Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform f├╝r kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Susanne Brauer, PhD Headshot

Mensch nach Ma├č

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
WOMAN OPEN ARMS FILTER
lzf via Getty Images
Drucken

Ma├čnehmen, Ma├čhalten, das rechte Ma├č finden, ├╝bers Ma├č hinausschie├čen. Die Vermessung, Justierung und Optimierung macht auch vor dem Menschen keinen Halt. Technologiegetrieben ist dieser Umgang mit seinem K├Ârper, mit seinen grundlegenden F├Ąhigkeiten und Eigenschaften.

Damit findet zugleich eine Digitalisierung des menschlichen Lebens statt, denn Vermessungen finden im Zahlen- und Datenraum statt, der dem Menschen dann neue Wege f├╝r seine Lebensf├╝hrung ├Âffnen oder vorgeben versuchen. Messen ist also immer mit Normierung und Detektion von Abweichungen sowie - ethisch gesehen - auch mit der Frage nach dem guten Leben verbunden.

Das Projekt menschnachmass, das gemeinsam von dem Collegium Helveticum (EHT/Universit├Ąt Z├╝rich), Science et Cit├ę und der Paulus Akademie durchgef├╝hrt wird, ist diesen ├ťberlegungen anhand verschiedener Themenkreise in den letzten beiden Jahren nachgegangen.

Nun steht f├╝r 2016 ein neues Schwerpunktthema an: Schnittstellen von Mensch und Maschine, die unterschiedlichste Formen haben k├Ânnen, vom Biohacking, bei dem Menschen mittels Implantate neue Sinneswahrnehmungen zum Beispiel von Magnetfeldern zu kreieren versuchen, bis hin zu intelligent vernetzten Gegenst├Ąnden, die unser Zuhause zu einem smart home werden lassen und uns permanent und autonom umsorgen.

Fragen f├╝r unser Leben

Schon heute gibt es Kontaktlinsen mit eingebauter Zoom-Funktion, Hirnschrittmacher mit Auswirkungen auf die Pers├Ânlichkeit, eine "Genschere", die irgendwann unser Erbgut optimieren soll, und Kriegsroboter, die f├╝r uns das T├Âten ├╝bernehmen k├Ânnten. Solche technischen M├Âglichkeiten werfen Fragen f├╝r unser Leben und Zusammenleben auf:

  • Ver├Ąndert sich unser Bild vom Menschen? Von dem, was er kann, darf und sollte?
  • Bleibt der Mensch das Ma├č aller Dinge, oder verschwimmen die Grenzen zwischen ihm und den Maschinen?
  • Was wird als Ma├čstab f├╝r die Normierung genommen? Die Nat├╝rlichkeit? Das, was dar├╝ber hinausgeht - die Transformation des Menschen in einen ├ťbermenschen?
  • Was passiert mit Menschen, die aufgrund von hohem Alter, Einsamkeit, Krankheit oder Behinderung sozial benachteiligt sind? K├Ânnen sie von den Innovationen profitieren, oder verlieren sie an good will und Akzeptanz in der Gesellschaft?
  • Was gewinnt der Mensch, zum Beispiel an Lebensqualit├Ąt und Selbstbestimmung im Alter?
  • Wo liegen Risiken, auch f├╝r gesellschaftliche Werte wie Toleranz und Solidarit├Ąt?
  • Und zu guter Letzt: Bleibt der Mensch wirklich der Mittelpunkt in dieser Technologieentwicklung und kontrolliert sie, oder wird er irgendwann von Robotern und Computern ├╝berfl├╝ssig gemacht?

Erste Meinungen dazu, wie unsere Welt angesichts m├Âglicher zuk├╝nftiger Schnittstellen von Mensch und Maschine in 100 Jahren aussehen k├Ânnte, h├Âren Sie in einem Film, der f├╝r das Projekt von den K├╝nstlerinnen Kathrin Yvonne Bigler und Rahel Bucher gemacht wurde.

Auch Ihre Meinung, Hoffnungen, ├ängste, Einstellungen und Vorstellungen bez├╝glich der zunehmenden Technisierung und Digitalisierung des menschlichen Lebens interessiert uns. Sie k├Ânnen hier anonym einen Online-Fragebogen ausf├╝llen.

Die Antworten werden dann von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen ab Herbst 2016 diskutiert. Und zwar direkt mit dem Publikum an unterschiedlichen Orten in der Schweiz: Auf ins Gespr├Ąch!

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform f├╝r alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: