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Teamescape: Was bringt der Teambuilding-Trend?

12/01/2017 18:23 CET | Aktualisiert 12/01/2017 18:24 CET
filo via Getty Images

Wer lässt sich freiwillig in einen Raum einsperren, fesseln und knebeln? Im Teambuilding gibt es allerlei schräge Angebote. Der neueste Trend nennt sich Teamescape. Ein Team wird eine Stunde eingesperrt und soll in dieser Zeit gemeinsam Rätsel zu lösen. Wir bei Teamworks haben diese Teambildungsmaßnahme mehrfach für Unternehmenskunden getestet. Was bringt so etwas wirklich? Europa ist eine Hochburg für solche Art von Teamvents. 150 Teamescape-Räume gab es 2015. Die meisten Escape-Rooms bieten dabei eine Mischung aus Strategie-Puzzle und Live-Rollenspiel, bei dem das Rätsel in eine Geschichte eingebettet ist. Einige Escape Rooms lehnen sich an Computerspiele an. Besonders beliebt sind Befreiungsaktionen oder das Mörder-Finden. Was aber bringt es - außer Spaß?

Es sind vor allem drei Punkte:

Erkenntnisse über die Zusammenarbeit im Team

Üblicherweise werden die Räume verschlossen, während draußen Studenten oder Mitarbeiter am Bildschirm sitzen und selektiv Tipps geben. Diese beziehen sich auf die Lösung des Rätsels. Eine Beobachtung unter dem Aspekt der Teamdynamik und der gezeigten Stärken und Schwächen ist nicht üblich - macht aber Sinn. Das Team muss sich dafür externe Beobachter mitnehmen, die sich Notizen machen. Teilweise ist auch eine Aufzeichnung möglich, die später im Workshop angesehen und besprochen werden kann.

Erkenntnisse über die Bedeutung von Interaktion

Wer viel miteinander spricht und die anderen über eigene Erkenntnisse informiert, ist im klaren Vorteil. Erfolgt diese Abstimmung nicht, arbeiten oft mehrere gleichzeitig an einem Thema. Das ist auch in den Firmen nicht selten so. Das selbst zu sehen und zu erfahren, kann einen guten Impuls geben - vor allem wenn das Teamescape und die Reflexion darüber der Auftakt zu einer Teamentwicklungsmaßnahme ist.

Überraschende Stärken können sich zeigen

Meist sind die Aufgaben in einem Teamescape eine gute Mischung aus unterschiedlichen Anforderungen: etwas Geschicklichkeit, etwas Kombinationsfähigkeit, analytisches Denken, Logik. Teilweise müssen auch Formeln gelöst werden. Dabei passiert es häufig, dass Teammitglieder bisher unbekannte Stärken ihrer Kollegen kennenlernen, etwa die umfangreichen Kenntnisse in Pflanzenkunde oder die Fähigkeit, Süterlin zu lesen.... Das kann vertrauensbildend und verbindend sein.

Nutzen der Teamescape-Events

Doch was bringen diese Events langfristig für die Teamentwicklung? Vor allem fördern sie mündliche Kommunikation fanden Henry Lo, Rui Pan and Carman Neustaedter in ihrer Studie „Communication, Collaboration, and Coupling: What Happens When Friends Try to Escape the Room?" heraus. Die nonverbale Kommunikation verbessern sie aber nicht. Aus einem naheliegenden Grund: Es ist meistens dunkel. Introvertiertere Menschen sind hier oft im Nachteil, da sie weniger spontan und laut kommunizieren. Schriftliche Kommunikation, die für Introvertierte wichtig ist - es gibt viele „Schreibdenker" - ist gar nicht gefordert. Diese Punkte könnten aber anschließend in einem Workshop besprochen und bewusst gemacht werden. Denn oft ist es in den Unternehmen auch nicht anders: Wer am lautesten ruft, setzt sich durch. So versanden viele Ideen und Einfälle, die ruhigere Mitarbeiter haben...

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