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Das Schwarzwälderkirschtorten-Prinzip

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SCHWARZWAELDERKIRSCHTORTE
Getty
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Es ist die Vereinigte Linke, die derzeit zielgerichtet jammert, das Freihandelsabkommen mit den Amerikanern würde sowohl die Identität und die regionalen Produkte, als auch die deutschen Standards in Gefahr bringen. Diese volksdümmliche Auffassung im ureigensten Sinne, wird ausgerechnet von jenen vertreten, die ansonsten niemanden und nichts zu Illegalem erklären.

Glauben diese linken Anti-Kapitalisten vielleicht, die Schwarzwälderkirschtorte wäre im Schwarzwald hergestellt, also dort, wo die Frauen auf ihren Trachtenhüten ekelerregende Bälle tragen, die aussehen wie totbringende Geschwüre welche in den Kopf einsickern? Nein! Es ist nicht einmal klar, ob die Schwarzwälder Kirschtorte (oder Schwarzwäldertorte) dort überhaupt herstammt.

Diese Torten nämlich, die schon jetzt (!) überall auf der Welt als Schwarzwälderkirschtorte verkauft werden, tragen quasi das unsichtbare Etikett „Nach Schwarzwälder Art". Und das reicht auch! Wichtig ist, dass sie ein paar Kriterien erfüllen, z.B. bestimmte Zutaten enthalten müssen. Wer die aber wo macht ist der Schwarzwäldertorte und ihrem Konsument völlig gleichgültig. Und wem sie nicht schmeckt, der muss sich eine andere suchen!

Abgesehen davon, dass der Wodka Gorbatschow auch in Berlin hergestellt wird, glaubt doch kein Mensch, die Wiener Würstchen seien aus Wien. Selbst die Thüringer Rostbratwurst musste ursprünglich nur zu 51% aus Thüringen stammen, aber auch hier entschied man „dass die Eigenschaften oder das Ansehen der Thüringer Rostbratwurst nicht davon abhängen, ob ein Teil der verwendeten Rohstoffe aus der Region kommt."

Warum auch? Wer beißt schon in einen „Texas-Burger" und hofft, der sei soeben auf dem Luftweg eingeflogen? So, wie manch in den USA stehendes „Münchner Hofbräuhaus" nix außer den Mississippi oder Missouri sah, aber nie die Isar. Auch das leckerste italienische Eis hat gewöhnlich nie die Alpen überquert. Zu hoffen wäre, manch einer würde sich ebenfalls daran gehalten haben.


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