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Das Tabuthema Tod und warum wir ihn nicht verdrängen sollten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
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Schon im Kindesalter von 5 Jahren habe ich angefangen mich mit dem Tod zu beschäftigen. Ich habe mich gefragt:

Was ist der Tod?

Wie fühlt er sich an?

Warum gibt es ihn?

Muss ich Angst haben?

Wenn ja, warum muss ich Angst haben?

Oder sind diese Ängste unbegründet?

Der Tod war und ist immer zentral in meinem Leben. Ich verdränge ihn nicht. Ich versuche ihn als Bestandteil dieses Lebens anzunehmen, ihn nicht als meinen Erzfeind anzusehen. Genau, die Betonung liegt auf versuchen. Im Endeffekt ist der Tod auch ein Zustand des Seins. Er ist immer da und wird auch immer da sein. Er ist so real, wie der Atemzug, das Einatmen der frischen Brise oder der Augenaufschlag. Verdrängen funktioniert nur auf Zeit, wenn es denn gewünscht ist. Und wenn er verdrängt wird, umso mehr überrumpelt er einen Menschen, wenn er damit konfrontiert wird.

Das Tabuthema brechen

Und doch ist es ein Tabuthema unserer Gesellschaft. Ganz gleich wie sehr wir uns anstrengen, diejenigen, die sich damit auseinandersetzen, werden entweder als nicht normal oder aber auch frustriert oder gar depressiv abgestempelt.

Bin ich frustriert, weil ich der Realität ins Auge sehe?

Bin ich depressiv, weil ich wissen möchte was das Verborgene ist?

Ist das vielleicht nicht Augenwischerei, wenn ich vor der Realität wegrenne?

Kann ich vielleicht mit ruhigerem Gewissen durch mein Leben gehen, wenn ich doch meinen Wissenshunger stille?

Es ist doch irgendwie paradox, das ein positiver Mensch, wie ich dennoch depressiv gelten soll.

Und eine weitere Frage:

Bedeutet es man ist ängstlich, wenn man sich den Tatsachen stellt oder kann man da eher von Stärke sprechen?

Nun mit diesem Beitrag möchte ich keine Lösungsansätze bieten, sondern nur Gedankengänge anregen.

Mein Resultat

Fakt ist jedoch für mich, dass ich durch die Beschäftigung mit dem Tode immer ruhiger werde.

Ganz ruhig bin ich nicht und ich bin auch zu dem Entschluss gekommen, dass man sich auf diesem Gebiet viel zu wenig auskennt, viel zu wenig beschäftigt und zu sehr verdrängt. Je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftige, es als ein Bestandteil des Lebens annehme, umso gelassener werde ich.

Ebenfalls weiß ich für mich, dass man sich nicht zu 100 Prozent darauf vorbereiten kann, weil es immer eine Ungewissheit geben wird, ob es nun einen selbst oder nahestehende Personen betreffen wird. Auch weiß ich, dass der Gedanke an den Tod, das Leben umso schöner macht, denn man ist sich bewusst was man hat und weiß es zu schätzen. Man ist dankbarer. Das Auskosten wird intensiver und die unnötige, alltägliche Hetzerei klingt nach und nach ab. Allein das ist es für mich wert: Das Leben an sich auszukosten und den Wert der eigenen Existenz zu schätzen wissen.

Als Beispiel empfehle ich das folgende Video von Muslime TV:

Dieser Beitrag erschien auch bei tatjana-rogalski.de

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