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Yoga ist mehr als körperliche Fitness

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Yoga bedeutet die Leichtigkeit des Seins. Bild: Art of Living

Yoga wird immer beliebter und damit auch kommerzialisierter und wettbewerbsorientierter. Dabei steht vor allem die körperliche Fitness im Vordergrund. Doch neben unserem Körper brauchen auch Geist und Seele ihre täglichen Streicheleinheiten. Um sich also mit Yoga rundum gesund und fit zu halten, bedarf es neben der Körperübungen (Asanas) auch der Meditation, Sudarshan Kriya und Atemübungen (Pranayamas). Körperliche Flexibilität allein reicht demnach nicht aus, zumal es bei den Asanas in erster Linie darum geht, den Körper und seine Grenzen zu respektieren. Nicht umsonst lauten die drei inoffiziellen Regeln bei den Yogaübungen:

1. Tue nur das, was Deinem Körper bequem möglich ist.
2. Sei dabei aber nicht faul (d. h. manchmal ist es auch gut, den inneren Schweinehund zu überwinden, und eine bestimmte Position noch ein klein wenig länger zu halten).
3. Lächle! (Das entspannt die Gesichtsmuskeln.)

Dem traditionellen Verständnis von Yoga zufolge, soll der Körper respektiert werden, da er das höhere Bewusstsein beherbergt. Diesen Respekt bringst Du ihm entgegen, indem Du auch seine Grenzen anerkennst. Führe ihn sanft an die Asanas heran und erweitere seine Dehnbarkeit über Geduld und regelmäßige Praxis. Dies funktioniert wunderbar über klassisches Hatha Yoga in Kombination mit Meditation und Pranayamas. Hatha bedeutet, fest entschlossen zu sein, und zwar fest entschlossen, Körper und Geist Gutes zu tun. Sri Sri Yoga beispielsweise, wie es von der Organisation The Art of Living gelehrt wird, verbindet eine sanfte Form der Hatha Yogaasanas mit gezielt eingesetzten Atemübungen und Meditation.

Der Geist ist mächtiger als unser Körper

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Mit einem Lächeln geht alles leichter. Bild: Art of Living

Da der Körper also in erster Linie die Hülle oder das Gefährt für das höhere Bewusstsein darstellt, kommt dem Wohlbefinden des Geistes ein noch größerer Stellenwert zu als dem Körper selbst. Denn der Geist hat einen enormen Einfluss auf unseren Körper. Über unsere Gefühle können wir das sehr gut nachvollziehen: Fühlen wir uns gut, dann ist in aller Regel auch unser Körper gesund. Fühlen wir uns über einen längeren Zeitraum schlecht oder denken permanent negativ, dann lässt die körperliche Reaktion nicht lange auf sich warten.

Sri Sri Ravi Shankar, Friedensbotschafter und Gründer der Organisation The Art of Living, sagt dazu:

Machst Du Dir Deinen Geist zum Freund, kannst Du die ganze Welt für Dich gewinnen.
[und damit auch Deinen Körper]

Die alte indische Technik des Yoga ist in ihrem Ursprung weder auf Wettbewerb aus noch wertet sie. D. h. wir müssen beim Yoga weder auf den Nebenmann oder die Nebenfrau achten, wie weit diese sich verbiegen können, noch sollten wir unsere eigene Yogapraxis werten. Yoga ist eine ganzheitliche Praxis für Körper, Geist und Seele. Wird man all diesen Ebenen unseres Seins gerecht, dann herrscht Harmonie, und wir bleiben gesund. Dem Körper dienen die Asanas, der Geist beruhigt sich über die Atemübungen, Körper, Geist und Seele erfahren tiefen Frieden in der Meditation. Damit auch der Intellekt angesprochen ist, der dazu neigt, alles zu werten, ist praxisorientiertes, spirituelles Wissen wichtig. Wissen, das unmittelbar in den Alltag integriert werden kann, und unseren Verstand beruhigt. Die Yoga Sutras des Patanjali sind hierfür ein gutes Beispiel.

Wesentliche Elemente des Yoga

  • Stärkung körperlicher und geistiger Gesundheit
  • Geistiger Frieden und Ruhe
  • Schärfen der Bewusstheit
  • Entwicklung von Liebe und Mitgefühl für andere
  • Stärkere Verbindung mit dem eigenen Selbst

An der körperlichen und geistigen Gesundheit lässt sich abmessen, welch wertvollen Beitrag Yoga zum allgemeinen Wohlbefinden leistet. Alle anderen Aspekte, wie zum Beispiel das Schärfen der Bewusstheit oder ein intensiveres Gefühl der Liebe für andere, kannst Du nur für Dich selbst bestimmen. Veränderungen kommen bei regelmäßiger Praxis langsam, aber allmählich. Du wirst zum Beobachter Deiner selbst. So nimmst Du nicht nur Deinen inneren Wandel wahr. Dadurch dass Du lernst, Dich immer wieder selbst zu beobachten, schärfst Du auch ganz automatisch Deine Bewusstheit. Ein intensiveres, mitfühlenderes Leben ist das Ergebnis.

Voraussetzung für diese geistige, seelische, aber natürlich auch körperliche Entwicklung ist die regelmäßige, sprich tägliche Praxis. 20 Minuten am Tag sind dabei besser, als zweimal pro Woche eine Stunde, denn: Nur der stete Tropfen höhlt den Stein!

Oder mit Sri Sri Ravi Shankars Worten:

Jede Übung wird zur Praxis, wenn sie über eine gewisse Zeit hinweg kontinuierlich und ohne Unterbrechung, mit Respekt und Würde praktiziert wird. Erst dann wird sie zum festen Bestandteil Deines Lebens.