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Warum Spielzeug nicht nach Geschlecht getrennt sein sollte

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Frank P. Wartenberg via Getty Images
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ÔÇ×Baumhausb├╝cher, Die drei ???, eine H├Âr-CD, was zum Basteln und Bausteine. Aber nichts rosanes." Und das ist gar nicht so einfach.

Das ist ein Auszug aus der Geburtstagswunschliste meiner Tochter. Sie f├Ąhrt gerne Inlineskater, spielt Fu├čball, mag Pizza, spielt am liebsten mit Herrn Barts Autorennbahn, liebt Gitarre, schaut sich gerne Musicals mit mir an, liest meterweise ÔÇ×Das magische Baumhaus", alte Comics oder ÔÇ×Die drei ???".

Ich begebe mich also auf die Suche nach Geschenken f├╝r Frau L. und wurde schnell daran erinnert, warum ich Spielzeugl├Ąden nicht mag. So oft ich kann, mache ich einen gro├čen Bogen um die Spielzeugabteilung - nicht etwa, weil meine Kinder dann zu Quengelmonstern mutieren, die st├Ąndig etwas haben wollen, sondern weil ich in einer angeblich ÔÇ×gegenderten WeltIn" mit der Stereotypisierung der Kinderwelt nicht zurechtkomme.

Pl├╝schpferde, Puppensachen, Ponylandschaften, Pl├╝schtiere als Haustierersatz und Stylingcenter - nat├╝rlich alles in glitzer-rosa-lila- treffen auf Actionhelden, Autorennbahnen und Eisenbahn. Wusch.

Die Auswahl erscheint riesig, aber sie ist entt├Ąuschend

K├Ąmpfen, Schie├čen und Abenteuer sind den Buben vorbehalten, sich h├╝bsch machen und um andere k├╝mmern geh├Ârt zu den Rollenspielaufgaben der M├Ądchen. Wo ist da die Gleichberechtigung, von der im Alltag wenn von Frauenquote und gleiche Bezahlung die Rede ist? Warum dr├Ąngt die Spielzeugindustrie die Kinder in Rollen, die in der Gesellschaft als ├╝berholt angesehen werden?

Nicht, dass es hier nichts mehr zu tun g├Ąbe hinsichtlich Gleichberechtigung, aber in einer Welt, in der der moderne Vater nicht nur der Ern├Ąhrer ist, sondern sich auch in die Erziehung und das Familienleben aktiv einbringt, in Karenz geht und auch noch kochen kann und die Frau ihre Karriere trotz Kindern weiterverfolgt, sollte schon in der Kindheit dieser Gedanke bei den Spielsachen vermittelt werden. Oder?

Was ist daran verwerflich, wenn auch der Sohn mit Puppen spielt oder in der K├╝che mit kocht, und M├Ądchen sich f├╝r Autos interessieren? Es ist mittlerweile nicht mehr unbekannt, dass sich das Spielverhalten und womit Kinder spielen, auf ihr sp├Ąteres Leben auswirkt. Soll sch├Ân machen und andere umsorgen zu den k├╝nftigen T├Ątigkeiten meines Kindes z├Ąhlen? Bitte nicht. Sie darf auch andere F├Ąhigkeiten entwickeln.

M├Ądchen haben es heute nicht leicht

Von klein auf werden M├Ądchen gestylt: Haarb├Ąnder, Glitzer-Nagellack (nicht nur im Fasching),, Kinderschminke, schicke Frisuren, schwarze Minir├Âcke in Lederoptik, St├Âckelschuhe. Dazu noch Filme und Puppen mit einer Wespentaille, die nicht mehr gesund und nat├╝rlich ist. Den Puppen Minikleider und High Heels anzuziehen ist ganz normal. Von Anfang an wird ihnen ein ungesundes Frauenbild vorgelebt.

Eine Freundin von Frau L. war letztens zum Abendessen bei uns, 8 Jahre. Sie wollte die Nudeln nicht essen, weil sie von diesen dick werden w├╝rde. Dabei gleicht dieses M├Ądchen einem Streichholz. Ich war schockiert. Auch Frau L. dachte dar├╝ber nach, ob sie nicht zu dick sei. Meine 8-j├Ąhrige, v├Âllig normalgewichtige Tochter begann, sich ├╝ber ihre Figur Gedanken zu machen. Die Nudeln hat sie dennoch verputzt. ­čÖé

Ich stand also im Spielzeuggesch├Ąft, vor mir erstreckten sich meterlange Regale, voll mit rosa Spielsachen, speziell f├╝r M├Ądchen. Ob Puppensachen, Bausteine, oder B├╝cher: Die M├Ądchenwelt ist rosa. Lieblich, s├╝├č, aber ja nicht wild oder ungezogen. Nein, das passt nicht zu M├Ądchen. Gender sells.

Schlie├člich bedient sich die Industrie einer Masche: Kinder erkennen fr├╝h den Unterschied zwischen Buben und M├Ądchen - so gibt es nun Spielsachen f├╝r M├Ądchen und welche f├╝r Buben. Und die, die noch neutral sind, werden auch so aufgearbeitet, dass sie geschlechtergetrennt einsetzbar sind.

Bis ins Alter von acht Jahren sind Kinder damit besch├Ąftigt, ihre Identit├Ąt zu erschlie├čen und sich abzugrenzen - die Spielwarenindustrie spielt damit, um m├Âglichst hohe Gewinne zu erzielen. Denn die meisten Kinder fahren auf die Angebote ab. Es wird beinahe jedes Produkt gegendert, ob es sinnvoll ist oder nicht. Denn es wird gekauft.

Unisex ist out

M├Ądchen spielen lieber mit rosa Bausteinen, als mit unibunten. Auch die Figuren m├╝ssen dem M├Ądchendenken angepasst werden - zwecks Identifikation. Das einzige was wirklich im Hirn bleibt ist die Tatsache, dass es zwischen den Geschlechtern Unterschiede gibt. Von klein auf vermitteln wir unseren Kindern dieses Denken.

Was zu tun bleibt: Kinder daf├╝r sensibilisieren und dar├╝ber sprechen. Ich habe ├╝brigens dort nichts gekauft. Ich habe nichts gefunden. Stattdessen bekam sie unbehandelte Holzbausteine als Erweiterung f├╝r ihre Sammlung, zwei B├╝cher und einen Gitarrenst├Ąnder aus Holz.

Der Beitrag erschien urspr├╝nglich auf welovefamily.at.

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