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10 Gründe, weshalb sich ein Unternehmen nach dem Vorstellungsgespräch nicht wieder meldet

21/02/2017 16:12 CET | Aktualisiert 21/02/2017 16:13 CET
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Du hast Vorstellungsgespräche für eine tolle Stelle gehabt. Die Gespräche schienen gut zu laufen. Vielleicht hat dein Gesprächspartner gesagt, er oder sie würde sich auf die Arbeit mit dir freuen.

Aber seitdem haben sie sich nicht wieder gemeldet.

Der Personaler hatte gesagt, man würde sich bis zum Ende vergangener Woche entscheiden. Oder bis Mitte der vergangenen Woche. Oder bis zum Ende des vergangenen Monats. Oder bis zu irgendeinem anderen Zeitpunkt, der bereits vergangen ist.

Aber du hast noch nichts von ihnen gehört. Und vielleicht wirst du auch nie wieder etwas von dem Unternehmen hören. Oder vielleicht hörst du morgen von ihnen...

Pausiere mit den Bewerbungen nicht, während du auf eine Rückmeldung wartest.

Setze mit der Jobsuche nicht aus, während du auf die Antwort eines möglichen Arbeitgebers wartest. Mach weiter!

Solange du kein Stellenangebot in den Händen hältst (ganz konkret mit Stellenbezeichnung, Gehaltsangabe und Eintrittsdatum), hast du keinen Job.

Aber keine Neuigkeiten bei der Stellensuche bedeuten nicht unbedingt schlechte Neuigkeiten.

Du wirst wahrscheinlich nicht erfahren, was genau passiert ist, aber gib nicht zu schnell auf! Arbeitgeber brauchen meist länger, um eine Stelle zu besetzen, als sie es selbst eingeplant haben.

Wenn es also nur ein paar Tage oder auch Wochen sind, die seit dem Zeitpunkt, zu dem man eine Rückmeldung erhalten sollte, vergangen sind, dann gib die Hoffnung nicht auf. Noch nicht!

10 Dinge, die geschehen können, während du wartest:

Arbeitssuchende gehen immer davon aus, dass der ganze Prozess glatt und reibungslos auf Arbeitgeberseite abläuft. Aber, als jemand, der schon einmal "auf der anderen Seite" saß, weiß ich, dass diese Annahme oft völlig falsch ist.

Der Grund, weshalb du noch keine Rückmeldung erhalten hast, hat wahrscheinlich wenig mit dir zu tun. Oder aber, es hat nur mit dir zu tun.

Ganz ohne Absicht sind die einzelnen Schritte eines Arbeitgebers im Einstellungsprozess meist zu optimistisch geplant. Viele Dinge können den Zeitplan durcheinander bringen. Besonders bei großen Unternehmen.

Am Anfang des Prozesses

1. Jemand, der ein wichtiger Teil des Prozesses ist, ist nicht da.

Um jemanden einzustellen braucht es meistens mehr als eine Person und jemand Wichtiges könnte derzeit verhindert sein, nicht im Büro (Urlaub, krank, Dienstreise, ein Todesfall in der Familie, gekündigt, usw.) oder gerade in eine Notfallsituation eingespannt sein.

2. Die anderen Vorstellungsgespräche nehmen mehr Zeit in Anspruch als erwartet.

Ob du jetzt der erste Bewerber für die Stelle warst, der ein Vorstellungsgespräch bekam, oder nicht, es könnte eine ganze Weile dauern. Gespräche mit anderen Bewerbern werden angesetzt und wieder verschoben, da wichtige Teilnehmer verhindert oder nicht verfügbar sind.

3. Sie bereiten sich auf die nächste Runde vor.

Dann planen Unternehmen eine zweite (oder dritte oder vierte) Runde, um Bewerber zu interviewen, die sich in der ersten Runde gut geschlagen haben. Zu bestimmen, wer noch einmal eingeladen wird, ist kein einfacher Prozess, der viele Treffen, Diskussionen, E-Mails und noch einmal mehr Treffen und Diskussionen beinhaltet.

Wenn du einige Bewerbungsrunden und Vorstellungsgespräche hinter dir hast und immer noch nichts gehört hast, dann sind andere Dinge vielleicht dazwischen gekommen.

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4. Sie arbeiten an ihren Prozessen, klären letzte Dinge und haken die Checklisten ab.

Unternehmen gehen die Referenzen und die Lebensläufe der letzten verbliebenen Bewerber noch einmal durch, eine solche Entscheidung braucht Zeit.

5. Einige fehlen, wieder einmal.

Und wieder fehlen vielleicht gerade wichtige Teilnehmer des Prozesses und nichts bewegt sich, bevor diese Mitarbeiter nicht wieder verfügbar sind.

