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Das überreizte Kind

Veröffentlicht: Aktualisiert:
STUART
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Ich weiß nicht mehr, mit wie vielen Kindern ich bei meiner Arbeit in Kanada, den USA und auf der ganzen Welt schon zu tun hatte. Nicht nur Tausenden, sondern wahrscheinlich Zehntausenden. Und unter all diesen Kindern war kein einziges "schwieriges" Kind.

Kinder können egoistisch, unsensibel und trotzig sein; sie können sich weigern, aufmerksam zu sein, viel schreien und andere herumschubsen oder ungehorsam und geradezu feindselig sein. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Ich weiß, wovon ich rede - ich bin selbst Vater. Aber ein "schwieriges" Kind? Niemals.

Wir haben alle Momente, in denen wir Kinder als "böse" bezeichnen. Vielleicht sprechen wir von "schwer erziehbar" oder "unmöglich" oder einem "Problemkind" oder verwenden klinische Bezeichnungen wie "ASHS/ADS" oder "ODD" (Oppositionelles Trotzverhalten), aber wie immer wir es auch nennen - unsere Schlussfolgerungen können sehr abwertend sein.

Eines Tages traf ich auf der Straße einen Nachbarn, der mit seinem vierjährigen Sohn und dem jungen Hund der Familie unterwegs war. Als ich mich hinunterbeugte, um den Hund zu streicheln, schnappte er nach mir, worauf der Vater entschuldigend lächelte und meinte: "Alfonse ist ja noch ein Welpe."

Problematische Verhaltensweisen sind Ausdruck der Unfähigkeit eines Kindes auf die Umgebung zu reagieren

Als aber der kleine Junge mit dem Hund schimpfte und ihm einen Klaps auf die Nase gab, reagierte der Vater sehr wütend. Offenbar war es für den jungen Hund in Ordnung, spontan zu reagieren, aber nicht für seinen vierjährigen Sohn. Wir waren alle schon mal dieser Vater und haben situationsbedingt in einer Weise auf unsere Kinder reagiert, wie wir es in einer ruhigeren Verfassung nicht tun würden.

Problematische Verhaltensweisen sind Ausdruck der Unfähigkeit eines Kindes, in diesem Augenblick auf alles, was um es herum vor sich geht - Geräusche, Lärm, Ablenkungen, unangenehme Empfindungen, Gefühle -, zu reagieren. Doch wir bewerten diese Verhaltensweisen als Teil seines Charakters oder Temperaments. Schlimmer noch: Auch die Kinder selbst sehen es irgendwann so.

Es gibt kein Kind, das nicht mit Verständnis und Geduld auf den Weg zu einem erfüllten Leben geführt werden kann. Aber Stereotypen in Bezug auf "schwierige Kinder" trüben unseren Blick ebenso wie unsere eigenen Hoffnungen, Träume, Frustrationen und Ängste als Eltern.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Manche Kinder können eine deutlich größere Herausforderung darstellen als andere. Aber oft sind unsere negativen Urteile über ein Kind einfach nur Selbstverteidigungsmechanismen, eine Möglichkeit, die Probleme, die wir mit dem Kind haben, auf seine "Natur" zu schieben.

Das kann zu noch stärkeren Gegenreaktionen, Abwehrmechanismen, Ängsten oder Rückzugstendenzen des Kindes führen. Aber so muss es nicht sein. So muss es nie sein.

Es gibt immer eine Ausnahme von der Regel

Als ich darüber einmal vor einem Publikum sprach, das aus 2000 Erzieherinnen bestand, meldete sich im Hintergrund jemand zu Wort: "Also, ich habe in meiner Gruppe ein schlechtes Kind. Und sein Vater war auch ein schlechter Kerl. Und sein Großvater war durch und durch schlecht.«

Alle lachten, aber ich fand das spannend. Ich dachte: "Na, es gibt immer eine Ausnahme von der Regel. Ich würde dieses Kind wirklich gern kennen lernen."

Ich vereinbarte mit der Erzieherin einen Termin, bei dem ich den kleinen Jungen im Kindergarten treffen konnte. Und in dem Augenblick, als er ins Zimmer kam, war sofort klar, dass das, was die Erzieherin als bösartiges Benehmen einstufte, in Wirklichkeit Stressverhalten war.

Der Junge war sehr geräuschempfindlich. Bevor er sich hinsetzte, wurde er zweimal von Geräuschen draußen im Flur erschreckt. Außerdem kniff er die Augen zusammen, was darauf schließen ließ, dass ihn das grelle Licht im Raum störte, oder dass er möglicherweise ein Problem mit der Verarbeitung visueller Eindrücke hatte.

Als ich ihn da so auf seinem Stuhl herumrutschen sah, fragte ich mich, ob es dem Jungen vielleicht schwerfiel, aufrecht zu sitzen oder sich auf dem harten Holzstuhl bequem hinzusetzen.

Konfrontation mit strafenden Reaktionen von Seiten der Erwachsenen

Das wirkliche Problem war biologischer Natur. Unter diesen Umständen würden ihm erhobene Stimmen oder strenge Mienen nur noch mehr Unbehagen und Stress bereiten. Im Lauf der Zeit kann diese Art der gewohnheitsmäßigen Interaktion bei einem Kind zu Ungehorsam und Trotz führen.

Das gilt besonders für Probleme, die seit mehreren Generationen in einer Familie auftreten, wie es hier der Fall zu sein schien. Hatten sein Vater und sein Großvater schon dieselben biologisch bedingten Empfindlichkeiten?

Waren sie mit denselben strafenden Reaktionen von Seiten der Erwachsenen in ihrem Leben konfrontiert gewesen, die ein Kind so leicht auf den problematischen Weg führen, der letztlich die eigene Einschätzung nur zu bestätigen scheint ("Siehst du, ich hab doch gesagt, dass er ein schlechtes Kind ist")?

Ich fragte mich sofort, wie ich das Kind unterstützen und der überforderten Erzieherin helfen könnte, seine Verhaltenssignale zu sehen und zu deuten. Ich schloss sanft die Tür, schaltete das Deckenlicht aus (das nicht nur stark blendete, sondern auch einen permanenten Summton erzeugte) und sprach leiser. Als die Erzieherin sah, wie sich der Junge plötzlich entspannte, bekam sie einen sanfteren Gesichtsausdruck und flüsterte: "Oh, mein Gott."

Veränderung der Dynamik

Das war die Art von Reaktion, die ich bisher bei jedem Erwachsenen beobachten konnte, der entdeckte, dass das Problem eines Kindes nicht unlösbar war. Es war so einfach gewesen, diesen Jungen als erblich vorbelastet abzustempeln. Das änderte sich in dem Augenblick, als die Erzieherin seine Geräusch- und Lichtempfindlichkeit bemerkte. Und die hatte er sich nicht ausgesucht.

Von einem Augenblick zum andern änderte sich das Verhalten der Erzieherin gegenüber dem Jungen. Davor war sie grimmig gewesen, jetzt lächelte sie bis in die Augenwinkel. Ihr Tonfall veränderte sich von kurz angebunden zu melodisch, ihre Gesten von hektisch zu langsam und rhythmisch.

Sie schaute das Kind direkt an, nicht mich. Zwischen den beiden war eine Verbindung entstanden, und alles an seiner Körperhaltung, seinem Gesichtsausdruck und seinem Tonfall spiegelte ihre eigenen Veränderungen wider.

Diese Art der Veränderung basiert nicht nur darauf, dass das Kind anders gesehen wird (oder als ein anderes Kind betrachtet wird), sondern auf einer Veränderung der gesamten Dynamik zwischen dem Kind und dem Erwachsenen.

In diesem Fall hatte die Erzieherin ihr Bedürfnis nach Gehorsam - wenn man so will, sogar ihr Ego - hintangestellt und das Kind wirklich zum ersten Mal richtig wahrgenommen. Jetzt konnte sie anfangen, es zu unterrichten. Und was den Jungen anging, so hatte er selbst keine Ahnung von seiner Geräusch- und Lichtempfindlichkeit gehabt oder gar davon, dass sie den Umgang mit ihm erschwerte.

Es war seine Realität, das, was für ihn "normal" war. Jetzt konnte die Erzieherin ihm helfen zu lernen, wann und warum er hyperaktiv und abgelenkt war, und was er tun konnte, um ruhig und aufmerksam zu bleiben.

Vom richtigen Standpunkt aus betrachtet

Kein Elternteil, der dieses Buch liest, war im Leben seines Kindes nicht schon einmal selbst an diesem Punkt. Wahrscheinlich sogar mehrmals! Wir bemühen uns so sehr, unseren Kindern zu helfen, ihnen nicht nur materiellen Komfort zu bieten, sondern ihnen auch die Kompetenzen zu vermitteln, die sie für ein erfolgreiches Leben brauchen.

Und doch gelingt es uns oft nicht, eine Verbindung zu unseren Kindern herzustellen, und dann sind wir verständlicherweise frustriert und wütend. Wir wissen, dass das Verhalten unserer Kinder nicht zielführend oder nicht gut für sie ist, und fragen uns, warum es uns nicht gelingt, ihnen das klarzumachen.

Genau wie die Erzieherin aus meinem Beispiel haben wir die besten Absichten, aber das genügt nicht. Selbstregulierung beginnt damit, das Verhalten eines Kindes und letztlich auch unser eigenes Verhalten in einen neuen Bezugsrahmen zu stellen und die Bedeutung des kindlichen Verhaltens vielleicht zum ersten Mal wirklich zu sehen.

Während meines Studiums bot mir mein Dozent, Peter Hacker, der Kunstliebhaber war, einmal an, mit ihm eine Rembrandt-Ausstellung zu besuchen. Ich traf vor ihm in der Galerie ein und betrachtete zwanzig Minuten lang ein Selbstporträt, bei dem sich mir beim besten Willen nicht erschließen wollte, warum so viel Aufhebens darum gemacht wurde.

Als Peter dazustieß, fragte er mich nach meinem Eindruck, und ich sagte, dass das Bild auf mich einfach nur verschwommen wirke. Peter lächelte und entfernte sich einige Schritte von dem Bild, wobei er konzentriert auf den Boden starrte.

Er zeigte auf einen kleinen Punkt am Boden und forderte mich dann auf, mich dorthin zu stellen und das Gemälde von diesem Punkt aus zu betrachten. Das Ergebnis war erstaunlich: Plötzlich war das Gemälde perfekt fokussiert, und ich verstand und spürte in diesem Augenblick die volle Wirkung von Rembrandts Genialität.

Ich hatte mir so sehr gewünscht zu verstehen, weshalb dieses Gemälde als überragende künstlerische Leistung eingestuft wurde. Ich hatte die Anmerkungen zu seiner Entstehung gelesen.

Ich wusste, wann und wo Rembrandt es gemalt hatte. Und dennoch hätte ich wohl jahrelang täglich das Museum besuchen und das Gemälde betrachten können, ohne je sein Geheimnis zu entdecken. Ich hätte immer am falschen Punkt gestanden.

Selbstregulierung stärkt Ihre Beziehungen

Durch Selbstregulierung lernen Sie, wo Sie stehen müssen, um Ihr Kind richtig sehen und verstehen zu können. Sie lernen, wie Sie das Verhalten Ihres Kindes in den Fokus rücken, auf seine Bedürfnisse eingehen und ihm helfen, sich selbst zu helfen.

Selbstregulierung stärkt Ihre Beziehungen. Dabei geht es nicht darum, Ihr Kind dazu zu bewegen, sich "gut zu benehmen", also Verhaltensweisen abzulegen, die Sie oder andere als störend empfinden oder durch die es sich selbst Probleme schafft.

Bei dem Konzept der Selbstregulierung geht es um erstaunliche Veränderungen in Bezug auf Stimmung, Konzentration, die Fähigkeit, Freundschaften einzugehen, Einfühlungsvermögen und die Entwicklung der Tugenden und Werte, die für das langfristige Wohlergehen Ihres Kindes wichtig sind.

