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10 Dinge, die mich am Jugendfußball nerven

01/03/2017 18:54 CET | Aktualisiert 01/03/2017 18:54 CET
Alistair Berg via Getty Images

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©vschlichting

Im Jugendfußball lerne ich im Laufe der Jahre viele Dinge kennen. Einige nehme ich einfach hin, andere bringen mich bis heute noch auf die Palme. Hier meine Rankingliste der Dinge, die mich wirklich nerven - von Platz 10 bis 1...

10. Ersatzspieler sein ohne Einwechslung

Ein beliebiger Sonntagmorgen während der Saison...

7.00 Uhr: Aufstehen, duschen, anziehen, Frühstück vorbereiten, den müden Sohn wecken, gemeinsam frühstücken

8.30 Uhr: Sohn und Hund einpacken und Abfahrt zum Auswärtsspiel nach Dortmund, immer wieder werde ich gefragt, ob wir auch ja pünktlich sind und uns das Navi richtig leitet

9.30 Uhr: Ankunft, für meinen Sohn beginnt das Aufwärmtraining, für mich der Spaziergang mit dem Hund

11.00 Uhr: Anpfiff 1. Halbzeit

11.30 Uhr: die Ersatzspieler traben an der Seitenlinie entlang, mein Sohn mittendrin

11.45 Uhr: Halbzeitpause

12.00 Uhr: Anpfiff 2. Halbzeit

12.12 Uhr: 57 min. 1. Wechsel - mein Sohn ist es nicht

12.21 Uhr: 66 min. 2. Wechsel - mein Sohn ist es noch immer nicht

12.31 Uhr: 76 min. 3. Wechsel - mein Sohn ist es auch dieses Mal nicht, trabt immer lustloser, mir schwant langsam, dass es eine ganz unangenehme Rückfahrt werden kann

12.42 Uhr: 87 min. 4. Wechsel - mein Sohn wird nicht mehr reinkommen

13.20 Uhr: Rückfahrt, schweigend, weil mein Sohn stinksauer ist

14.20 Uhr: Ankunft zuhause, ich frage mich, warum ich mir das wieder angetan habe. Weiß aber auch, dass ich es beim nächsten Auswärtsspiel wieder machen werde, wenn mein Mann nicht da ist...

9. Hallenturniere

Sie finden oft in schlecht belüfteten Turnhallen statt, in denen es nach Schweiß, Kaffee und Bockwurst riecht. Gespielt wird meist sehr kurz, gewartet aufs nächste Spiel eine gefühlte Ewigkeit.

Da wird meine Geduld oft auf die Probe gestellt. Vor allem dann, wenn die Mannschaft schon früh ausscheidet, aber bis zur Siegerehrung warten muss/will. Klar, ist es den Spielern wichtig jede Medaille mit nach Hause zu nehmen, und sei es auch nur eine für die Teilnahme.

8. Die Helikopter-Eltern

Die, die ihren Sohn auf Schritt und Tritt begleiten, bis hinauf in die B-Jugend noch jedes Training mit Argusaugen begutachten und einfach nicht loslassen können. Der Fußball ihres Kindes ist auch ihr Hobby und sie betreiben den gleichen Zeitaufwand wie ihr Sohn, da immer dabei. Ist mir viel zu aufwendig...

7. Coole Spieler

Damit meine ich die, die in der 78. Minuten rein kommen, noch nichts zum Erfolg der Mannschaft beigetragen haben, sich dann aber in ihrer ersten Aktion so unsportlich, weil cool sein wollend verhalten, dass sie sich eine gelbe Karte einhandeln.

Und sich dann noch arrogant und asozial dem Schiri gegenüber benehmen, ihm den Rücken zudrehen und auf den Boden rotzen. Der müsste mir nach Hause kommen...

6. Rotzen und Spucken

Wäre ich Trainer, müsste jeder, der auf den Rasen spuckt, Extra-Sit-Ups machen und Runden laufen.

Ich finde nichts Widerlicheres als das Nasehochziehen, Ausspucken und Schnäuzen.

Warum können nicht in die Hosen kleine Täschchen eingenäht werden, in die jeder Spieler ein Taschentuch stecken kann? Und es werden keine Trink- sondern Naseputz-Pausen eingelegt? Ich weiß, eher die romantische Sicht einer Mutter.... :-)

5. Willkürliche Trainingszeiten

Als Mutter eines Fußballers muss man eh schon sehr flexibel sein. Auf Veränderungen in der Schule reagieren, ob diese auch mit den Trainingszeiten harmonieren und umgekehrt.

Was mich sehr auf die Palme bringt, sind Momente in denen willkürlich ein Training angesetzt wird, obwohl trainingsfrei im Plan steht.