6. Vielleicht restrukturieren sie die Stelle gerade.

Jemand möchte unbedingt noch auf den perfekten Bewerber warten, der sich jedoch nicht beworben hat. Also überlegt man, die Stelle noch einmal auszuschreiben oder sie umzustrukturieren, damit sie auf den besten Bewerber, den man hat, passt.

Wenn es endlich an der Zeit ist, ein Angebot zu machen

Es wird dir gesagt, dass der Einstellungsprozess abgeschlossen ist. Alle Drogentests, Backgroundchecks und was sonst noch alles dazugehört ist erledigt und eine Entscheidung wird getroffen. Sollte letzte Woche getroffen werden. Oder letzten Monat. Vielleicht dauert es immer noch, weil:

7. Vielleicht wichtige Entscheidungstreffer weiter oben in der Hierarchie nicht verfügbar sind.

Und wieder, es kann sein, dass ein wichtiger Entscheidungstreffer zurzeit nicht im Büro oder einfach nicht verfügbar ist.

Die richtigen Leute müssen die neue Personalie noch absegnen, oft geschieht das in einer ganz bestimmten Reihenfolge in der obersten Management-Ebene des Unternehmens. Manche Entscheidungen müssen warten, bis die Zustimmung kommt und der Papierkram an die nächste Stelle gegeben werden kann.

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8. Die Geschäfte haben sich unerwartet geändert und man will abwarten, bis sich der Sturm gelegt hat oder man sich an die Geschäftssituation angepasst hat.

Mit dem Budget wird jongliert, weil sich die Geschäfte nach oben oder nach unten verändert haben und man sichergehen will, dass man die neue Stelle auch finanzieren kann.

9. Die Stelle wird definitiv restrukturiert. Wahrscheinlich. Vielleicht. Oder doch nicht.

Und noch einmal, das Unternehmen hat den perfekten Bewerber nicht bekommen, also wird die Stelle umstrukturiert. Wenn das abgeschlossen ist, dann passt die Stelle vielleicht perfekt zu dir.

Oder auch nicht. Das wissen die Entscheider nicht, bis sie die Änderungen vorgenommen haben und so lange wirst auch du warten müssen.

Vielleicht stellt das Unternehmen letztendlich fest, dass es zu zeit- und kostenintensiv ist, die Stelle neu auszuschreiben und alle Vorstellungsgespräche erneut zu führen.

Daher entscheiden sie sich für den besten Bewerber, den sie haben. Das könntest du sein, wenn du noch verfügbar bist (warte aber nicht erst ab!).

10. Sie warten die Entscheidung von Bewerber Nr. 1 ab. Du bist Bewerber Nr. 2.

Vielleicht wurde die Stelle einem Mitbewerber angeboten und jetzt wartet das Unternehmen dessen Entscheidung ab, den Job anzunehmen oder abzulehnen. Bis diese Person die Stelle nicht angetreten hat, ist es auch noch nicht vorbei.

Nimmt der Bewerber den Job nicht an, oder falls er nicht sehr lange in dem Unternehmen bleibt, dann bist du jetzt vielleicht an der Reihe!

Vielleicht aber gehörst du nicht zu den Wunschkandidaten für die Stelle und dem Unternehmen mangelt es einfach an Zeit, Technik oder Manieren, um dir abzusagen. Vielleicht haben sie auch Angst vor einer Klage.

Nimm nicht gleich das Schlimmste - oder auch das Beste - an, bis du nicht Gewissheit hast, oder mehrere Monate verstrichen sind, ohne dass man dich kontaktiert hat oder du auf Nachfragen keine Antwort erhalten hast.

Wenn es dieses Mal nicht geklappt hat ...

Wenn du das Gefühl hast, mit den anderen Teilnehmern des Vorstellungsgesprächs auf einer Wellenlänge gewesen zu sein und auch weiterhin Interesse hast, für den Arbeitgeber zu arbeiten, sollte sich eine neue Möglichkeit ergeben, dann frage einfach, ob man sich auf LinkedIn vernetzen könne.

Was hast du schon zu verlieren? Bleibt in Kontakt. Schicke eine kleine Dankesnotiz für die Gelegenheit, sich kennenzulernen und mehr über das Unternehmen erfahren zu können. Es kann funktionieren!

Wenn du mit einem Personalberater oder Recruiter zusammengearbeitet hast, dann schicke dem Recruiter eine Einladung zum Vernetzen auf LinkedIn oder Xing.

Die meisten Recruiter sind dankbar, wenn sie auf diese Weise ihr Netzwerk erweitern können. Außerdem macht es dich sichtbarer für andere Recruiter und Unternehmen, mit denen sie zusammenarbeiten.

Susan P. Joyce ist Präsidentin von NETability, Inc. und Herausgeberin sowie auch Technik-Autorin für Job-Hunt.org und WorkCoachCafe.com. Dieser Artikel erschien zuerst auf WorkCoachCafe.com.

Dieser Blog erschien zunächst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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