Diese Technik ist das Ergebnis umwälzender wissenschaftlicher Erkenntnisse in Bezug auf die Selbstregulierung. Der Begriff "Selbstregulierung" wird mit sehr vielen unterschiedlichen Bedeutungen verwendet, aber die ursprüngliche psychophysiologische Bedeutung bezieht sich auf die für die Reaktion auf Stress und die anschließende Erholung aufgewendete Energie.

Selbstregulierung umfasst 5 Schritte

Und unter "Stress" versteht man dabei alle Stimuli, die uns dazu bewegen, Energie aufzuwenden, um eine Art von Gleichgewicht zu wahren. Dazu gehören nicht nur die psychosozialen Stressfaktoren, die wir alle kennen, wie berufliche Anforderungen oder die Frage, was andere von uns denken, sondern wie bei dem kleinen Jungen, von dem ich oben berichtet habe, zählen dazu auch Faktoren in der Umgebung, wie akustische oder visuelle Stimulation, unsere Gefühle (positiver oder negativer Art), Muster, mit denen wir schwer umgehen können, die Notwendigkeit, mit dem Stress anderer umzugehen, und für viele Kinder gehören dazu heutzutage auch die Dinge, die sie in ihrer Freizeit tun oder nicht tun.

Wenn die Stressbelastung eines Kindes konstant zu hoch ist, erholt es sich möglicherweise nicht mehr vollständig davon, und seine Anfälligkeit selbst gegenüber geringfügigen Stressfaktoren steigt. Selbstregulierung ist eine fünf Schritte umfassende Methode, die Erwachsenen hilft,

(1) zu erkennen, wann ein Kind zu großem Stress ausgesetzt ist,

(2) die Stressfaktoren zu identifizieren und

(3) zu reduzieren sowie

(4) das Kind dabei zu unterstützen, wahrzunehmen, wann es das für sich selbst tun muss, und

(5) Selbstregulierungsstrategien zu entwickeln.

Zu erkennen, wann ein Kind zu hohem Stress ausgesetzt ist oder was als Stressfaktor zählt, ist nicht einfach, weil Kinder heute mit so vielen versteckten Stressfaktoren umgehen müssen. Oft meinen wir einem Kind nur sagen zu müssen, dass es sich beruhigen soll, obwohl das nie funktioniert.

Selbstregulierung bedeutet, die Ursachen von Impulsen zu erkennen

Es gibt kein einfaches Rezept dafür, was einem Kind hilft, sich selbst zu regulieren. Kinder sind sehr verschieden und ihre Bedürfnisse ändern sich ständig, und zwar so sehr, dass das, was letzte Woche geholfen hat, heute womöglich schon nicht mehr funktioniert. Aber mithilfe der ersten vier Schritte lernen Sie zu experimentieren und herauszufinden, was bei Ihrem Kind funktioniert und was nicht. Und vor allem lernt Ihr Kind es auch.

Seit Platos Zeiten wurde Selbstkontrolle als Ausdruck der Persönlichkeit gepriesen. Diese Annahme beeinflusste unsere Wahrnehmung von Kindern sowie ihre Entwicklung zu seelisch, körperlich und charakterlich stabilen Erwachsenen.

Auch in Bezug auf Erwachsene ging man davon aus, dass man vor allen Dingen Willenskraft brauche, um Versuchungen zu widerstehen und problematische Situationen zu bewältigen. Was die klassischen Philosophen und die nachfolgenden Generationen nicht wussten, ist, dass es um etwas sehr viel Grundlegenderes geht.

Selbstkontrolle bedeutet, Impulse zu unterdrücken; Selbstregulierung hingegen bedeutet, die Ursachen von Impulsen zu erkennen und ihre Intensität zu verringern und, wenn nötig, die Energie aufzubringen, ihnen zu widerstehen.

Stressfaktoren eines bestimmten Kindes erkennen und reduzieren

Dieser Unterschied wird oft nicht genau verstanden, häufig werden die beiden Begriffe sogar gleichgesetzt. Doch Selbstregulierung unterscheidet sich nicht nur grundlegend von Selbstkontrolle, sondern macht Selbstkontrolle überhaupt erst möglich - oder in vielen Fällen überflüssig.

