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In Chemnitz erobern Nazis einen ganzen Stadtteil - der Hilferuf einer Politikerin

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
NAZIS GERMANY
NurPhoto via Getty Images
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In Chemnitz versucht eine rechte Gruppe, die sich auch ÔÇ×Rechtes Plenum" nennt, ein ganzes Viertel zu vereinnahmen. Sonnenberg hei├čt es - und es soll zu einem Nazikiez, also zu einer national befreiten Zone, werden.

Die Nazis verstecken sich nicht, sondern sie ziehen durch die Stra├čen, ver├╝ben Anschl├Ąge und terrorisieren die Anwohner. Sie sind in Aufbruchstimmung.

Das macht die Gruppe so gef├Ąhrlich, was ich selbst erfahren habe. Bis vor Kurzem hatte ich als Landtagsabgeordnete der Linkspartei mein B├╝rgerb├╝ro in einem Eckhaus in dem Viertel.

Ich habe den Hass voll zu sp├╝ren bekommen. Innerhalb eines Jahres gab es mehr als zwanzig Attacken darauf.

"I love NS"

Nachts wurden Fenster mit Steinen eingeschlagen, meine Mitarbeiter wurden bep├Âbelt, mir wurden ├╝bergro├če, schwarze Hakenkreuze an die Hauswand gesprayt - oder "I love NS". Das "Linke" auf meinen Plakaten haben sie auch gerne mit "Zecke" ├╝bermalt.

Bis auf Gewalttaten gab es das volle Programm. Ich w├Ąre gerne in meinem B├╝ro geblieben, aber der Vermieter hat mir gek├╝ndigt, weil er die anderen Mieter sch├╝tzen wollte.

Ô×Ę Mehr zum Thema: Eklat in Sachsen: B├╝rger kommen in Naziuniform zum Dorffest

Das Schlimme daran ist auch, dass ich nicht das einzige Opfer bin. Vereine wie das Lokomov und Bon Bosco oder auch die Kirche im Stadtviertel wurden schon angegriffen.

Deswegen muss ich es sagen, wie es ist: Andersdenkende k├Ânnen sich in Sonnenberg nicht mehr frei bewegen, ohne P├Âbeleien und ├ťbergriffe f├╝rchten zu m├╝ssen.

Eine No-Go-Area f├╝r Anst├Ąndige

Der Stadtteil w├╝rde so zu einer No-Go-Area f├╝r Anst├Ąndige. Viele sind rundum eingesch├╝chtert durch die Bedrohungslage. Und das in der drittgr├Â├čten Stadt Sachsens.

Die Polizei muss endlich ihre Arbeit machen und den Nazis klare Kante zeigen. Sie darf ihnen nicht den ├Âffentlichen Raum ├╝berlassen und gute Ermittlungsarbeit leisten. Das ist eine Sprache, die die Nazis verstehen.

Ô×Ę Mehr zum Thema: In Sachsen-Anhalt: Betrunkene Nazis verpr├╝geln Familie mit 5-j├Ąhrigem Kind aus Afrika

Und wir, die Zivilgesellschaft, m├╝ssen stark sein. Wir k├Ânnen uns nur gemeinsam gegen die Nazis wehren - nicht, wenn wir wegschauen, uns vertreiben lassen, das Problem kleinreden oder darauf vertrauen, dass andere die Nazis schon bek├Ąmpfen werden.

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Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen ├╝ber Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut l├Ąuft, anhand von grauen Statistiken - all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie pr├Ągen, oft wenig zu tun.

Diese Menschen kommen jetzt in der Huffington Post zu Wort. Denn wie f├╝hlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Fl├╝chtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gel├Âst? All das ist Thema in HuffPost-Voices.

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