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Pranayamas für mehr Lebensenergie

Veröffentlicht: Aktualisiert:
YOGA
Art of Living
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Yoga macht glücklich. Bild: Art of Living

Yoga bedeutet, gesund und glücklich zu leben. Im Augenblick zu leben, denn dies ist die einzige Zeit, die als Lebenszeit zählt. Vergangenheit und Zukunft sind nurmehr im Geiste präsent, jedoch nie lebbar. Unser Verhalten ist also paradox, wenn wir bedenken, dass wir glücklich sein und das Leben in vollen Zügen genießen wollen, in der Regel aber nie zu 100 Prozent, d. h. voll und ganz mit Körper, Geist und Seele, im Jetzt sind. Wir denken an die Vergangenheit und ärgern uns, was wir gemacht haben bzw. besser hätten machen können. Wir planen für die Zukunft und haben Sorge, dass die Dinge nicht so laufen könnten, wie wir uns das vorstellen. Ein Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt, denn das Ziel des Lebens, das Glück, gibt es nur im Augenblick. Jenseits von Gedanken und Sorgen.

Wie drückt sich Glück aus? Friedensbotschafter und Gründer von The Art of Living, Sri Sri Ravi Shankar, formuliert es so:

Glück empfindest Du dann, wenn Du nichts willst und einfach nur gibst. Wo die Wünsche aufhören und das Teilen beginnt, genau dort ist das Glück.

Yoga bezieht alle Ebenen der Existenz ein

Wie erreicht man diesen Zustand des Glücks? Mit Yoga. Yoga hält all die Techniken bereit, die bei täglicher Praxis mehr Bewusstheit schaffen und uns damit immer wieder ins Jetzt, die Zeit des glücklichen Augenblicks, holen. Millionen von Menschen weltweit praktizieren diese alte indische Technik bereits. Millionen von Menschen, die auf diese Weise gesünder und stressfreier leben.

Vor diesem Hintergrund haben die Vereinten Nationen den 21. Juni zum Internationalen Tag des Yoga erklärt. Auf der ganzen Welt feiern Organisationen, wie The Art of Living, den Tag in diesem Jahr zum zweiten Mal mit kostenlosen Yogaperformances und Yogastunden.

Yoga beinhaltet neben den Asanas (Yogaübungen), Atemtechniken, Sudarshan Kriya, Meditation und spirituelles Wissen für den Alltag. Yoga ist damit umfassend, denn mit all diesen Praktiken geht es auf den Menschen als ganzheitliches Wesen ein.

Atem ist Leben

Im letzten Blog haben wir uns die Körperübungen näher angesehen. Lasst uns dieses Mal einen Blick auf den Atem richten. Atem ist Leben. Das Leben beginnt mit dem ersten Atemzug, der letzte Akt des Lebens ist das Ausatmen. Der Atem ist eine der Hauptquellen der Energie. Doch die meisten Menschen achten nur wenig auf ihren Atem und nutzen nur ca. 30 Prozent ihrer Lungenkapazität. Eine Prozentzahl, die mit regelmäßigen, gezielten Atemübungen erhöht werden kann. Auf diese Weise leben wir gesünder, denn die Lunge ist das Organ unseres Körpers, über das wir die meisten Giftstoffe ausscheiden.

Im Yoga werden Atemübungen auch Pranayamas genannt. Das Wort kommt aus dem Sanskrit. „Prana" steht für den Atem, für Lebensenergie. „Ayama" steht für Ausdehnung und Zurückziehen. Somit bedeutet Pranayama die Ausdehnung des Atems und seine Beherrschung. Ganz konkret reinigen Atemübungen subtile Energiezentren (Chakras) und feine Energiekanäle (Nadis) im Körper. Der Atem kann wieder frei fließen, versorgt den Körper mit Energie und bringt mehr Enthusiasmus und Lebensfreude.

Wechselatmung für einen ruhigen Geist

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Nadi Shodhan Pranayama oder die Wechselatmung beruhigt den Geist und gibt Lebensenergie. Bild: Art of Living

Eine solche Atemübung, die zu den Klassikern im Yoga gehört, ist die Wechselatmung oder Nadi Shodhan Pranayama. „Nadi" steht, wie oben angemerkt, für die feinen Energiekanäle im Körper. „Shodhana" bedeutet reinigen oder säubern.

Setz Dich für dieses Pranayama aufrecht hin. Das kann der Schneidersitz (Sukhasana) ebenso sein wie der Lotossitz (Padmasana). Lege die linke Hand mit der Handinnenfläche nach oben auf dem linken Bein ab. Daumen und Zeigefinger berühren sich. Diese Fingerhaltung oder Mudra bezeichnet man auch als Gyan Mudra. Das Mudra hat eine beruhigende Wirkung. Schließe Deine Augen. Lege Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand auf die Stelle zwischen Deinen Augenbrauen. Atme tief ein und schließe dann mit dem Daumen der rechten Hand das rechte Nasenloch und atme links aus. Dann atme links ein und schließe mit dem Ringfinger das linke Nasenloch. Atme nun rechts aus. Atme rechts ein und schließe dann wieder das rechte Nasenloch, um links auszuatmen. Atme so im Wechsel acht bis zehn Runden ein und aus. Beende die Atemübung, indem Du links ausatmest.

Nadi Shodhan Pranayama beruhigt und reinigt die Nerven, bringt den Geist ins Jetzt und fördert das Denkvermögen.

Die Atemtechnik eignet sich sehr gut zur Ausführung nach den Yogaübungen. Im Anschluss gleitest Du ganz leicht in die Meditation.

Yoga ist also ein Rundumsorglospaket, das Dir jederzeit zur Verfügung steht. Du musst es nur auspacken. Seine Schätze offenbaren sich Dir wie von selbst. Alles, was Du brauchst, ist täglich ein wenig Zeit, Zeit, die Du mit Yoga ganz Dir selbst und Deinem Wohlbefinden widmest.

Hinweis: Da Pranayamas mit der feinen Lebensenergie arbeiten, ist es ratsam, diese von einem ausgebildeten Yogalehrer zu erlernen.