeit geben, sich zu bilden und gemeinsam mit ihnen an einer Zukunft bauen, die verhindert, dass solch eine Situation wie eine Flüchtlingskrise, Terror und Krieg immer wieder eintritt.

Unsere Talente und Fähigkeiten können wir dafür nutzen, um eine friedlichere Zukunft zu erschaffen.Wenn man versucht das Potential verschiedener Kulturen, Wissensbereichen sowie die Stärken einzelner Persönlichkeiten nutzt, kann man einen großen Schritt in Richtung einer friedlichen Welt wagen.

Unsere Welt ist im 21. Jahrhundert durch Technologie, Globalisierung, Interkulturalität und Weltoffenheit geprägt. Genau dieses Potential hat uns zu den größten Erfolgen geführt.

Förderung von begabten Menschen

Es geht dabei darum, Talente zu finden und diese explizit durch Förderprogramme zu unterstützen. Ein großartiges Beispiel ist das "Geh Dein' Weg"-Stipendium der Deutschlandstiftung Integration, welches dieses Jahr zwölf Flüchtlinge aufgenommen hat und in ihrem Bildungsweg explizit fördert.

Zwei beeindruckende Beispiele wurden dieses Jahr direkt am Tag nach der Auftaktveranstaltung in Berlin in den Medien genannt. Sie haben innerhalb von wenigen Monaten exzellent Deutsch gelernt und streben an, ihr Studium hier weiterzuführen. Diese Positivbeispiele werden in der öffentlichen Debatte leider nicht so groß dargestellt wie vereinzelte Negativbeispiele. Aber genau sie sind das Potential, was wir finden können, wenn wir danach suchen.

Bedenken Sie doch auch, wenn wir Menschen fördern und ihnen eine Perspektive geben, können sie gar nicht in falsche Richtungen gehen. Oft führt Hoffnungslosigkeit zur Verzweiflung und Verzweiflung zu Taten, die mehr Negativität als Positivität enthalten.

Wir sind die Zukunft. Wir können diese gestalten. Wir können danach streben, eine sichere und friedlichere Welt zu erschaffen.

„To predict the future, you have to create it"
A. Lincoln

https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht/218788/zahlen-zu-asyl-in-deutschland#Registrierungen

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