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Bringen Sie Ihr Gedächtnis in Hochform

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Kennen Sie das Gefühl, von einem entfernten Bekannten oder einem ehemaligen Kunden angesprochen zu werden, dessen Namen Ihnen entfallen ist? Dann wissen Sie, wie unangenehm solche Situationen sein können. Sind Sie hingegen in der Lage, sich auch nach langer Zeit noch an seinen Geburtstag oder an sein Lieblingshobby zu erinnern, können Sie mächtig Eindruck schinden. In diesem Beitrag erfahren Sie deshalb, mit welchen Techniken Sie Ihr Gedächtnis in Hochform bringen und wichtige Informationen zuverlässig abrufen können.

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Sicher abgespeichert: Schaffen Sie sich mentale Briefkästen

Ein Termin jagt den anderen, und ein Kunde folgt auf den nächsten. Wie sollen sich Verkäufer unter diesen Umständen alle Informationen, die auf sie einprasseln, merken können? Geht das überhaupt, ohne ständig mitzuschreiben?
Ja, das geht - vorausgesetzt, Sie haben die richtigen Techniken parat.
Eine dieser Techniken ist die Körperliste, mit der Sie nicht nur wichtige Hintergrundinformationen in Ihrem Gedächtnis abspeichern können, sondern auch Argumente und Fakten, die Ihnen dabei helfen, potenzielle Geschäftspartner für Ihr Produkt zu begeistern. Wie alle anderen Merktechniken basiert die Körperliste auf der Annahme, dass sich Dinge dann am besten finden lassen, wenn man weiß, wo sie abgelegt sind. Sie dürfen sich dieses Prinzip vorstellen wie den Besuch Ihres Postboten. Wo suchen Sie nach Ihrer Post, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen? Ganz klar, im Briefkasten. Aber was wäre, wenn sich Ihr Postbote den Spaß machen würde, Ihre Briefe wie bei der Ostereiersuche jedes Mal an einem anderen Ort abzulegen? Sie würden lange für die Suche brauchen und sich vermutlich ziemlich schnell beschweren.
Mit den Informationen in Ihrem Kopf ist es genauso. Wenn Sie wissen, wo Sie die benötigten Fakten abgelegt haben, können Sie schnell darauf zugreifen. Schaffen Sie sich deshalb mentale "Briefkästen", die Ordnung in die Informationsflut bringen, um nichts mehr zu vergessen.

Mit der Körperliste zu einem guten Gedächtnis

Mit der sogenannten Körperliste können Sie Ihre Körperteile als "Briefkästen" verwenden. Teilen Sie Ihren Körper zunächst von unten nach oben in zehn Bereiche ein: Zehen, Knie, Oberschenkel, Gesäß, Taille, Hüfte, Brust, Schulter, Hals, Gesicht und Haare.
Diese Reihenfolge sollten Sie auswendig lernen, um die gewünschten Informationen im nächsten Schritt gedanklich mit den genannten Körperteilen verknüpfen zu können.

Möchten Sie beispielsweise einen Kunden mit einer aus zehn Punkten bestehenden Argumentationskette für Ihr Produkt begeistern, können Sie wie folgt vorgehen: Angenommen, das erste Stichwort lautet „ABC-Analyse", dürfen Sie sich vorstellen, wie Sie sich unter Schmerzen mit einem rostigen Messer das ABC in Ihre Zehen einritzen. Das würden Sie nie tun? Perfekt. Je ungewöhnlicher das Bild, desto besser. Ist Ihr zweiter Begriff die „Wegeoptimierung", nehmen Sie sich als nächstes die Knie vor: Stellen Sie sich vor, wie Sie mit einer Brechstange Ihre Kniescheibe aufhebeln und entdecken, dass die Blutbahnen im Inneren Ihres Körpers wie perfekt geplante Wege aussehen. Sie finden das Beispiel abstoßend? Das ist gut, denn je emotionaler ein Bild behaftet ist, desto besser prägt es sich ein. Natürlich können Sie Ihre eigenen Bilder aber auch deutlich weniger blutrünstig wählen. Hier ein harmloseres Beispiel: Wenn Sie als dritten Begriff das Wort „Ertrag" gewählt haben, können Sie sich vorstellen, wie Ihr Kunde auf Ihrem Oberschenkel sitzt und Sie die Last mühevoll ertragen müssen. Nach und nach lassen sich auf diese Weise alle Stichworte mit einem Körperteil verknüpfen und dadurch einprägen. Haben Sie das Prinzip verstanden? Dann probieren Sie es jetzt doch einfach mal mit Ihren eigenen Bildern und Begriffen aus.

