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Frei und trotzdem sicher: Bastian Unterberg zur Arbeit der Zukunft im Organisationsrebellen Talk #3

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STARTUP
Xavier Arnau via Getty Images
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Im Organisationsrebellen-Talk #3 habe ich mich mit Bastian Unterberg unterhalten. Nicht nur wegen mancher ├äu├čerlichkeiten k├Ânnte man einen Rebellen vermuten. Bastian Unterberg war bereits in seinem Informatikstudium so rebellisch, dass er sich nach der Uni gegen den vorgezeichneten Karriereweg entschied und lieber sein eigenes Unternehmen gr├╝ndete.

Denn er wollte seine eigene Idee realisieren: Die Open Innovation Plattform jovoto.com, die ein menschen- und werteorientiertes Konzept der Arbeit umsetzen will. Wie wichtig es ist, die Vorstellungen von Unternehmen mit denen externer Experten abzustimmen, habe ich selbst in einigen Projekten mit jovoto erlebt. Deshalb war ich besonders gespannt darauf, mich mit Bastian auszutauschen.

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Bild: Screenshot von jovoto.com

Ein alternatives Karrieremodell

Designer, Freelancer, Kreative aller Art: Sie arbeiten meistens projektbezogen und haben gro├če Freiheiten. Oft verzichten sie daf├╝r aber auf Sicherheiten. Folgeprojekte bleiben aus, Altersvorsorge auf der Strecke.

Mit der Plattform jovoto.com will Bastian Unterberg dieser Berufsgruppe ein alternatives Karrieremodell anbieten. Anders als bei Plattformen, die das Talent als Ware verkaufen und auf Angebot und Nachfrage basieren, will jovoto als eine Art Talent Assessment Center fungieren. Es bietet Raum zu Experimenten und um sich und seine F├Ąhigkeiten auszuprobieren. Nur weil mal ein Projekt nicht so l├Ąuft, wie geplant, f├Ąllt man nicht als Dienstleister aus der Plattform heraus.

Umgekehrt bekommen die Besten Zugang zu gr├Â├čeren Projekten, zu gr├Â├čeren Unternehmen, erlangen h├Âhere Tagess├Ątze und garantierte Bezahlung. Ohne die Fesseln der Festanstellung k├Ânnen Kreative so trotzdem ein gewisses Ma├č an Sicherheit erreichen.

Kreative brauchen eine Lobby

Wie einige Gewerkschaften, die sich dazu mobilisieren, sieht Bastian Unterberg ebenfalls das Problem, dass Kreative oft ausgebeutet werden. Bei finanziellen Engp├Ąssen k├Ânnen sie es sich oft nicht leisten, Auftr├Ąge auszuschlagen. Das dr├╝ckt nat├╝rlich den Preis. ÔÇ×Kreativen fehlt eine Lobby in der Politik", meint Bastian. Zwar sieht er die Gewerkschaften nicht als die richtigen Vertreter, denn Sie argumentieren tradiert in einem industriellen Modell der abh├Ąngig Besch├Ąftigten, die 40 Jahre Vollzeit arbeiten. Genau das wollen aber viele Freelancer nicht. Sie wollen selbstbestimmt arbeiten, sich ihre Projekte aussuchen und Gestaltungsfreir├Ąume genie├čen. Dennoch ist es wichtig, dass die Diskussion ├Âffentlich gef├╝hrt wird, um eine Lobby aufzubauen.

Quelle: Stephan Grabmeier / YouTube

Gemeinsames Wertesystem

Dass die Vorstellungen von gro├čen Unternehmen oft nicht mit denen von Kreativen zusammenpassen habe ich selbst u.a. bei der Telekom erlebt: Auf einen Open Innovation Wettbewerb f├╝r eine Recruiting App hatten wir sehr gute Resonanz ├╝ber die jobtot Community erhalten und aus 82 Konzeptideen auch einen klaren Favoriten ausgemacht. Wir haben ihn eingeladen, seine Idee bei der Telekom umzusetzen. Er wollte zwar gern das Projekt umsetzen und die gew├╝nschten T├Ątigkeiten erledigen, sonst aber nicht mit einem Konzern zusammenarbeiten. Knackpunkt war die Kultur: Die festen Strukturen bei der Telekom AG passten einfach nicht zur Arbeitsweise mit vielen Freiheiten, wie sie sich ein Freelancer w├╝nschte. Klingt aus der Sicht des Kreativen v├Âllig normal, ist aber f├╝r die oft arrogante Haltung von Konzernvertretern ein Hieb gegen klassisch gedachte "Karriere"denke.

Bastian Unterberg: Arbeit wie sie uns gef├Ąllt

An diesem Punkt setzt Bastian Unterberg an: ÔÇ×Wir organisieren Arbeit so, wie es uns gef├Ąllt", sagt er. Das bedeutet: Nicht der Markt gibt den Ton an, sondern die Bed├╝rfnisse der Menschen. Gemeinsam gelebte Werte, eine New-Work-orientierte Kultur bilden den Grundstein f├╝r die Zusammenarbeit ├╝ber jovoto. Die sollte auf Fairness basieren, f├╝r beide Seiten: Dienstleister und Unternehmen.

Als externer Rebell r├Ąt er den Organisationen, sich auf die individuellen Bed├╝rfnisse von Mitarbeitern einzulassen, sich in Netzwerken zu organisieren, Freiheit und Sicherheit zugleich zu bieten. Wer das f├╝r die Quadratur des Kreises h├Ąlt, dem sei in Bastian Unterbergs Worten gesagt: ÔÇ×Organisationsrebell zu sein ist vern├╝nftig. Wenn man heutzutage sieht, wie schnell sich die Dinge ver├Ąndern und mit welcher Komplexit├Ąt und Geschwindigkeit das Ganze passiert und wenn man selbst in einer gro├čen Organisation steckt und diese nicht infrage stellt, nicht rebelliert, dann ist man sehr unvern├╝nftig."

Besser h├Ątte ich es nicht sagen k├Ânnen. Danke Bastian f├╝r den tollen Talk.

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