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Kollege Wahnsinn im Büro: 5 Charaktertypen und wie Sie damit umgehen

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GENIUS
Andrew Rich via Getty Images
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Genie und Wahnsinn trennt manchmal nur eins: Der Weg zum Arzt. Besonders begabte Menschen sind auch häufig besonders „verrückte" Menschen. Doch das Thema ist in der Arbeitswelt tabuisiert. Dabei wäre es so hilfreich, wenn Menschen lernen würden das Besondere nicht als Abweichung, sondern als ein Zeichen von Artenvielfalt zu begreifen.

Anhand der Charakterkunden von Fritz Riemann und Karl König skizziere ich die sechs wichtigsten Typen. Coachs und Führungskräfte erhalten Tipps zum Umgang mit diesen Neigungen.

Die narzisstische Neigung

Vielleicht ist er ein Charmeur, in jedem Fall fällt er auf. Sie erkennen Narzissten an ihrem Glamourfaktor. Narzissten treibt die Angst vor Bedeutungsverlust. Das kann sie sehr erfolgreich machen. Wer ordnet seinem Erfolg sonst alles andere unter? Jeder Mensch braucht Anerkennung, Narzissten jedoch lechzen nach Bewunderung. Deshalb mögen sie sehr selbstbewusste Persönlichkeiten meist nicht. Diese bewundern nicht - und das gefällt ihm gar nicht.

Hier ist Strategie gefragt. Lassen Sie dem Narzissten den Platz unter der Sonne. Geben Sie ihm seine Anerkennung, gewinnen Sie sein Vertrauen. Zeigen Sie ihm wie er noch erfolgreicher sein kann. Zeigen Sie ihm, dass auch nicht genehme Personen nützlich sein können. Lassen Sie ihn über sich selbst lachen.

Die schizoide Neigung

Oft ist er ein Nerd, oder zumindest etwas nerdig, schrullig, anders. Schizoide sind jene Menschen, die oft verbissen an etwas arbeiten sich reinhängen, dabei aber sachlich und distanziert scheinen. Diese Distanz haben sie auch zu sich selbst, was sie humorvoll macht. Sie werden Forscher, Wissenschaftler.

In der Führung sind es die Entwickler und Strategen, die weit in die Zukunft schauen. Im Grunde haben diese Menschen jedoch Angst vor Nähe. Deshalb konzentrieren sie sich lieber auf eine Sache. Die ist berechenbarer als der Mensch.

Lassen Sie dem Menschen mit schizoider Neigung seine Welt, aber verbinden Sie ihn. Bringen Sie ihn mit Andersdenkenden zusammen und fördern Sie gegenseitige Akzeptanz. Schizoide lieben Komplexität. Lehren Sie ihn, dass er sich mit Einfachheit auch anderen verständlich machen kann.

Die depressive Neigung

Oh wie nett ist der denn! Menschen mit depressiver Neigung sind warmherzige Menschen, die sich immer sehr zurücknehmen und deshalb ideale Teamarbeiter. Sie haben Angst, ein eigenes Ich zu werden, deshalb brauchen sie andere. Es fällt ihnen schwer, zu bewerten und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Fördern Sie die eigenen Bedürfnisse und die Individualität. Stärken Sie das Ich. Wenn Menschen mit depressiver Neigung lernen, eigenständig etwas zu bewerten, können sie sehr unprätentiöse und zugewandte Führungskräfte werden.

Die zwanghafte Neigung

Menschen mit zwanghafter Tendenz treibt die Angst, die Kontrolle zu verlieren. Das macht sie zu guten Prüfern und Überwachern. Sie haben oft einen autoritären Charakter, Ordnung ist ihnen wichtig, Veränderung dagegen ein Graus. In der Führungsrolle sind sie seltener und wenn dann eher in Funktionen und Branchen, in denen Kontrolle zum System gehört.
Unterstützen Sie das Loslassen und üben Sie die Veränderung. Zwanghafte müssen lernen, Kontrolle positiv zu leben.

Die phobische Neigung

Wenn Sie es mit einem ganz vorsichtigen Menschen zu tun haben, könnte dies für eine phobische Neigung sprechen. Phobiker haben Angst vorm Scheitern, wodurch sie immer auf der Hut sind. Sie gehen keine Risiken ein. In der Berufswelt sind Menschen mit dieser Charaktertendenz oft in Berufen zu finden, die Sicherheit bieten. Phobiker sind ähnlich wie Zwanghafte manchmal sehr genau und gewissenhaft, weshalb sie in ähnlichen Berufsfeldern anzutreffen sind.

Fördern Sie den Blick auf Schönheit des Scheiterns. Fehler machen - wunderbar.

Die hysterische Neigung

Erkennen Sie in Ihrem Umfeld einen kreativen und flexiblen Menschen, der andere mitreißen kann? Der sich aber einfach nicht festlegen lässt? Dann könnte es sich um einen Hysteriker handeln. Diese Menschen stecken voller Möglichkeiten, sie sind oft kreativ und unkonventionell. Alles Endgültige schreckt sie ab. Festlegen, nein danke. Ähnlich wie der Narzisst strebt auch der Hysteriker nach „Verewigung" und Bedeutung. Anders als dieser ist er dabei aber mehr von Größenwahn als von der Suche nach Anerkennung und Beifall getrieben. Seine Lebensaufgabe liegt darin, die eigene Bedeutungslosigkeit zu erkennen.

Viele Hysteriker übernehmen sich, wollen zu viel. Geben Sie ihm die Ruhe und das Zutrauen, dass er auch einmal stehen bleiben und sich ausruhen kann. Und nicht immer um Bedeutung kämpfen muss. Wir alle sind nur ein Atom im Universum. Bedeutsam zusammen, aber alleine nichts.

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