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Meditation - die Kunst des Nichtstuns

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Stress und Hektik bestimmen unseren Alltag. Meditation hilft loszulassen. Bild: Art of Living

Meditation bedeutet, diesen einen Augenblick, jetzt, zu akzeptieren und jeden Moment ganz und gar in seiner Tiefe zu leben. - Sri Sri Ravi Shankar, spiritueller Lehrer und Friedensbotschafter

In aller Regel jedoch bemerken wir von der Tiefe des Augenblicks nichts. Aktion und Reaktion bestimmen unseren Alltag. Keine Zeit für Entspannung, Tiefe und Gelassenheit, geschweige denn Meditation.

Der Wecker klingelt: Wir springen aus dem Bett. Hektisch richten wir das Frühstück, während wir uns dabei die Zähne putzen und dem Hund das Futter hinstellen. Ganz zu schweigen von den Kindern, die ungeduldig darauf warten, dass wir endlich den Motor anwerfen und sie zur Schule bringen.

Von dort geht es dann weiter ins Büro, wo der Chef schon schnaubend in der Türe steht, weil der letzte Abgabetermin nicht eingehalten wurde. Und so geht es weiter. Den lieben langen Tag, sieben Tage die Woche. Ständig unter Hochdruck, der Motor läuft heiß, Entspannung weit gefehlt.

Permanent sind wir in Aktion oder reagieren auf die Aktionen anderer. Höchstleistung in Beruf und Alltag, Stress, schlechter Schlaf und permanente Anspannung führen oft in eine Sackgasse, deren Ende das Burn-out ist. Nichts geht mehr.

Inneren Frieden finden mit Meditation

Doch Burn-out ist vermeidbar, achtet man sich und seine Grenzen, ohne dabei einschneidend an seinem Alltag etwas ändern zu müssen. Wie das geht? Mit Yoga. Kleine Ursache, große Wirkung. Schon eine halbe Stunde täglich reicht aus, um Körper und Geist ihre wohlverdiente Ruhepause zu geben und die Energie zu tanken, die Du für die Herausforderungen des Tages brauchst. Während Yoga- und Atemübungen Körper und Geist entspannen, bringen Sudarshan Kriya und Meditation Dir tiefen inneren Frieden, Gelassenheit und größere Bewusstheit im Alltag.

Meditation ist die Kunst des Nichtstuns in einer Welt, die nie stillzustehen scheint. Eine Kunst, die sich lohnt zu lernen, denn sie schafft eine Oase des Friedens inmitten des geschäftigen Alltagstreibens. Auch die Gedanken beruhigen sich mithilfe von Meditation.

Am 21. Juni feiert die Welt zum zweiten Mal den Internationalen Tag des Yoga. Ein Tag, an dem Organisationen, wie The Art of Living, rund um den Globus zeigen, was Yoga bedeutet und wie auch die Meditation als Teil dieser alten indischen Technik funktioniert. So gehören unter anderem kostenlose Yogastunden und -vorführungen mit zum Programm.

Meditation hilft loszulassen

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Mit Meditation lernen, einfach nichts zu tun und entspannt Kraft zu tanken. Bild: Art of Living

Was ist Meditation? Zur Meditation gibt es viele Mythen. Dazu gehört unter anderem, dass man sich konzentrieren, stundenlang stillsitzen und ernst dreinblicken muss. Jedoch: Ein paar Minuten Meditation täglich reichen bereits aus, um dem Geist tiefe Entspannung zu verschaffen. Ein Lächeln beim Meditieren entspannt außerdem die Gesichtsmuskeln. Auch der Lotossitz ist nicht erforderlich. Denn auch im Schneidersitz oder auf dem Stuhl sitzend lässt es sich wunderbar meditieren.

Last but not least, ist Meditation das genaue Gegenteil von Konzentration: Meditation ist, wie bereits erwähnt, die Kunst des Nichtstuns. Ein besserer Fokus und gesteigerte Konzentration sind vielmehr das Ergebnis regelmäßigen Meditierens. Denn sind wir entspannt, dann ist unser Geist ruhig und bewusst zugleich. Mit dieser gelassenen Bewusstheit arbeiten wir effektiver und sind dazu in der Lage, mehr Dinge in kürzerer Zeit zu erledigen.

Meditation leicht gemacht

Doch wie funktioniert Meditation eigentlich? Es gibt viele Arten der Meditation. Eine der leichtesten Formen jedoch ist gerade für Anfänger eine geführte Meditation. Bei einer geführten Meditation sitzt Du mit geschlossenen Augen da und folgst den Anweisungen der Stimme auf einer CD, online oder dem Meditationslehrer vor Ort.

Um leichter in die Meditation zu gleiten und auch ohne Anleitung besser meditieren zu können, gibt es die Möglichkeit der Mantra- oder Sahaj Samadhi Meditation. Im Rahmen einer solchen Meditation erhältst Du vom Meditationslehrer ein Mantra, mit dessen Hilfe Du künftig tiefer meditieren kannst. Sahaj bedeutet mühelos, Samadhi steht für einen tiefen Zustand der Meditation.

Wann auch immer Du meditierst, ist es hilfreich, Dir der folgenden drei Dinge bewusst zu sein, denn sie intensivieren Deine Erfahrung bei der Meditation:

1. „Ich will nichts." Um gut meditieren zu können, ist es wichtig, seine Wünsche für diese Zeit „beiseite zu legen", selbst den, eine gute Meditation zu haben. Für die Zeit der Meditation willst Du weder irgendwas wissen noch verfolgst Du irgendwelche Pläne.
2. „Ich tue nichts." Meditation ist die Kunst des Nichtstuns. Lass alle Anspannung von Dir abfallen.
3. „Ich bin nichts." Während Du meditierst, spielt es keine Rolle, wer oder was Du bist. Lass alle Labels, die Du Dir gibst, los.

Wie sehr wir die Stille brauchen, um stets dynamisch und aktiv sein zu können, wird uns erst dann bewusst, wenn wir uns diese Auszeit wirklich nehmen. Denn erst dann sehen wir, was alles in unserem Kopf vorgeht und wie sehr wir ständig unter Druck stehen.

Mit regelmäßiger Meditation wird unser Gedankenkarussell langsamer, wir atmen ruhiger, entspannen Körper und Geist und werden nach und nach zum Beobachter unseres Handelns. Diese Bewusstheit wiederum hilft uns dabei, jenseits der Meditation fokussierter zu sein, bessere Entscheidungen zu treffen und achtsamer mit uns selbst umzugehen.

Nichts zu tun ist eine Kunst, die man lernen kann. Ihr Name ist Meditation, ihr Wert mit nichts aufzuwiegen.

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