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Warum ich seit ich Mama bin Restaurantbesuche hasse

06/02/2016 15:53 CET | Aktualisiert 06/02/2017 11:12 CET
Bravo via Getty Images

Früher war es anders. Entspannt. Ich genoss es, wenn wir mal im Restaurant essen waren. Heute bekomme ich alleine bei dem Gedanken daran schon Schweißausbrüche - das Warum erzähle ich euch heute in Form eines sarkastisch ironischen Einblicks ins Mamaglück.

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Seitdem ich Mama bin, hasse ich es im Restaurant zu essen. Alleine der Gedanke daran treibt mir schon Schweißperlen auf die Stirn.

Im Normalfall läuft es nämlich in etwa so ab:

Wir werden zum Essen eingeladen, zum Beispiel weil die Oma Geburtstag hat. Die Jungs packen sich zu Hause je einen Rucksack voller Spielsachen. Okay alles soweit so gut.

Beim Anziehen fängt dann der Kampf bereits an. Der Mittlere ist bockig, weil er ein Hemd anziehen sollte, der Große trödelt wieder mal und ist immer noch in Unterwäsche. Der Kleine weint und reibt sich vor Müdigkeit die Augen. Eigentlich wäre jetzt Zeit für den Mittagsschlaf. Nun ja, der muss wohl leider ausfallen. Sorry mein Kind.

Wenn dann endlich alle Kinder angezogen sind, versuche ich mich anzuziehen und meine Haare noch schnell irgendwie "ausgehfertig" zu machen. Dabei entdecke ich, dass sich wohl der Kleine seine Schnupfennase in meinem Shirt geputzt hat. Na toll. Also ab zum Kleiderschrank ein neues Oberteil suchen - dabei müssten wir schon längst auf dem Weg sein.

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Wenn wir dann endlich alle vollständig (und sauber) angezogen im Auto sitzen, hab ich schon gar keine Lust mehr. Aber man kann ja die Oma nicht versetzen.

Der Kleine schläft natürlich im Auto ein. Der Mittlere findet (woher auch immer) Schokolade und verschmiert sich diese natürlich auf's Hemd. Der Große jammert, denn er hat keine Schokolade bekommen.

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Nach 20 Minuten Fahrt sind wir endlich beim Restaurant angekommen. Ich muss den Kleinen wecken. Normalerweise schläft er mittags gut zwei Stunden. 20 Minuten reichen daher natürlich nicht aus. Und er findet es natürlich mega blöd, dass ich ihn aufgeweckt habe und teilt dies auch jedem in den nächsten 30 Minuten mit. Lautstark selbstverständlich.

Kaum angekommen bin ich schon genervt. Der Mittlere fragt in Zehn-Sekundenabständen, wann denn nun endlich das Essen kommen würde. Der Große leert sein Glas um. Die Kellnerin schnauft genervt. "Sorry".

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Wenn das Essen endlich da ist, werden drei Bissen gegessen und danach sind die Kinder satt. Zum Glück hatte ich mir nichts bestellt - wer würde jetzt sonst die Pommes vom "Schneewitchen" Teller essen. Na?

Natürlich ist es den Jungs jetzt langweilig. Ist ja auch doof, wenn noch alle Essen und man selbst schon lange fertig ist.

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Nun werden also die zu Hause eingepackten Spielsachen ausgepackt. Autos, Stifte und Playmobil.

Die Autos landen gleich mal unter dem Nachbartisch. Die Leute dort sind natürlich total begeistert und total freundlich. "haha"

Der Kleine malt mal eben die Tischdecke an. So ganz in weiß ist die doch nicht schön - ein kleiner Künstler eben.

Playmobilmännchen klettern über Salz- und Pfefferstreuer und packen alle Zahnstocher aus - ja die können das.

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Auf meine Bitte an die Jungs, doch etwas leiser zu sein und sich brav zu benehmen, man sei schließlich im Restaurant, begegnen die drei mir mit dem Gegenteil. Ermahnen und Bitten es hilft alles nichts.

Spätestens als die beiden Großen sich streiten - wer denn nun das einzige rote Auto eingepackt hat und somit das alleinige Recht besitzt für die nächsten 150 Jahre damit zu spielen - liegen meine Nerven blank.

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Nun muss auch noch der Kleine gewickelt werden. Toll. Leider hat dieses Restaurant keinen Wickeltisch. Also gehe ich raus und wickle den Kleinen im Auto. Als ich zurück komme, weint der Mittlere und der Große lacht ihn aus.

Yeah, total entspannt bitte ich also, die schon genervte Kellnerin darum, mir die Rechnung zu bringen.

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Ich darf für dieses tolle entspannende Essen in ruhiger Atmosphäre nun auch noch cira 50€ hinblättern. Oh wie toll. Die beiden Großen maulen, warum denn die Frau Geld bekommt und sie selber aber nicht.

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Als dann endlich wieder alle Kinder im Auto sitzen und meinen: Endlich fahren wir wieder nach Hause, denke ich:

Ja - endlich.

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