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Leiden für's perfekte Urlaubsbild: Wenn Tiere zur Touristenattraktion werden

Veröffentlicht: Aktualisiert:
WILD ANIMALS
Buena Vista Images via Getty Images
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Immer mehr Menschen springen auf den Nachhaltigkeitszug auf und wollen mehr Rücksicht auf den Planeten nehmen. Ein sehr positiver Trend, doch viele wissen nicht genau, wo sie anfangen sollen.

Dabei kannst du sogar im Urlaub deinen Teil beisteuern, indem du mit gutem Beispiel vorangehst und vor Ort ein Zeichen für den Tierschutz setzt.

Dieser Aspekt der Nachhaltigkeit wird leider oft vernachlässigt, dabei ist es so wichtig, die Tierwelt zu schützen, vor allem, wenn es sich um bedrohte Tierarten handelt.

Wilde Tiere sollten wild bleiben

Natürlich darfst du dir wilde Tiere ansehen. Schließlich sind die schönen Zebras und die eleganten Löwen das Highlight jedes Afrika Urlaubs.

Die Betonung liegt jedoch auf "ansehen". Zu deiner eigenen Sicherheit und zu der des Tieres solltest du dich ihm nur so weit nähern, dass du es nicht störst.

Fass sie nicht an und versuche nicht, sie zu füttern. Dies sollte zudem ausschließlich in der natürlichen Umgebung der Tiere geschehen. Wilde Tiere sollten nicht in Gehege gesperrt werden, sondern sich frei entfalten dürfen.

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Eine Safari ist ein spannendes Erlebnis und ethisch absolut in Ordnung - Zoos solltest du hingegen nicht unterstützen. Auch Aquarien, die große Tiere wie Wale oder Delfine halten, solltest du nicht besuchen. Die engen Wassertanks sind für solch große Tiere viel zu klein.

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Nachhaltig tauchen

Wenn du einen Tauchurlaub planst, achte auch hier darauf, die Lebewesen unter Wasser nicht zu stören. Viele Taucher sind sich nicht darüber im Klaren, wie viel Schaden sie anrichten, wenn sie ihren Müll ins Wasser werfen oder auch nur einen Stein mitnehmen.

Achte beim Tauchen darauf, den Tieren ihr Habitat nicht zu zerstören. Das gilt vor allem für Korallenriffe! Brich niemals eine Koralle aus ihrem Riff oder ritze deinen Namen ein.

Keine Tierquäler unterstützen

Viele Händler verkaufen Souvenirs, für die Tiere leiden mussten. Dazu zählen zum Beispiel Fell, Elfenbein, Muscheln, Seepferdchen, Zähne, Korallen, Rhinozeroshörner und der Panzer einer Schildkröte.

So schön dir diese Stücke auch vorkommen mögen, denk bitte immer an das Leid, das dahintersteckt, und unterstütze diese grausamen Menschen nicht.

Keine Tier-Shows besuchen

So reizvoll es auch sein mag, Delfinen beim Tauchen und Ballspielen zuzusehen - du solltest dies nicht unterstützen. Frag dich immer: Ist dieses Verhalten natürlich für diese Tiere? Delfine sind wilde Tiere, die in den Weltmeeren und nicht in engen Wassertanks im Zoo leben sollten.

Sie wurden von Geburt an darauf trainiert, Menschen zu sich zu lassen - unter oft qualvollen Bedingungen. Dasselbe gilt im Übrigens auch für Shows mit tanzenden Bären oder Stierkämpfe.

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Letztere werden häufig dadurch entschuldigt, dass diese "Teil der spanischen Kultur" seien - aber Kultur ist keine Entschuldigung für Tierquälerei durch Stierkämpfe.

Mehr zum Thema: Ein Tierheim sperrt einen Bären, Löwen und Tiger zusammen - dann lassen die Raubtiere ihren Instinkten freien Lauf

Sag Nein zu einem Ritt auf dem Elefanten

Auch, wenn sich daraus tolle Fotos ergeben, die alle Facebook-Freunde neidisch machen, solltest du auf den Elefantenritt verzichten. Es ist kein natürliches Verhalten von Elefanten, Menschen auf ihren Rücken reiten zu lassen, diese Tiere werden dazu gezwungen.

Bis Elefanten so weit gebrochen sind, dass sie sich nicht mehr wehren, wenn Menschen sich auf ihren Rücken setzen, ist es ein langer, schmerzhafter Prozess, der mit großen physischen und psychischen Belastungen einhergeht.

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Bitte verzichte auf diese Erfahrung, um den Elefanten dies zu ersparen.

Streuner mit Respekt behandeln

Streunende Hunde und Katzen findest du in vielen südlichen Städten. Wenn du Hunde und Katzen magst, willst du ihnen sicher helfen und ihnen zu essen geben.

Doch diese Fürsorge kann den Tieren leider eher schaden als nützen.

Wenn du vor lauter Hilfsbereitschaft Straßenhunde fütterst, ziehst du damit weitere an, die sich dann womöglich in Hotels und Apartmentanlagen niederlassen - weshalb die Besitzer eine Konsequenz daraus ziehen und die Tiere entweder verscheuchen oder töten.

Sinnvoller ist es, Interesse zu zeigen und zu fragen, ob es Futterstellen gibt, die du unterstützen kannst.

Istanbul hat beispielsweise auf das Problem reagiert und zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Hier stehen einige Automaten, in die du deine leeren Plastikflaschen werfen kannst.

Zur Belohnung wird dann Futter für Straßenhunde gespendet.

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Erzähl deinen Freunden davon

Soziale Medien bringen einige Vorteile mit sich. Einer davon ist sicherlich, dass du vielen Leuten sehr schnell deine Meinung sagen und von deinen Erfahrungen berichten kannst.

Wenn du ein Foto aus deinem Urlaub postest, nutze die Gelegenheit, um ein paar Worte bezüglich des richtigen Verhaltens Tieren gegenüber dazu zu schreiben. Wenn du von deinem Urlaub erzählst, betone, wie wichtig es dir war, die Tiere nicht zu stören.

Irgendjemand nimmt sich so gut wie immer ein Beispiel.

Mehr zum Thema: Ich hatte es satt, nur von Nachhaltigkeit zu reden: Jetzt verändere ich das Leben von hunderten Menschen

Eine Urlaubsreise ist schön. Dabei exotische Tiere zu sehen, die du hierzulande nicht zu Gesicht bekommst, ist noch aufregender.

Damit die Tiere aber weiterhin in ihrem natürlichen Umfeld leben können, ohne einer Gefahr durch den Menschen ausgesetzt zu sein, solltest du mit gutem Beispiel vorangehen und immer versuchen, hinter die Kulissen zu blicken.

Häufig siehst du das Leid, dem die Tiere ausgesetzt sind, nicht. Aber wenn du unsere Tipps beachtest, bist du auf dem richtigen Weg.

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