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Gut reicht vollkommen: Wenn Perfektion zur Falle wird

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Im Job, in der Partnerschaft, in der Erziehung oder in der Freizeit - wir wollen alles richtig machen und es muss perfekt sein. Doch wie oft scheitern wir an unserem eigenen Anspruch alles 150-prozentig machen zu wollen.

Wir alle tendieren größtenteils zum Perfektionismus. Du kennst das vielleicht auch: Unsere Wohnung ist top eingerichtet, Gästen wird ein 5-Gänge Profi-Menü serviert und beim Blick in dem Spiegel sehen wir vor allem unsere Pickel oder Falten.

Grundsätzlich ist Perfektion nicht per se schlecht. Schädlich wird es erst, wenn sich die Perfektion gegen uns richtet.

Gesunder versus ungesunder Perfektionismus

Ein gesunder Perfektionismus ist selbst-fokussiert. Es geht um die Frage "Wie kann ich mich weiterentwickeln und was kann ich für mich tun?"

Bei einem ungesunden Perfektionismus liegt der Fokus auf andere und auf die Frage "Was denken die Anderen?" Bei wem das zutrifft, handelt häufig aus Angst. Angst davor zu enttäuschen, kritisiert zu werden oder einen Fehler zu machen. Wir alle kennen das. In der Regel beginnt es schon in der Kindheit. Wer nur gelobt wird, wenn er etwas "richtig" gemacht hat, lernt schon früh dass es Zuneigung nur bei einem bestimmten Verhalten gibt.

Bei anderen zeigt sich der Perfektionismus in ihrer Arbeitswut und ihrem Ehrgeiz. Sie sind oft sehr erfolgreich und ihr Motto ist schneller, höher, weiter. Und doch kommen sie nie an, denn sobald ein Ziel erreicht wird, wird sofort das nächste angepeilt. Dabei ist die Gefahr des "Overloads" sehr groß. Es sind übrigens oft willensstarke Menschen mit harter Schale und einem sensiblen Kern.

"Perfektion ist der größte Makel - wer alles ist, kann nichts mehr werden".

Maik Alwin

Die drei größten Gefahren eines ungesunden Perfektionismus:

1. Wenn Leistungen und Erfolge mit persönlichem Wert gleichgesetzt wird. Bei Kritik kommt dann sofort das "Ich bin nicht genug" hoch.

2. Wenn das Leben als Schwarz oder Weiß wahrgenommen wird: Wer nicht siegt, wird automatisch zum Verlierer.

3. Wenn die Neigung besteht, zu sehr zu kritisieren. Wer sehr streng mit Anderen ist, kann Beziehungen oder das Leben viel weniger genießen.

Bei diesen Sichtweisen erhalten menschliche Fehler ein viel zu großes Gewicht. Das tut uns und den anderen nicht gut.

"Habe keine Angst vor der Perfektion. Du wirst sie nie erreichen".

Salvatore Dali

Zeit, dass wir lernen, es auch mal gut sein zu lassen. Diese Tipps können dir dabei helfen.

Wenn wir erkennen, wie Perfektionismus uns schadet, haben wir schon den ersten Schritt getan.

Rechne damit, Fehler zu machen

Du wirst Fehler machen. Mit Sicherheit. Doch Fehler haben auch etwas Gutes, denn aus Fehlern lernen wir oft mehr als aus Erfolgen. Sehe es also nicht als Feind, sondern als Chance. Christoph Kolumbus hätte zum Beispiel ohne Fehler nie Amerika entdeckt.

Setze dir realistische Erwartungen

Kein Mensch erwartet Wunder von dir. Warum du? Bereits 80 Prozent vom Optimum reicht aus, um sein Ziel zu erreichen. Gemäß dem Pareto-Prinzip gehen 80 Prozent des Ergebnisses auf nur 20 Prozent der Anstrengung zurück, jede Anstrengung darüber hinaus bringt nur kleinere Erträge und wird nutzloser. Für ein 100-Prozent-Ergebnis würden wir unendlich lange brauchen. Lohnt sich das?

Tempo drosseln

Wenn du Druck spürst, einfach mal das Gefühl bewusst wahrnehmen. Wo im Körper sitzt es? Nicht versuchen, mögliche negative Gefühle zu verdrängen, sondern einfach mal zulassen. Du wirst sehen, wenn du der Emotion Raum gibst, kann es abfließen. Ein befreiendes Gefühl.

Lernen, mit Kritik umzugehen

Perfektion schützt nicht vor Kritik. Das ist ein Irrglaube. Besser ist, entspannter damit umgehen. Häufig sagt die Kritik viel mehr über den Kritiker aus als über den Kritisierten. Und wer versucht, es allen recht zu machen, verliert am Ende sein Rückgrat. Das fühlt sich für niemanden gut an.

Fokus auf das, was wirklich zählt

Worum geht es im Leben? Um Perfektion oder um ein gutes Gefühl? Es lohnt sich, öfter mal das Leben fließen lassen und das Positive wahrnehmen. Nicht immer weiter-höher-besser, sondern Innehalten und bewusst den Moment genießen. Anerkennen, was alles gut für dich läuft und dankbar dafür sein.

Mit kleinen Schritten beginnen

Wenn du abends deinen Tag Revue passieren lässt, konzentrieren dich sich auf das, was du geschafft hast, und nicht darauf, was du nicht erledigt hast. Z.B. dir einen gemütlichen Abend gönnen, selbst wenn sich noch Arbeit türmt. Und dir immer wieder bewusst machen, dass du gleich wert bist, egal wie viel du leistest.

Oder wie General Robert Watson-Watt einst sagte:

"Gib ihnen das Drittbeste von Dir, denn das Zweitbeste kommt zu spät und das Beste kommt nie."

xo, Tatjana

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