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Bewusstes Atmen fördert die Gesundheit

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Bewusstes Atmen beeinflusst unsere Gefühle positiv. Bild: Art of Living

Atmen wir tief ein, dann erhöht sich die Herzfrequenz. Auf diese Weise führen wir dem Körper Energie zu. Atmen wir aus, dann wird die Herzfrequenz niedriger. Wir entspannen. Je länger wir dazu in der Lage sind auszuatmen, umso tiefer fällt also die Entspannung aus.

Kontrolliertes Atmen, wie es mittels spezieller Atemtechniken oder auch beim Yoga erfolgt, wirkt sich nachgewiesenermaßen positiv auf unser Körpersystem aus. Nachdem das Atmen jedoch eine Körperfunktion ist, ohne die wir nicht überleben könnten, sprich wir alle „tun" es, gilt die allgemeine Überzeugung, man könne hier nichts lernen, denn, „was ich kann, darin muss ich ja nicht auch noch Zeit investieren."

Beobachten wir jedoch Neugeborene oder Babys, dann fällt auf, dass diese tief in den Bauch ein- und ausatmen. Brustatmung kennen Babys nicht, denn sie entspricht nicht der natürlichen Form der Atmung. Je mehr wir Stress und Hektik ausgesetzt sind, umso stärker verlagern wir uns auf das Brustatmen, womit sich wiederum auch der Stress auf unser System erhöht.

Bewusstes Atmen für ein gesünderes Leben

Über bewusstes Atmen, sprich gezielt eingesetzte Atemtechniken, lernen wir nicht nur wieder, was es heißt, über den Bauch tief ein- und auszuatmen. Wir befreien unseren Körper von Giftstoffen, denn die Lunge ist das Organ, über die der Körper die meisten Toxine ausstößt. Genauer gesagt, verlassen 90 % der Toxine über den Atem den Körper. Nachdem wir unser Lungenvolumen jedoch nur bis zu 30 % nutzen, ist der Ausstoß entsprechend gering. Regelmäßige Atemübungen lehren uns, unser Lungenvolumen besser zu nutzen und damit unser System effektiver zu reinigen. Des Weiteren beeinflusst der bewusste Einsatz von Atemtechniken unser Immunsystem positiv, Ungleichgewichte im autonom funktionierenden Nervensystem werden ausgeglichen und psychologisch wie auch stressbedingte Beschwerden werden gelindert.

Wie Forscher herausgefunden haben, ist der Atem das Bindeglied zwischen Körper und Geist. D. h. mittels des Atems sind wir dazu in der Lage, unsere Gefühle zu beeinflussen. Denn achten wir genau darauf, wie wir atmen, wenn wir beispielsweise wütend oder traurig sind, dann stellen wir fest, dass wir im ersten Fall kurz und schnell atmen, im zweiten lang und tief. Setzen wir nun bestimmte Atemtechniken ein, dann erkennen wir, dass sich auch unsere Gefühle positiv verändern. Wir werden wieder ruhiger und gelassener. Diese Entdeckung ist revolutionär, sagt Emma Seppälä, wissenschaftliche Direktorin des Zentrums für Mitgefühl- und Altruismusforschung und -bildung der Stanford University in den USA. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund kommt Yoga als alternative Technik rund um Gesundheitsfragen auch in der alternativen Medizin verstärkt zum Einsatz.

Sudarshan Kriya: bewusst atmen, bewusst leben

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Atem ist Leben. Bewusst zu atmen heißt, ein glücklicheres und gesünderes Leben zu führen. Bild: Art of Living

Eine Technik, die unser System nachhaltig von Stress befreit, den Geist beruhigt und zum Beispiel große Erfolge bei Angstzuständen und Depressionen erzielt, ist die Sudarshan Kriya. Die Sudarshan Kriya ist eine meditative Atemtechnik, die von der Organisation The Art of Living gelehrt wird und auf den Begründer der Organisation, den Friedensbotschafter und spirituellen Lehrer Sri Sri Ravi Shankar zurückgeht. Dieser sagt:

Für jeden Rhythmus im Geist gibt es einen entsprechenden Atemrhythmus. Der Atem bringt Dich in die Gegenwart.

Statt uns also von unseren Gefühlen überwältigen zu lassen, werden wir zum Herr unserer Emotionen, indem wir uns täglich einige Minuten unserem Atem widmen.

Die Atemtechnik der Sudarshan Kriya harmonisiert unser ganzes System, indem sie es vom täglich anfallenden Stress befreit. Studien belegen, dass mittels dieser Technik das Wohlfühlhormon Prolaktin verstärkt ausgeschüttet wird, was wiederum zu einem gesteigerten Wohlbefinden beiträgt.

Bewusstes Atmen: Immer mehr Menschen „tun" es

Die Sudarshan Kriya hat ihre Wurzeln im traditionellen Yoga und nutzt rhythmische Atemmuster von langsam und beruhigend bis schnell und stimulierend.

Mittlerweile ist es nicht mehr so befremdlich, sich auf den Atem zu konzentrieren. Denn der Atem ist ein essentielles Werkzeug und in der Tat der schnellste und einfachste Weg, unsere Gesundheit zu verbessern, sagt Rajshree Patel, eine langjährige Art of Living Lehrerin, die die Sudarshan Kriya seit mittlerweile 30 Jahren lehrt. Und sie führt fort: Atmen ist das Bindeglied zwischen Yoga und Meditation. Yoga stärkt den Körper, Meditation den Geist. Vor 20 Jahren hatte man von Yoga die Vorstellung von jemandem, der auf einem Nagelbett schläft. Und noch vor fünf Jahren war Meditation etwas, das den Menschen obskur erschien.

Dass dem heute nicht mehr so ist, zeigt allein schon die zunehmende Zahl berühmter Persönlichkeiten, die auch öffentlich bekannt geben, dass Yoga als ganzheitliche Technik, die Meditation und Atemübungen mit einschließt, ihr Leben bereichert. Angefangen von Musikgrößen, wie Madonna und Jennifer López, bis hin zu engagierten Businessfrauen, wie Arianna Huffington: Alle schwören sie auf Meditation und Yoga, die fester Bestandteil ihres Alltags sind. Ihr Erfolg gibt ihnen recht.

Atem ist Leben

Der Atem bestimmt unser Leben: Wir kommen auf die Welt und atmen ein. Der erste Akt unseres Lebens. Wir atmen aus, das ist der letzte Akt unseres Lebens. Zwischendrin atmen wir und nehmen die Körperfunktion in aller Regel für selbstverständlich hin. Dabei ist der Atem die einzige autonome Körperfunktion, auf die wir einen direkten Einfluss haben, sagt Emma Seppälä.

Nutzen wir die Chance, unsere Lebensqualität nachhaltig zu verbessern, indem wir dem Atem ganz bewusst eine größere Priorität in unserem Leben einräumen. Sudarshan Kriya und Co. helfen dabei.