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Wie deutsche Dörfer durch neue Technologien wieder attraktiv werden

09/06/2017 14:25 CEST | Aktualisiert 12/06/2017 15:37 CEST
Westend61 via Getty Images

Digitale Dienste haben in stark urbanisierten Regionen längst Einzug gehalten. Konzepte, die sogenannte Smart Cities hervorbringen sind aktuell in aller Munde und schon vielerorts in der Praxis umgesetzt.

Deutschland ist jedoch ein Land mit eher ländlich geprägten Regionen - so lebt etwa zwei Drittel der deutschen Bevölkerung in ländlichen Dörfern oder Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern.

Diese Regionen sind auf Grund der geringeren Bevölkerungsdichte weniger geeignet für klassische Smart City Ansätze und es hegt sich die Befürchtung, dass diese Regionen durch die fortschreitende digitale Entwicklung noch stärker ins Hintertreffen geraten werden.

Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung lebt in ländlichen Regionen!

Wenn man über dieses Thema liest, fällt häufig das Stichwort Breitbandausbau, was sicher eine wichtige Grundlage ist, jedoch auch nur einen Baustein bei der digitalen Entwicklung ländlicher Regionen darstellt.

Vielmehr geht es darum, die Regionen ganzheitlich und auch ein Stück weit individuell zu entwickeln.

Hierzu gehört vor allem auch das Angebot digitaler Dienste voranzutreiben, so dass bei Verfügbarkeit von entsprechender Grundversorgung die Menschen auch etwas mit dem schnellen Netz anfangen können.

Landlust ist ein Trend, den man sich zunutze machen kann!

Was wir allerseits beobachten können ist ein Trend, dass Menschen in bestimmten Lebensabschnitten wieder mehr und mehr auf dem Land wohnen wollen.

Hierbei sind die genannten Gründe vielfältig - von bezahlbarer Wohnfläche über Natur, Ruhe, Freiheit für Kinder, Dorfgemeinschaft, Entschleunigung bis hin zur Nähe zu regionalen Erzeugern.

Eines ist jedoch deutlich sichtbar: Menschen, die in ländlichen Regionen wohnen, lieben es dort zu sein, wollen jedoch auch nicht vollständig auf die Vorzüge, die ein urbanes Leben bietet verzichten.

Themen, die hier immer wieder angesprochen werden sind die ärztliche Versorgung, Dienste der Nahversorgung und auch die damit zusammenhängenden Mobilitätsangebote - kurzum die Sicherung der Daseinsvorsorge.

Schnell reift die Erkenntnis, dass ländliche Regionen sich als Ganzes digital weiterentwickeln müssen, damit aus der Landlust eine Digitale Landlust wird.

Dazu gehört auch eine Strategie, wie man das Thema angreifen will. Das Wort "Digitalisierung" wirkt oft wie ein schwer zu bewegender Brocken, den man nicht so gerne angehen will.

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Besser erscheint es hier, schrittweise vorzugehen und digitale Dienste am Bürger aktiv zu gestalten und meiner Meinung nach ist es auch ein zentraler Punkt, die Bürger in die Lage zu versetzen diese Dienste aktiv mitzugestalten.

Partizipation und Ehrenamt sind auch auf dem Weg zum digitalen Dorf ein zentraler Punkt, den es zu beachten gilt.

Mutige Regionen nutzen die Digitale Landlust als Wettbewerbsvorteil!

Mutige Bürgermeister ländlicher Regionen gehen hier voran und machen vor, wie es gehen kann. Häufig wird dann das Thema digitale Dienste direkt zur Chefsache erklärt und angegangen.

Dies kann getrost als Best Practice bezeichnet werden, da vielerorts das Thema Digitalisierung in kommunalen Räten toddiskutiert wird. Oft aus Unwissenheit bzw. Unsicherheit, oft aber auch weil schlichtweg nicht die richtigen Menschen am Tisch sitzen und man sich von Bedenkenträgern beeinflussen lässt.

Wenn man Fakten schafft und den Nutzen schon zeigen kann, ist es in der Regel auch ein Leichtes die lokalen Räte zu überzeugen.

Der erste Schritt ist, sich aktiv damit zu befassen, welche digital unterstützten Dienste der Daseinsvorsorge Bürgern und auch lokaler Wirtschaft angeboten werden sollen.

Dies kann regional sehr verschieden sein und ist auch von den lokalen Umgebungsvariablen (z.B. vorhandene Vereine, geografische Strukturen, Einwohnerzahlen etc.) abhängig. Wichtig ist: bewusste und fundierte Entscheidungen zu treffen und diese konsequent zu verfolgen.

Falsch ist sich aus dem Bauch heraus pauschal für oder gegen digitale Angebote zu entscheiden.

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Leider aber eine Situation, die man vor allem in den ländlichen Regionen häufig vorfindet. Damit sollte mittelfristig auch die Ausbildung von Mitarbeitern im kommunalen Umfeld einhergehen, so dass das Thema "Digitale Dienste" eine organisatorische Verankerung erhält.

Flankiert durch sog. Digitalräte, die häufig auch querschnittlich besetzt sind, aus kompetenten Bürgern sowie Vertretern von Wirtschaft und Kommune befindet man sich schon mal grundsätzlich auf einem guten Weg.

Wichtig ist: bewusste und fundierte Entscheidungen zu treffen und diese konsequent zu verfolgen.

Auf diese Weise schafft man schnell Strukturen und kann Projekte starten und koordinieren, ist aber auch in der Lage Unterstützung zu erfahren.

So hat die Politik auf Bundes- und Landesebene das Thema Digitalisierung des ländlichen Raumes bereits erkannt und unterstützt mit vielen Förderprogrammen. Wichtig ist uns nun in dieser Thematik den nächsten Schritt zu gehen und diese Erkenntnis auch auf die tieferen operativen Ebenen zu bringen und Umsetzungen zu realisieren.

Schön wäre es dabei, wenn es in Deutschland gelingt, übergreifende Lösungen zu finden, die in möglichst vielen ländlichen Regionen eingesetzt werden können, was letztendlich eine Voraussetzung dafür ist, die geschaffenen Bausteine einer sogenannten digitalen Plattform auch mittelfristig wirtschaftlich betreiben zu können.

Denn klar ist auch, was es digital nicht gibt, existiert für eine immer größer werdende Gruppe von Menschen einfach nicht und genau das müssen sich ländliche Regionen verstehen um weiterhin attraktiv zu sein und besser noch, die bereits vorhandenen Vorteile und Attraktivität mit Unterstützung digitaler Dienste auszubauen.

Deutschland ist wach - es gilt Fahrt aufzunehmen auf dem Weg zur Digitalen Landlust!

Was wir sehen ist ein guter Trend - Deutschland ist wach was das Thema digitale Dienste angeht.

Es gilt jetzt aber Fahrt aufzunehmen auf dem Weg zur Digitalen Landlust. Insbesondere skandinavische Länder sind uns gerade in diesem Thema noch einen Schritt voraus. Ländliche Regionen in Deutschland zu stärken haben sich viele Menschen zur Aufgabe gemacht.

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Ländliche Regionen mit Hilfe digitaler Dienste zu stärken birgt ein riesiges Potential, das durch eine gute Zusammenarbeit von regionaler und überregionaler Politik, den Menschen vor Ort und nicht zuletzt der lokalen Wirtschaft genutzt werden sollte.

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