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Poesie im 21. Jahrhundert

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Bereits in der Grundschule lernt man das schlichte Reimen, später wird man mit Gedichten und Liedern gequält. Anschließend folgen schwere Interpretationen der alten Gelehrten, Dichter und Literaten. Wir lernten den Zauberlehrling (Schiller), den Erlkönig (Goethe), John Maynard und viele andere kennen. Doch verstanden wir sie damals wirklich? Ich persönlich lernte diese Zeilen auswendig, plapperte den Unterrichtsstoff nach und bekam gute Noten.

In jungen Jahren empfindet man nicht viel für diese Werke, doch zwei blieben bei mir besonders hängen. Ovid - Die Liebeskunst, dagegen verblassen moderne Erotikromane und man stellt vieles in Frage. Literaturkritiker raufen sich sicherlich gleich die Haare, aber Ovid schrieb vor 2000 Jahren unglaublich erotische und mitreißende Verse. Dann Faust von Goethe. Seinen ersten Band betrachtete ich voller Missgunst. Ein paar Jahre später behandelten wir ihn erneut im Unterricht, dabei fing ich an, diesen zu verstehen. Mit jedem Lebensjahr, mit jeder Erfahrung begreife ich ihn neu. Immer wieder blättere ich diesen durch, lese seine Worte, nehme sie in mir auf. Ich traf bisher nur einen Menschen, der Goethe wahrhaft zitieren konnte und genau diesem Menschen verdanke ich, dass ich heute schreibe.

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Zurück zu den Poeten, den Dichtern und Denkern. Wo sind sie geblieben? Existieren sie noch? Haben sie einen Platz in dieser Welt? Ich begab mich auf die Suche und fand sie. Na gut, in einem Fall fand man mich. In einem vorherigen Beitrag durften Sie Markus Häusler kennenlernen. Er berührt zutiefst, seine Worte bringen den Leser an fremde Orte, aber es gibt mehr, viele mehr, die sich über Reime, Verse und Gedichte ausdrücken.

Ich fand eine Dame, welche sich beherzt um ihre Familie kümmert, ihren kranken Mann pflegt und ihre kleinen Gedichtbände verkaufen muss. Sie schreibt einfache Reime aus Alltagssituationen heraus, beschreibt darin ihre Sorgen und Ängste. Die Aufmachung sehr schlicht, womöglich nicht technisch perfekt, aber trotzdem schafft man es nachzudenken oder zu lächeln.

Einen alleinerziehenden Vater, welcher sich noch nicht an eine Veröffentlichung traut, dafür Gleichgesinnten eine Plattform bietet. Er verarbeitet seine Sehnsüchte, Verluste und Träume in dessen Kunstwerken. Natürlich fand ich einen Perfektionisten. Seine Werke düster, geheimnisvoll, gemischt mit Beobachtungen. Ich war wirklich erstaunt, wie viele sich bei mir meldeten. Eine Frau, welche von ihrer Kindheit berichtet, dass sie nur ein einzelnes Buch besaß und irgendwann fing sie an zu schreiben.

Oftmals hält man Gedichteschreiber für einfache Personen. Wer schreibt schon Gedichte oder Reime? Man denkt an die Kinderverse, an die man sich erinnern kann. Aber wie entstanden Max und Moritz oder der Struwelpeter? Eben, genau durch Reime. Ich persönlich stelle fest, dass diese Menschen oft sehr intelligent sind. Sie besitzen etwas, was in Vergessenheit gerät und wonach leise Stimmen immer wieder rufen. Die Poeten der heutigen Zeit haben die Empathie nicht verlernt. Bei manchen höre ich wie sie leise weinen, wie sie diese Welt nicht begreifen können. Doch nicht sie sind falsch oder defekt. Sondern genau diese bringen uns die Magie unserer Seelen zurück.

Schenkt ihnen Gehör! Nicht nur über diese blöden 3-Zeilen-Sprüche, welche markant durch die Sozialen-Netzwerke fliegen. Nein, lauscht den wahren Poeten, denn sie existieren, sie sind da, auch wenn wir sie manchmal nicht sehen können.

Herzensmalerei
FrĂĽher malte ich danach,
ein Herzchen in`s Kalenderblatt.
Heut` ist dies Erinnerung,
denn uns beiden fehlt der Schwung.
Alt sind heut` all unsre Knochen,
doch die Herzen ungebrochen,
leben weiter mit Klopf, Klopf,
voller Lieb` in unsrem Kopf.
Wenn auch nur Erinnerung,
unsre Liebe bleibt stets jung.
Auch wenn heut` wir alt an Jahren,
durften wir das GlĂĽck erfahren.
Das, was wir an Liebe fanden,
wird uns ewiglich verbandeln.
Denn, die wahre Liebe lebt,
wenn nichts anderes mehr geht.
©Anke Kopietz 03.März 2011

Mein besonderer Dank gehört einer Gruppe auf Facebook. Sie nennt sich: LebeLyrik.
Bitte schaut mal vorbei. Die Poeten dort besitzen viel Potential und vor allem sind sie sehr freundlich. Niemals hätte ich mit so viel Zuspruch gerechnet.
NatĂĽrlich bedanke ich mich auch bei Anke Kopietz, welche mir ihr kleines Werk fĂĽr den Artikel zur VerfĂĽgung stellte.

Steffi Seitz
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