Noch einmal: Die gewählten Beispiele sind nichts für Zartbesaitete, doch genau darin liegt ihre Kraft. Je größer die Emotion, die ein Bild auslöst, desto länger bleibt es auch im Gedächtnis haften. Es wird im wahrsten Sinne des Wortes merk-würdig. Suchen Sie sich möglichst kreative Bilder und nutzen Sie alle Sinne, um sie sich vorzustellen. Spüren Sie die Angst, die Sie überkommt, wenn Sie sich die Brechstange an Ihr Knie halten? Können Sie sich vorstellen, was Sie fühlen, wenn Sie zum ersten Mal Ihre Blutgefäße sehen? Falls Sie jetzt nicken, wissen Sie sicher auch noch, an was Sie dieses Beispiel erinnern soll.

Räume als Gedankenstütze

Die Körperliste eignet sich gut für eine begrenzte Anzahl von Stichwörtern. Doch was passiert, wenn Sie sich noch mehr Daten, Fakten oder Argumente merken möchten oder wenn Sie verschiedene Listen für verschiedene Kundengespräche benötigen? In Situationen wie diesen können Sie statt mit Körperteilen mit Räumen für einen verlässlichen Überblick sorgen. Haben Sie an einem Tag drei Kundentermine mit unterschiedlichen Schwerpunkten, können Sie beispielsweise Ihr Haus in Gedanken durchgehen und jedem Kunden einen Raum zuteilen. Im Anschluss verfahren Sie ähnlich wie mit der Körperliste: Sie suchen sich markante Punkte aus und besetzen sie mit Schlüsselbegriffen.

Natürlich können Sie auch Ihre Joggingstrecke oder den täglichen Weg zur Arbeit als „Raum" verwenden. Wichtig ist nur, dass Sie die gewählte Strecke oder das gewählte Zimmer ohne nachzudenken in Gedanken abgehen können.
Haben Sie spontan eine Argumentationskette oder einen Gesprächsleitfaden parat, den Sie sich merken möchten? Dann überlegen Sie sich am besten jetzt gleich kreative Bilder, um die gewählten Wegpunkte mit Ihren Inhalten zu verknüpfen. Dass sich die Mühe lohnt, zeigt die Geschichte: Schon der brillante Redner Cicero soll sich sich vor seinen Reden markante Punkte im Plenarsaal gesucht und diese dann mit Schlüsselbegriffen besetzt haben.

Wenn's mal schnell gehen muss - So bleiben Informationen kurzfristig im Gedächtnis

Abschließend noch ein Tipp für all jene Situationen, in denen Sie spontan mit Informationen konfrontiert werden, die Sie sich unauffällig einprägen möchten. Nehmen wir an, Sie haben einen souveränen Auftritt hingelegt und Ihr Gesprächspartner ist so begeistert, dass er in Plauderlaune gerät. Er erzählt Ihnen von seinen Kindern, seinen Plänen für die Rente und seinem Lieblingshobby, und Sie wissen, dass diese Informationen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nützlich werden könnten. Was passiert als Nächstes? Sicher möchten Sie nicht extra einen Zettel herausziehen, um mitzuschreiben. Nutzen Sie deshalb besser eine "leere" Raumliste, um derartiges Hintergrundwissen zuverlässig abzuspeichern.

Können Sie sich vorstellen, wie Sie den gewählten Raum betreten und dann von links nach rechts verschiedene Gegenstände wie den Lichtschalter (1), das Regal (2) und den Stehtisch (3) sehen? Perfekt, denn sobald Sie sich diese Gegenstände eingeprägt haben, haben Sie alles, was Sie für den nächsten Schritt benötigen.

Angenommen, Ihr Gesprächspartner erzählt Ihnen begeistert von seinem anstehenden Segelturn, legen Sie in Gedanken das Bild einer Segelyacht auf dem Lichtschalter ab. Erzählt er Ihnen danach noch, dass sein Sohn in London studiert, verknüpfen Sie das Regal (2) mit dem Bild eines kleinen Jungen, der in eine britische Fahne eingehüllt ist. Auf diese Weise können Sie sich unauffällig eine lange Reihe von Stichpunkten merken, die Sie dann später aufschreiben und zu Ihren Kundeninformationen legen können. Im Gegensatz zur gezielten Vorbereitung auf Präsentationen oder Reden benötigen Sie in diesem Fall keine besonders emotional besetzten Bilder, denn Ihr Kurzzeitgedächtnis ist auch mit einfachen "Schappschüssen" zufrieden. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie sich wichtige Informationen sicher merken können? Dann empfehle ich Ihnen meinen aktuellen Sales-up-Call mit Markus Hofmann. Eine Stunde lang hat mir der erfolgreiche Gedächtnis-Experte, Speaker und Autor seine besten Tricks verraten, mit denen Sie bei Ihren Kunden Eindruck machen können.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Thema? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar!

  • ... wie Sie sich Namen sicher einprägen können.
  • ... mit welchen Techniken Sie Ihre wichtigsten Argumente jederzeit parat haben.
  • ... weshalb stures Auswendiglernen Sie nicht weiterbringt .
  • ... warum Kreativität für Ihre Gedächtnisleistung so wichtig ist.
  • ... wie Sie mit Ihrem Erinnerungsvermögen Eindruck hinterlassen.