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Leitfaden für Muslime zur bestmöglichen Integration

06/02/2016 13:53 CET | Aktualisiert 06/02/2017 11:12 CET
Thomas Koehler via Getty Images

Ein „Raum der Stille" wurde in einer technischen Universität geschlossen, nun gut, die Nachricht geht rum. Mich schockiert nicht die Nachricht sondern eher einige Kommentare, wie zum Beispiel dieser hier:

„..Muslime müssen sich integrieren, das Gebet gibt's hier nicht etc..."

Daraufhin fragte ich mich: „hey, wo fängt denn eigentlich die Integration an?"

Natürlich will auch ich meinen Beitrag hierzu leisten und meinen muslimischen Geschwistern in Deutschland bei der Integration helfen. Und genau deshalb habe ich einige Dinge hier aufgelistet :

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1. Bete nicht mehr! Es kann doch nicht sein, dass du als Muslim hier in Deutschland betest. Dafür hat man doch gar keine Zeit, wenn man zu viele Pausen machen muss, um eine zu rauchen.

2. Zieh dein Kopftuch aus! Ich weiß nicht ob ich dir vertrauen kann, solange ich nicht weiß ob deine Haare schwarz, blond oder blau sind. Haare haben eine wichtige Bedeutung für die deutsche Kultur, sie gehören dazu, eigentlich muss man sogar einen extra Paragraphen im GG hierfür entwerfen, weil es echt total wichtig ist. Mit Kopftuch kannst du doch nicht arbeiten, wenn da keine Vertrauensbasis besteht!

3. Trink ab und zu Alkohol. Denkst du, du begeisterst deinen neuen Arbeitgeber und deine neuen Kollegen, wenn du bei der Betriebsfeier auf Alkohol verzichtest? Nein, bitte trink etwas. Sei betrunken, aber bitte benimm dich danach angemessen, sonst heißt es wieder dass der Muslim böse war.

4. Schwein schmeckt doch gar nicht so schlecht, probiere es doch mal. All deine Freunde essen Schweineschnitzel und du Fisch? Wann willst du endlich deutsch werden?

5. Fasten? Ach für was denn? Es gibt nen Joghurt, der heißt auch „Fasten". Probier doch mal den, der wird wenigstens in Deutschland produziert!! Oder in Österreich? Naja egal, da redet man wenigstens deutsch, das zählt.

So, ich hoffe die Ironie war gut raus zu hören. Seit längerem wird bemerkbar, was von Muslimen in Deutschland verlangt wird. Bedeutet Integration die Religion abzulegen? Viele Menschen in Deutschland belassen den Glauben beim Glauben, in dem sie sagen sie glauben. Okay. Muslime, aber auch andere Religionsangehörige beten, sprich sie bewegen sich etwas und sprechen dazu Gebete, heißt es sie sind weniger deutsch (auch wenn sie DEUTSCHE sind)?

Wir lernen deutsch, wir gehen zur Schule. Absolvieren eine Ausbildung oder ein Studium. Der größte Teil wird in deutschen Unternehmen arbeiten, den Staat durch Steuern mitfinanzieren und die Solidargemeinschaft durch Sozialabgaben unterstützen. Wir haben deutsche Freunde, Bekannte oder sogar schon Verwandte. Wir kommen im Alltag ganz gut klar, Behördengänge sind kein Problem, wir kennen uns mit dem System aus. Wir kennen die Feiertage, viele feiern sie sogar mit.

Also wenn ich dann die oben genannten Punkte erfülle, aber fünf mal am Tag bete und noch dazu ein Kopftuch trage, bin ich dann integriert oder nicht?

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