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Beim Eigenen Kind - Auf Zu Neuen Ufern - Hast Du Angst?

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Es liegt in der Natur des Menschen immer nach dem Bekannten zu suchen. Es liegt auch in der Natur des Menschen etwas Angst vor dem Unbekannten zu haben.

Dies ist meiner Meinung nach der Grund, warum heute so viele Eltern krampfhaft an einem Erziehungsstil festhalten, der offensichtlich nicht gerade die mentale Gesundheit unterstützt. Ich weiß, das klingt hart. Ist aber wahr.

Sprechen wir mit Lehrern, so hören wir von verhaltensauffälligen Kindern mit Konzentrationsproblemen und aggressiven Ausbrüchen.

Sprechen wir mit Hebammen, so hören wir von einer Generation von Schwangeren, die Antidepressiva genauso normal findet, wie Folsäure Tabletten.

Sprechen wir mit Psychotherapeuten, so hören wir... Halt. Gar nichts. Denn deren Praxen sind so ausgebucht, dass sie keine Zeit haben mit uns zu sprechen.

Dramatik beiseite. Die Statistik zeigt, dass mittlerweile ca. 4 aus 10 Kindern als unsicher angebunden gelten. Und Nein. Dies sind nicht nur Kinder mit "schwierigen" Hintergründen. Es ist an der Zeit, diese Lüge nicht länger zu glauben. Es ist an der Zeit zu erkennen, dass die industrielle und somit gesellschaftliche Entwicklung der letzten 200 Jahre ihre ganz eigenen Herausforderungen für die moderne Kindererziehung darstellt. 4 aus 10 Kindern.

Dieser Virus existiert in der Gesellschaft. In allen Klassen. Er wird oft von Generation zu Generation weitergegeben. Gehorchen. Was schaffen. Was aus sich machen. Die Kinder auf den richtigen Weg bringen. Gut dastehen. Beliebt sein. Was haben....

Oft gibt es das sogenannte Dorf nicht mehr. Keine Mütter, Tanten, Cousinen, Nachbarn, die das Leben mit Kindern teilen. Oft sind Mütter und Väter allein. Selbst erzogen von einer Nachkriegsgeneration, die selbst von traumatisierten Menschen erzogen wurden. Genauso wie die 2 Generationen vor ihnen.

Liebe war da. Trauma auch. Das macht was mit den Menschen. Und ihren Kindern.

Ich erlebe in Gesprächen immer wieder, wie Eltern mit diesem Gift, das ihnen in der Kindheit gegeben wurde ringen.

"Aber irgendwie muss er das doch lernen. Sie muss ja in der Gesellschaft funktionieren können. Er muss lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Das ist eine gute Schule, sie ist viel zu sensibel. So kommt sie nicht weit im Leben." Die Worte der zutiefst verletzten, enttäuschten und verängstigten inneren Kinder dieser Menschen. Die Glaubenssätze, die angenommen werden mussten, um funktionieren zu können. Ich höre Angst.

Wenn du sie nicht schlagen kannst, verbünde dich mit ihnen, richtig?

Genau hier liegt der Fehlglaube. Nein. Verbünde dich nicht mit ihnen. Stell dein Kind nicht in ihre Mitte.

Es geht auch anders.

"Mein Kind darf mich brauchen. Unabhängigkeit entwickelt sich aus Abhängigkeit. Tränen und Wut dürfen hier ausgedrückt werden. Deine Gefühle und Gedanken sind mir wichtig. Erzähle mir davon! Ich sehe dich. Ich werde immer versuchen, dich zu verstehen. Du bist nicht allein." Das klingt besser, oder?

Auf zu neuen Ufern. Hast du Angst? Ist ok, die hatte ich auch. Das liegt in deiner Natur als Mensch.

Du schaffst das.

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