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Mit Ayurveda besser leben

16/08/2015 12:43 CEST | Aktualisiert 16/08/2016 11:12 CEST
Westend61 via Getty Images

2015-08-15-1439650644-7374012-artoflivingsrisriayurvedaleben1.jpg Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda die „Wissenschaft vom Leben". Ayurveda ist eine über 5.000 Jahre alte, ganzheitliche Gesundheitslehre aus dem alten Indien. Man geht davon aus, dass Ayurveda die älteste noch existierende Heillehre ist, die die Grundlage für alle anderen Gesundheitslehren bildet.

Die Methoden, derer sich das Ayurveda bedient, sind faszinierend und vielfältig zugleich. Es umfasst tiefgehendes Wissen um Heilkräuter, Ernährung, Yoga und einen gesunden Lebensstil. Ja, selbst das Wissen um Operationen gehört dazu. Zunächst wurde dieses Wissen mündlich weitergegeben, bis es irgendwann schriftlich niedergelegt wurde. Im Rahmen einer ganzheitlichen Sicht des Lebens gehören und gehörten Aspekte eines sterblichen Lebens genauso zum Ayurveda wie die Spiritualität und das konkrete Wissen um die Heilwirkungen von Kräutern etc.

Ayurveda macht als kompakt zusammengefasstes Gesundheitssystem einen Teil des Atharvaveda, einer heiligen Textsammlung des Hinduismus, aus. Auch in den Hymnen des Rigveda, dem ältesten Teil der Veden, ist bereits die Rede von den drei Konstitutionen (Doshas oder Lebensenergien), die einen jeden Menschen ausmachen, wobei immer eine bzw. eine Mischung zweier Lebensenergien die Konstitution jedes einzelnen Menschen dominiert. Diese drei Doshas heißen Vata, Pitta und Kapha und sind jeweils den Elementen Luft (Vata), Feuer (Pitta) und Wasser (Kapha) zugeordnet. Die Hymnen des Rigveda liefern Informationen über Organtransplantation, künstliche Gelenke und die Verwendung von Kräutern zur Heilung von geistigen und körperlichen Krankheiten. Im Atharvaveda behandeln knapp 6.000 Hymnen Anatomie, Physiologie und die Durchführung von Operationen.

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Bild: Art of Living / Sri Sri Ayurveda

Im Einklang mit der Natur und saisonalen Veränderungen beachtet das Ayurveda die Einflüsse von Tageszeit, Jahreszeiten, Ernährung und Lebensstil auf die Gesundheit. Nicht zuletzt aufgrund eines immer stressiger werdenden Lebensstils und daraus resultierenden Beschwerden ist Ayurveda auch in Deutschland immer mehr im Kommen. Gerade Sri Sri Ayurveda, das auch in Deutschland traditionelles Ayurveda bietet, lebt den klassischen ganzheitlichen Ansatz von Ayurveda und umfasst neben den alternativen Heilmethoden und Massagen auch Yoga und Atemtechniken, die Stress abbauen und damit Körper und Geist beruhigen. Ganz so, wie Sri Sri Ravi Shankar, spiritueller Lehrer und inspirierende Kraft hinter Sri Sri Ayurveda, sagt:

Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern der dynamische Ausdruck des Lebens.

In den alten vedischen Schriften widmet sich ein ganzer Abschnitt im Besonderen der Heilwirkung von Kräutern, der Ernährung und der Entschleunigung des Alterungsprozesses.

Demnach unterteilt das Ayurveda Kräuter, Nahrungsmittel und Getränke in die folgenden fünf Aspekte:

  • Geschmack

  • die Eigenschaften der Elemente

  • aufwärmende und kühlende Eigenschaften

  • nach-verdauliche Auswirkungen (Geschmack nach der Verdauung)

  • besondere Eigenschaften

Jeder dieser Aspekte hat seine eigenen therapeutischen Effekte:

  • Geschmack: Das Sanskritwort für Geschmack ist Rasa. Es bedeutet Freude oder Essenz, zwei Begriffe, die beide in Zusammenhang stehen mit dem Kanal, der zwischen Mund und Kopf verläuft und dem Hirn die Essenz (als einer Bedeutung von Geschmack) mitteilt. Die Essenz stimuliert Prana (Lebensenergie), das wiederum Agni bzw. das Verdauungsfeuer in Gang bringt.

  • Die Elemente: Aus den fünf Elementen (Wasser, Feuer, Erde, Luft und Raum) entspringen wiederum sechs Geschmacksrichtungen, nämlich: süß, salzig, sauer, scharf, bitter und herb. Jeder Mensch benötigt über seine Ernährung eine gewisse Menge jeder dieser sechs Geschmacksrichtungen. Je nach individueller Konstitution und Jahreszeit, muss man seinen Geschmack anpassen, um das Verhältnis der Doshas ins Gleichgewicht zu bringen. Der Schlüssel heißt hier, auch bei den Geschmacksrichtungen Maß zu halten.

  • Energie (Virya): Diese Form der Energie aktiviert den Geschmack. Nahrungsmittel und Getränke führen entweder zu warmer oder kalter Energie im Körper. Jede Geschmacksrichtung wiederum ist mit einer bestimmten Energie verbunden.

  • Nach-verdauliche Auswirkungen (Vipak): Geschmacksrichtungen können sich mit Beendigung des Verdauungsprozesses verändern. Das liegt an den Verdauungssäften (Agni) im Verdauungstrakt.

  • Besondere Eigenschaften (Vishisht Prabhav): Kräuter wiederum haben noch feinere und spezifischere Eigenschaften.

Empfehlung: Essen Sie bis zu einem Drittel der Menge, die Ihr Magen aufnehmen kann, trinken Sie zu einem weiteren Drittel und überlassen Sie das restliche Drittel einer höheren Macht (Ashtanga Hridayam).

Für jeden Monat des Jahres gibt es im Ayurveda Ernährungsempfehlungen.

Das ayurvedische System misst Essgewohnheiten an den folgenden Parametern:

  • Qualität und Quantität

  • Geisteshaltung

  • Tages- und Jahreszeit, Geografie

  • Alter und Geschlecht

  • Hungergefühl

  • Verschiedene Nahrungsmittelkombinationen

  • Trinkgewohnheiten

  • Gewürze

  • Desserts

  • Ama (Ansammlung physischer und mentaler Gifte, hervorgerufen durch eine schlechte Verdauung)

  • Verschiedenes

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