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Junge Verlage im 21.Jahrhundert

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Mein erstes Jahr als Autorin ist nun vorbei. Viele spannende Geschichten, interessante Menschen und großartige Erlebnisse begleiteten mich in dieser Zeit. Mit Themen über Lyrik, Selbstverlag, Lektorensuche setzte ich mich bereits auseinander. Nun geht mein Weg ein wenig weiter, denn auch Verleger durfte ich kennenlernen. Viele Autoren träumen von einem Verlag, einem professionelleren Auftreten, weg vom klischeebehafteten Selfpublisher.

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(c) Pressefoto Ingolf Ludmann- Schneider

Den Anfang der Geschichte kennen viele Autoren: 2011 stellte Ingolf Ludmann-Schneider ein Buchmanuskript fertig, doch kein Verlag zeigte sich interessiert. Statt aufzugeben, wurde er aktiv und gründete einen eigenen Verlag: Pax et Bonum. Damit wollte er auch anderen Autoren die Möglichkeit geben sich zu etablieren. Ohne die Gefahr einem Druckkostenzuschussverlag zu begegnen oder von diesen übervorteilt zu werden. So wuchs ein Stamm von Autoren heran, wurden externe und interne Mitarbeiter gewonnen - und aus der ursprünglichen Idee entstand ein professionelles Netzwerk. Heute verfügt der Verlag über ein breites Sortiment: Von Kinder- und Jugendbüchern bis zu Belletristik, von Lebenshilfe bis zu Ratgebern, von Romanen über Krimis bis zum Thriller ist alles vertreten. Und auch die Humorabteilung ist gut bestückt. Ingolf Ludmann-Schneider schaut stolz auf die ersten fünf Jahre zurück: »Selbstständigkeit ist immer mit einem Risiko verbunden. Aber mit meinem Mann an meiner Seite, mit tollen Autoren, fantastischen Mitarbeitern, die sich professionell um Lektorat, Satz, Covergestaltung, Marketing und vieles mehr kümmern, und unbändiger Lust an meiner Arbeit, kann ich sagen: ›Ja. Wir haben viel erreicht.‹ Natürlich wollen wir noch mehr erreichen, aber niemals auf Kosten der Qualität - und immer mit Begeisterung

Der Verlag konnte Autoren gewinnen, die zuvor schon bei anderen Verlagen veröffentlicht hatten, aber bei Pax et Bonum etwas wie eine Verlagsfamilie fanden. Und so soll es auch die nächsten Jahre weitergehen: Wachsen, ohne die persönliche Nähe aufzugeben. Das alleine steckt schon im Verlagsnamen: Pax et Bonum ist der traditionelle Gruß der Franziskaner und bedeutet »Frieden und Wohlergehen« ... ein Wunsch, dem man sich gerade in der heutigen Zeit vorbehaltlos anschließen kann.

Niemand kommt auf die Welt und sagt: ›Ich will Verleger werden‹. Wie war das bei Ihnen?

»Mein Lebensweg verlief sehr wechselhaft. Eigentlich wollte ich Schlagersänger werden, so wie andere Jungen Lokomotivführer. Mit dem Singen hat das leider nicht geklappt, dafür aber mit der Bahn, wo ich zwei Jahre als Zugbegleiter gearbeitet habe. Dann hatte ich den Wunsch, in ein Franziskanerkloster einzutreten; hier gab es aber nach einiger Zeit persönliche Gründe, das Gastspiel zu beenden. Allerdings hat mich die Zeit sehr geprägt, wie man ja auch am Namen meines Verlages sehen kann. Nach verschiedenen Zwischenstationen begann ich eine Ausbildung zum Altenpfleger, ergänzt durch die Qualifikation zum Sterbebegleiter. Spirituelle Themen haben mich schon immer interessiert - aber nicht nur auf Menschen bezogen. Deshalb habe ich mich zusätzlich zum Tierkommunikator ausbilden lassen, was bedeutet, das emotionale, körperliche, mentale und geistige Erleben von Tieren wahrzunehmen und darauf reagieren zu können. Daraus entstand dann mein Buch »Jenseits - Tod und Sterben« ... und das wiederum war der Anlass für die Verlagsgründung.«

Sind Sie eine Leseratte?

»Bücher haben in meiner Kindheit und Jugend so gut wie keine Rolle gespielt, ich habe erst mit 21 Jahren so richtig das Lesen entdeckt. Das hat mich dann aber so beeindruckt, dass ich sogar noch den Titel meines ersten Buches weiß: ›Ein Fall von Liebe‹ von Gordon Merrick, ein schwuler Roman. Der hat mir das Tor zum Lesen geöffnet ... und es ist immer weit offen geblieben

Selbstständigkeit ist ja nur selten ein Zuckerschlecken, vor allem im Verlagswesen. Wie ist das bei Ihnen?

»Selbstständigkeit ist immer ein schwerer Weg, gerade im Verlagswesen. Ein junger Verlag muss dabei weitaus mehr Hürden nehmen. Das fängt mit der Bekanntheit an und endet bei den Büchern, welche er veröffentlicht. Gerade als kleiner Verlag müssen wir oft dicke Bretter bohren, um beim Handel unterzukommen. Aber wenn es dann klappt, ist das ein Grund zur Freude. Mittlerweile haben wir viele unterschiedliche Bücher im Angebot und können damit sicherlich das Leben der Leser bereichern

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

»Für den Verlag wünsche ich mir stetes Wachstum und weiterhin so tolle Autoren und Bücher - und natürlich ganz klar steigende Umsätze. Wir wollen, dass viele Menschen unsere Bücher lesen, dazu müssen sie aber erst einmal verkauft werden - und das bedeutet Werbung und Schaffung von Bekanntheit. Da bin ich auf die Mitarbeit der Autoren und natürlich auf faire Berichterstattung der Medien angewiesen. Insofern freue ich mich über die Möglichkeit, meinen Verlag hier präsentieren zu dürfen

Herzlichen Dank für das Interview!

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(c) Pax et Bonum

Wer mehr über Pax et Bonum erfahren will, findet auf der Website [http://pax-et-bonum.net] und im Shop [http://www.guteprodukte4u.de] alles Wissenswerte zu den Büchern und deren Autoren.