BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Steffen Neefe Headshot

Wie man von den Besten lernt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
GOOD MANAGER
Rawpixel via Getty Images
Drucken

Der Beitrag des Personalmanagements für den Geschäftserfolg wird häufig verkannt. HR-Profis sollten sich stärker am Prinzip der „best practice" orientieren.

Die besten Arbeitgeber zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre HR-Maßnahmen zu einer schlüssigen Strategie zusammenführen. Eine Untersuchung des Top Employers Institute bei rund 600 zertifizierten Unternehmen mit jeweils mehr als 3.000 Mitarbeitern in 102 Ländern weltweit hat neun Aufgabenfelder identifiziert, in denen HR-Manager den Wandel im Unternehmen aktiv gestalten können.

Transparente Talentstrategie
Den Führungskräfte-Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu rekrutieren, kann eine sinnvolle Alternative zur Personalsuche auf dem heiß umkämpften Arbeitsmarkt sein. Dazu reicht es allerdings nicht, nur auf Zeugnisse und Lebensläufe zu blicken. Oft zeigen sich die gewünschten fachlichen und persönlichen Kompetenzen erst bei näherem Hinschauen. Sehr wichtig sind außerdem Transparenz und Chancengleichheit. Die Karrieremöglichkeiten im Unternehmen sollten allgemein bekannt sein, und allen Mitarbeitern grundsätzlich auch offenstehen.

Vorausschauende Personalplanung
Aufgrund der demographischen Entwicklung müssen sich Unternehmen schon heute darüber Gedanken machen, wie sie in Zukunft ihren Personalbedarf decken können. Es gilt herauszufinden, welche Qualifikationen aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren gefordert sein werden. Mehr als drei Jahre im Voraus sollte der Bedarf geplant werden, damit Personallücken rechtzeitig gefüllt werden können. Dies schaffen jedoch nur die wenigsten Unternehmen.

Integrierendes Onboarding
Wer ins Berufsleben startet oder als Young Professionell die Firma wechselt, muss sich erst einmal in der neuen Umgebung zurechtfinden. Top-Arbeitgeber kümmern sich und stellen ihren neuen Mitarbeitern einen Business-Paten an die Seite. Immer beliebter werden auch digitale und interaktive Arbeitgeberportale, die sich an Vorbildern aus der Welt der Social Media orientieren. Ziel des Onboardings ist es, den neuen Mitarbeiter schnell in die Firmencommunity zu integrieren.

Training und Entwicklung
Das Tempo, mit dem sich die Unternehmenswelt verändert, nimmt zu. Die ständige Restrukturierung birgt jedoch die Gefahr der Überforderung. HR hat hier die Aufgabe, die notwendige Offenheit und Bereitschaft für Veränderungen zu schaffen. Denn in Zukunft werden diejenigen Unternehmen am erfolgreichsten sein, in denen die Mitarbeiter den Wandel im Unternehmen nicht als Gefahr, sondern als natürliche Entwicklung begreifen und aktiv mitgestalten.

Performance Management
An der Frage, wie man Mitarbeiter zu Bestleistungen motiviert, scheiden sich die Geister. Die einen fordern, dass man im Job so weit wie möglich seine persönlichen Vorstellungen einbringen kann. Die anderen sind der Auffassung, dass der Mensch nur mit finanziellen Anreizen zu bewegen sei. In der Praxis hat sich eine Mischform aus beiden Ansätzen durchgesetzt: Individuelle Zielvereinbarungen mit stärker leistungsbezogener Vergütung, bei der die Wünsche des Mitarbeiters berücksichtigt werden.

Messbare Führungskräfteentwicklung
Die wichtigste Aufgabe von Führungskräften liegt heute darin, das Klima für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu schaffen. Dazu müssen sie einen offenen Kommunikationsstil pflegen und die Mitarbeiter an Entscheidungen beteiligen. Die Qualität der Führung wird zunehmend an Kennzahlen gemessen. Maßnahmen zur Führungskräfteentwicklung müssen als Business Case bestehen und einen messbaren Beitrag zu Verkaufszahlen, der Kundenzufriedenheit oder dem ROI liefern können.

Karriere & Nachfolgeplanung
Karrieren lassen sich heute kaum noch langfristig im Voraus planen. Gefragt sind deshalb Veränderungsbereitschaft und die Fähigkeit zum Selbstmanagement. Führungskräfte haben heute die Freiheit, aber auch die Verantwortung, selbst das Tempo und die Richtung ihres beruflichen Fortkommens zu bestimmen. So verlaufen moderne Berufsbiographien häufiger mit Brüchen und über Umwege. Arbeitgeber müssen sich darauf einstellen und flexiblere Karrieremodelle anbieten.

Compensation & Benefits
Führende Unternehmen bezahlen die High-Performer in ihren Reihen überdurchschnittlich gut. Außerdem setzen sie im Rahmen der Gesamtvergütung verstärkt auf Zusatzleistungen wie die betriebliche Altersversorgung, Gesundheitsangebote oder flexible Arbeitszeitmodelle. Für Führungskräfte werden die nicht monetären Leistungen als Teil der Gesamtvergütung immer wichtiger. Für Arbeitgeber sind diese Benefits zudem ein ideales Mittel, um die eigene Attraktivität im Wettbewerb um die besten Köpfe zu erhöhen.

Wertorientierte Unternehmenskultur
Eine wertorientierte Unternehmenskultur fördert den Zusammenhalt und erleichtert die Orientierung. Obwohl in Zahlen kaum messbar, führen Aspekte wie Vertrauen, Integrität und Mitarbeiterzufriedenheit auf Dauer zu einer besseren Performance. Kulturarbeit ist daher kein Luxus. Sie ist vielmehr die Pflicht für alle Unternehmen und Organisationen, die langfristig erfolgreich arbeiten wollen.

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.