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Familiäre Führungskompetenzen - Das unterschätzte Potential im Unternehmen? Teil 9

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Beileidsschreiben

(hier finden Sie den Teil 8,Teil 7,Teil 6,Teil 5,Teil 4, Teil 3, Teil 2 und Teil 1)

Beileidsschreiben

Die Tochter kommt nach der Schule bestürzt nach Hause. „Mama, stell dir vor. Der Papa von meiner Klassenkameradin Amelie ist gestorben. Ich wollte sie so gerne trösten. Doch ich hab gar keine Worte gefunden." Die Mutter nimmt die Tochter in den Arm. Die Tochter fragt weiter:„Es ist doch ganz wichtig, jemanden zu trösten. Weiß du, was du in solch einer Situation sagen kannst? Was richtig ist?" „Ach, mein Kind. Ich verstehe, dass du traurig bist und mit Amelie fühlst. Und ich verstehe auch, dass du nicht wusstest, was du sagen kannst.
Es gibt wohl keine „richtigen Worte", mit denen wir jemanden, der trauert, trösten können. Doch wir können ihm mit unseren Blicken, unseren Gesten, vielleicht einer Umarmung und unserer Rücksichtnahme auf ihn zeigen, dass wir mit ihm fühlen. Dass wir Verständnis haben. Manchmal können und sollten wir sogar unser Beileid, unser Mitgefühl, unsere Trauer mit einem Brief bekunden. Dann können wir uns Zeit nehmen, um unsere Worte bewusst und mit Bedacht zu wählen und nieder zu schreiben. Das muss, respektive möchte ich als Chefin im Unternehmen auch manchmal, wenn ein Mitarbeiter einen Trauerfall in der Familie oder im engeren Freundeskreis hat. Ich habe mir vor einiger Zeit einmal ein „Merkblatt" abgeheftet, welches ich zur Unterstützung herbei nehme, wenn ich ein solches „Beileidsschreiben" verfasse."

Merkblatt für ein Beileidsschreiben
  1. Zeitnah reagieren: Den trauernden Menschen zeitnah zum Todesfall zeigen, dass sie in ihrer Trauer nicht allein sind.
  2. Mit der Hand schreiben: Die eigene Handschrift zeigt der trauernden Person Wertschätzung und ist persönlich.
  3. Ein hochwertiges Briefpapier verwenden oder eine achtsam ausgewählte Kondolenzkarte.
  4. Sich kurz fassen: Mit bewusst gewählten, aufrichtigen und einfühlsamen Worten sein Mitgefühl bündig ausdrücken.
  5. Floskeln und Plattitüden vermeiden: Mit eigenen Worten versuchen, sein Verständnis für die Situation auszudrücken und Trost zu spenden. Standardformulierungen wirken unpersönlich und nicht authentisch.
  6. Eventuell Unterstützung, Hilfe anbieten: Wenn der Trauernde überfordert ist und konkrete Unterstützung benötigt, kann er diese nach dem expliziten Angebot im Schreiben eventuell gerne annehmen.
  7. Absender zufügen: Vielleicht möchte der Trauernde sich irgendwann für das Schreiben bedanken oder gar die angebotene Unterstützung annehmen. Der Absender erleichtert die konkrete Kontaktaufnahme.

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