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Bei New Work muss der Mensch im Mittelpunkt stehen

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simonkr via Getty Images
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Seit den späten 90ern beschäftige ich mich mit dem Thema New Work und bin damit schon einer der alten Hasen. Dem New Worker habe ich zu dem Thema Ende Mai ein ausführliches Interview mit dem Titel New Work ist keine Sozialromantik gegeben. Dort erkläre ich, was New Work ausmacht und warum es viel mehr als Sozialromantik ist.

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Nicht nur Employer Branding

Mittlerweile ist New Work zum Trendbegriff geworden, den sich Unternehmen gerne auf die Fahnen schreiben. Aber New Work ist mehr als ein schickes Label für's Employer Branding. Damit der Begriff nicht zur Leerformel verkommt, müssen Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, der von technischer Infrastruktur über Personalführung, Arbeitsmethoden und Organisationsdesign das ganze Unternehmen umkrempelt.

New Work verfolgt einen integrierten Ansatz

Tradierte Unternehmen und Berater werfen heute mit dem Begriff New Work um sich, um für junge Talente und Kunden attraktiver zu werden. Oft ist nicht mehr als eine Marketingkampagne für's Employer Branding dahinter. Viele möchten hip und trendy sein, sind aber nicht bereit, das große Ganze anzugehen. Mit New Work hat das nicht viel zu tun. Denn wer den Ansatz ernsthaft verfolgt, der weiß, dass sich die „Neue Arbeit" nur etablieren lässt, wenn man das Unternehmen von Grund auf umkrempelt. Das beinhaltet
  • Arbeitsplatzinfrastruktur: Raumgestaltung, Zonen nach Arbeitstypologien, Zeitsouveränität, technologische Ausstattung
  • Arbeitsmethoden: agiles Management, generationsübergreifendes Miteinander
  • Organisationsdesign
  • Führung

All diese Aspekte müssen Unternehmenslenker integriert betrachten und angehen. Wenn man nur an einzelnen Schräubchen dreht, dann wird der Erfolg ausbleiben.

Die große Herausforderung

Zahlreiche junge Startups implementieren New Work schon von Anfang an. Die viel größere Herausforderung sind Traditionsunternehmen, die schon Jahrzehnte am Markt etabliert sind und Millionen- oder gar Milliardenumsätze einfahren. Ich war als Berater an erfolgreichen Transformationsprojekten bei Axel Springer und Klöckner Stahlbau, einem Traditionsunternehmen mit sechs Milliarden Euro Jahresumsatz beteiligt. Auch bei der Haufe Gruppe sind wir schon ein gutes Stück Weg gegangen, um New Work zu implementieren. Fertig sind wir aber noch lange nicht - das ist man in so einem Prozess niemals.

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Was wir in diesem Prozess als Unternehmen und als Mitarbeiter gelernt haben, das kann man sich nicht in einem Seminar oder Workshop aneignen. Es hilft nur eins: Raus gehen in die Wirklichkeit, sich gute Beispiele anschauen, mit den Leuten reden, Erfahrungen austauschen (z.B. auf HR Safari oder bei einer Learning Journey).

Mehr zum Thema: Nebelbegriff "New Work": Das bedeutet das neue Arbeiten wirklich

Am wichtigsten aber ist, die Erfahrungen selbst zu machen, auszuprobieren, Fehler zu machen, zu korrigieren. Nur so kann ein echter Entwicklungsprozess stattfinden, der aus einem traditionellen Unternehmen ein New Work Unternehmen mit besserer Performance am Markt und besserer Performance der Mitarbeiter macht.

Lesen Sie das ganze Interview im New Worker unter New Work ist keine Sozialromantik

Dieser Beitrag ist Teil der Themenreihe "New Work". Alle aktuellen Beiträge dazu findet ihr hier.

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