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Spontanität kann man lernen

14/11/2015 17:00 CET | Aktualisiert 14/11/2016 11:12 CET
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Es gibt Menschen, die in absolut jeder Situation einen flotten Spruch auf Lager haben. Beneidenswert, oder? Zumindest für all jene, die eher dazu neigen, in unerwarteten Situationen unsicher zu werden. Wie ist das denn bei Ihnen? Kennen Sie das Gefühl, wenn Ihnen erst Stunden später die passende Antwort auf eine unglaubliche Dreistigkeit oder eine Provokation einfällt? Die gute Nachricht: Sie können davon profitieren.

Lassen Sie mich mit einer Geschichte über Hans-Dietrich Genscher, den ehemaligen Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik, erklären, was ich meine. Man erzählt sich, dass Genscher eines Tages einen Termin an der Universität zu Köln hatte, um einen Vortrag zu halten. Genscher bereitete sich gerade vor, als ein junger Mann auf ihn zukam und nur ein einziges Wort sagte: „Arschloch." Und was tat der gewiefte Außenminister? Er entgegnete: „Oh, das ist aber niedlich. Mein Name ist Genscher."

Klingt ziemlich schlagfertig, oder? Ich bin allerdings davon überzeugt, dass Genscher sich auf diese Situation vorbereitet hatte. Es war sicher nicht die erste Beleidigung, die er in seinem Leben zu hören bekam, und wahrscheinlich ist ihm beim ersten Mal auch schlicht die Spucke weggeblieben. Aber irgendwann muss es den Moment gegeben haben, in dem Genscher sich eine passende Antwort überlegte, die er von da an immer wieder aufsagen konnte.

Spontanität kommt durch Übung

Warum sollten Sie es nicht genauso machen? Sicher gibt es auch in Ihrem Leben Situationen, die Ihnen immer wieder aufs Neue Kopfzerbrechen bereiten. Überlegen Sie sich doch einfach mal in einer stillen Minute, wie Sie künftig darauf reagieren wollen. Mit ein bisschen Übung werden Ihre Antworten dann so überzeugend klingen, dass Ihr Gesprächspartner gar nicht anders kann als sich zu denken: Mensch, ist der spontan. (Dass Sie dafür trainieren mussten, muss er ja nicht wissen...).

Apropos trainieren: Es gibt einige gute Übungen, die Sie dabei unterstützen können, spontaner zu werden. Ralf Schmitt, Spontaneitäts-Trainer, Autor und Impro-Schauspieler, empfiehlt unter anderem das Assoziieren. Wenn Sie zum Beispiel das nächste Mal auf der Autobahn unterwegs sind und einen Lastwagen mit der Aufschrift „Lebensmittel" sehen, können Sie gleich loslegen.

Was fällt Ihnen zu Lebensmitteln ein? Nehmen wir an, Ihr erster Gedanke ist „Fisch", dann denken Sie vielleicht als nächstes an „Meer." Und von dort geht es weiter mit „Urlaub". Und der nächste Gedanke ist dann möglicherweise „Kokosnuss".... Sie sehen schon, worauf ich hinaus will.

Zwei Voraussetzungen für Spontanität

Prinzipiell gibt übrigens zwei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um spontan sein zu können: Erstens sollten Sie in der Lage sein, sich grundsätzlich auf Neues einzulassen, und zweitens ist es wichtig, dass Sie mit Ihrer Umgebung connected sind. Sie müssen Ihren Gesprächspartner ja nicht unbedingt mögen, aber Sie sollten dennoch wahrnehmen, was er tut und was sonst noch um Sie herum passiert.

Versuchen Sie also das nächste Mal, wenn etwas Unerwartetes geschieht, nicht gleich Ihrem Fluchtreflex zu folgen, sondern lassen Sie sich darauf ein. Das gilt übrigens auch dann, wenn der Kunde etwas zu bemängeln hat. Sie werden sehen: Wenn Sie die Situation annehmen, anstatt sie zu verwünschen, können Sie viel gewinnen.

Und sollten Sie Angst vor dem Scheitern haben, schieben Sie Ihre Sorgen bitte zur Seite. Aus jedem Missgeschick kann man lernen - nicht umsonst sind Post-Its und Viagra schließlich aus Fehlversuchen entstanden. Je unbeschwerter Sie sind, desto leichter wird es Ihnen auch fallen, durch Spontaneität zu beeindrucken.

Arbeiten Sie an Ihrer Spontaneität, verbessern Sie Ihren Verkaufserfolg!

Haben Sie selbst noch Tipps, wie der Kloß im Hals verschwindet und die Schlagfertigkeit gewinnt? Dann hinterlassen Sie mir doch bitte einen Kommentar.

US-Managerin teilt ihr Erfolgsgeheimnis - es besteht aus nur zwei Worten!

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