Wenn wir diesen wesentlichen Unterschied nicht verstehen, laufen wir Gefahr, die Faktoren, die zur schlechten Selbstkontrolle eines Kindes beitragen, zu verstärken, statt ihm zu helfen, die grundlegenden Fähigkeiten zu erwerben, um in der Schule und auf seinem weiteren Lebensweg erfolgreich zu sein.

Im Zusammenhang mit Selbstregulierung sind "problematische" Verhaltensweisen wertvolle Hinweise darauf, dass ein Kind zu viel Stress hat. Man denke nur an Kinder, die sehr impulsiv oder unbeherrscht sind, ihre Gefühle nicht unter Kontrolle haben, zu Wutanfällen neigen oder sprunghaft sind, Frustration nicht aushalten können, beim kleinsten Hindernis aufgeben, eine geringe Aufmerksamkeitsspanne haben oder sich leicht ablenken lassen, nicht gut mit Beziehungen umgehen können oder wenig Mitgefühl haben.

Verhaltensweisen, bei denen wir automatisch denken, dass ein Kind "böse" oder "faul" oder "langsam" ist, sind oft ein Zeichen dafür, dass sein Stressniveau viel zu hoch ist und es "kein Benzin mehr im Tank" hat. Selbstregulierung lehrt uns, die Stressfaktoren eines bestimmten Kindes zu erkennen und zu reduzieren. Im nächsten Schritt müssen wir dem Kind helfen, all das allein zu schaffen.

Was dieses "Andere" bei einem Kind sein kann

Selbstregulierung fängt damit an, unsere eigenen Stressfaktoren zu identifizieren und zu reduzieren und bei der Interaktion mit dem Kind ruhig und aufmerksam zu bleiben. Wie die Erzieherin, die sich bei meinem Vortrag zu Wort meldete, müssen wir, wenn wir im Umgang mit einem Kind wütend, besorgt oder mit unserem Latein am Ende sind, lernen, uns zu fragen, worum es eigentlich geht und was wir gerade übersehen.

Manchmal müssen wir uns auch eingestehen, dass wir uns geirrt haben. Das ist nicht einfach. Niemandem fällt das leicht. Ich bin mit jener Erzieherin in Kontakt geblieben. Einmal hat sie mir gesagt, dass sich seit dem Tag meines Besuches in ihrem Kindergarten viel mehr verändert habe als nur ihre Interaktion mit dem kleinen Jungen und den anderen Kindern in ihrer Gruppe. Ihr ganzes Leben, ihr Umgang mit ihrer eigenen Familie, ihren Freunden und vor allem mit sich selbst - all das, so behauptete sie, habe sich in dieser einen Sekunde verändert.

Warum? War sie vorher hartherzig, ausgebrannt oder der Arbeit mit diesem Jungen überdrüssig gewesen? Wollte sie ihn schon aufgeben? Nein, absolut nicht. Tatsächlich war sie eine leidenschaftliche und engagierte Erzieherin. Dennoch war sie zu der Überzeugung gelangt, dass mit diesem Jungen "etwas nicht stimmte".

Eine solche Überzeugung ist immer falsch. Natürlich ist immer etwas im Gange, aber nichts "Falsches". Sondern etwas Anderes. In diesem Buch geht es darum herauszufinden, was dieses Andere bei Ihrem Kind ist.

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Es gibt eine Methode dafür, diese Probleme an der Wurzel zu packen. Sie heißt Selbstregulierung, und in diesem Buch erfahren Sie, wie sie funktioniert, und wie Sie Ihrem Kind helfen können, sie selbst anzuwenden. Es ist nicht nur eine Methode zur Unterstützung von "Problemkindern", sondern eine Methode für alle Kinder. Selbstregulierung ist etwas, das wir alle brauchen. Heute mehr denn je.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch "Das überreizte Kind. Wie Eltern ihr Kind besser verstehen und zu innerer Balance führen. Mit der weltweit bewährten Methode der Selbstregulierung" von Dr. Stuart Shanker. Das Buch erschien beim Verlag Mosaik.

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