Oder noch ärgerlicher: Verlängerte Wochenenden, wie beispielsweise Karneval, an denen kurzfristig das Training abgesagt wird und mein Sohn dadurch drei Tage hintereinander trainingsfrei hat.

Für uns sind solche Gelegenheiten immer ein Muss als Familie etwas zu unternehmen. Denn je älter die Spieler werden, desto weniger Freizeit und damit verbundene Familienzeit gibt es. Etwas, auf das der Fußball überhaupt keine Rücksicht nimmt.

4. Die Eltern-Trainer

So bezeichne ich die Eltern, die vom Spielfeldrand Anweisungen zurufen, und zwar nicht nur ihrem Sohn, sondern auch den Mitspielern.

Sie schiedsrichtern natürlich besser als jeder Schiedsrichter. Sie kommentieren jede Entscheidung des Unparteiischen, schimpfen und beschimpfen ihn nicht immer sehr fair, wenn sie die Entscheidung als ungerecht erachten. Sie stellen jede Auswechslung des Trainers in Frage.

Sie verhalten sich oft nicht vorbildlich und entschuldigen das immer mit „ich bin so emotional".

In den USA hätten sie sicherlich lebenslanges Stadionverbot zu den Spielen ihres Sohnes.

3. Tobende Trainer

Neben uns Eltern sind die Trainer wichtige Personen, die ganz nah an den Spielern dran sind. Das bedeutet für uns, dass wir unsere Kinder früh in die Hände von Menschen geben, denen wir vertrauen.

Umso erstaunter bin ich über Trainer, die sich ihrer Verantwortung, den Spieler nicht nur sportlich auszubilden, sondern auch auf emotionaler und intellektueller Ebene, nicht immer bewusst sind.

Die bei Spielen nahezu ausrasten, den Schiedsrichter beschimpfen, auch mal in der Kabine den Wasserkasten an die Wand donnern. Die nicht immer Vorbild sind. Oft schlimmer als der leidenschaftlichste Vater am Spielfeldrand.

Ich weiß, auf dem Platz braucht es eine starke Stimme um sich Gehör zu verschaffen, um auch den Letzten zu erreichen. Müssen es oft Verbalattacken sein, die mich vor lauter Scham in Grund und Boden versinken lassen? NEIN! Das Zauberwort heißt FairPlay und wird hoffentlich in Zukunft etwas sein, über das wir nicht mehr ständig diskutieren werden.

2. Einen schlecht gelaunten Sohn

Ich denke, schlechte Laune nach Training oder Spiel kennt jeder.

Gründe dafür können die Trainerkritik sein, die einen wunden Punkt getroffen hat. Die eigene Unzufriedenheit, weil die Fitness zu wünschen übrig lässt und man den Hintern nicht hoch bekommt, um etwas zu ändern.

Der Zoff mit einem Mitspieler, der nicht das macht, was man will.

Oder das Spiel, das nicht so gelaufen ist wie gewünscht.

Egal was es ist - bereits am Gang meines Sohnes und dem Zuschlagen des Kofferraumdeckels, weiß ich, was mich auf dem Heimweg erwartet. Ich denke, viele Eltern werden mir zustimmen, wenn ich uns auch als „Bollwerk der Launen" bezeichne. Gerade wir Mütter, die oft den Fahrdienst übernehmen, bekommen dahingehend eine Menge ab.

Mittlerweile verfahre ich nach der Devise: Ich halte meinen Mund und mache den Kutscher. Will mein Sohn reden, wird er schon kommen. Wenn nicht, dann war das Problem auch nicht so gravierend. Und ich habe meine Ruhe...

1. Der Puma vor der Waschmaschine

Auf Platz 1 meiner Top 10-Liste stehen mit Abstand die unsäglichen und stinkenden Trainingsklamotten.

Wie sehr habe ich die Zeit herbeigesehnt, als ich nicht mehr die Trikots der gesamten Mannschaft waschen musste. Damals hatte ich oft mehr Geröll in der Waschtrommel als in einem Betonmischer.

Ich werde wirklich zum Tiger, wenn die Klamotten - verschwitzt, vom Regen nass und die Stutzen mit Granulat gespickt - entweder vor der Waschmaschine liegen und die Waschküche zum Pumakäfig wird.

Oder im besten Fall tagelang nass in der Waschmaschine „vergessen" werden und schön vor sich hin müffeln.

Was ist daran so schwer zu verstehen, dass Dinge, die man irgendwo hineinsteckt, auch wieder herausgeholt werden müssen? Sportklamotten, die getragen sind, sich nicht von allein in der Fußballtasche säubern?

Heute gehört der Wäscheservice zum Glück der Vergangenheit an...

Wie sieht Eure Top 10-Liste aus? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Die Autorin betreibt den Blog www.ins-netz-gegangen.info

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