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Die 11 besten Tipps für eine Reise mit Kindern

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Reisen mit Kindern ist toll. Mit Kindern wird man oft noch freundlicher aufgenommen, bekommt schneller Kontakt zu den Bewohnern des Landes und auch zu anderen Reisenden. Natürlich gibt es dabei auch die ein oder andere Herausforderung.

Diese Herausforderungen verschwinden nicht wirklich, wenn die Kinder größer sind. Sie werden nur anders. Zu den Dreh- und Angelpunkten beim Reisen mit Kindern habe ich für euch deshalb ein paar Tipps gesammelt. Die Liste habe ich jetzt aktualisiert und erweitert. Damit die Reise nicht nur schön, sondern auch möglichst bezahlbar und vor allem entspannt bleibt!

1. Flüge clever buchen

Es lässt sich leicht auf den Punkt bringen: Fliegt so kurz wie möglich, fliegt nachts und achtet auf die Lage der Sitzplätze. Wir nehmen bei unseren Reisen mit Kindern wenn möglich den Direktflug, auch wenn es ein bisschen mehr kostet.

Wann man am besten an günstige Flüge kommt, ist umstritten. Manche werden dir raten, möglichst frühzeitig zu buchen, für manche Länder sind aber Buchungen drei Wochen vor Reiseantritt richtig preiswert.

Für uns - Vollzeit berufstätig und inzwischen mit Schulkind - erübrigen sich diese Überlegungen. Ich versuche notgedrungen möglichst früh dran zu sein. Hilfreich sind auf jeden Fall entsprechende Suchmaschinen wie etwa Skyscanner. Hier kann man auch ganze Monate betrachten, so dass sich die günstigsten Flugtage für den angepeilten Zeitraum leicht herausfinden lassen.

Nichts gegen Zwischenstopps in interessanten Städten, das ist eine tolle Möglichkeit für zusätzliche Erlebnisse. Was ich gar nicht empfehlen kann sind Zwischenstopps für ein paar Stunden, vielleicht gar noch mitten in der Nacht.

Das ganze Aus- und Einsteigen mit Kleinkindern, das damit verbundene Warten und das Zeit-Totschlagen auf einem fremden Flughafen mit übermüdeten Kids sind mir zu stressig.

Bewährt hat sich für uns der Nachtflug. Die Kids schlafen somit einen großen Teil und sind bei der Ankunft zumindest einigermaßen ausgeruht. Wenn möglich, reserviert euch gute Sitzplätze - vielleicht habt ihr ja sogar Glück und bekommt welche am Notausgang mit mehr Beinfreiheit? (Hab ich aber noch nie geschafft).

Achtet darauf, dass ihr nicht in der Nähe der Toiletten oder sonstiger stark frequentierter Bereiche sitzt. Ich habe mal 10 Stunden neben einer Toilette gesessen und selbst auf einem Nachtflug ist die Licht- und Geräuschstörung alle paar Minuten supernervig.

Interessanterweise waren bislang übrigens die Langstrecken im Flugzeug mit unseren Kindern kein Problem - jeder hat sein eigenes Bordkino im Sitz vor sich und ist glücklich. Viel herausfordernder in Sachen Kids-Entertainment waren die kurzen Inlandsflüge!

Hier retten dann die Spiele-Apps und Filmchen auf dem Tablet die Situation. Deshalb die Kids möglichst nebeneinander setzen. Filme gibt es bei Youtube oder bei Amazon & Co., Tipps für Kinder-Apps hole ich mir zum Beispiel gerne bei Beste Kinder Apps.

2. Reisen mit Kindern im Auto

Hier sind Zwischenstopps natürlich ein Muss. Je jünger die Kinder, desto häufiger muss man unterwegs eine kleine Pause machen. Ich baue dann neben den üblichen Toiletten-Gängen und Snacks auch immer kleine Sportevents ein, wie Wettrennen oder Weithüpfen.

Eben alles, was die Kids ein bisschen auspowert, damit sie dann wieder eine Weile still sitzen können. Und: Ich habe ein großes Reservoir an Snacks dabei. Allerdings möglichst keinen Zucker!

Gelangweilte vierjährige Energiebündel, die auch noch auf dem Zuckerhoch reiten, sind extrem schwierig auf der Rückbank. Also lieber für jedes Kind eine Box mit Nüssen, eine mit Gurken und Karotten, Reiswaffeln & Co.

Unser Auto lassen wir vor langen Reisen durchchecken (der ADAC bietet solche Urlaubschecks an zum Beispiel), damit's keine langwierigen Verzögerungen durch Probleme mit dem Wagen gibt. Und im Auto läuft manchmal auch Bordkino (dafür gibt es günstige Tablet-Halterungen, unsere ist zum Beispiel von Tchibo), wenn gar nichts mehr geht.

Für die Planung eines solchen Roadtrips mit den Kindern empfehle ich euch übrigens einen Blick auf den Beitrag von Marc auf Reisezoom.

3. Rucksack oder Koffer?

Welches Gepäck? Die Frage ist natürlich in erster Linie bei Fernreisen interessant. Wir haben sehr gute Erfahrungen hiermit gemacht: Die Erwachsenen sind klassisch mit Backpacking-Rucksack unterwegs, fürs Handgepäck einen kleineren Wanderrucksack, die Kids haben ihre Kinderrucksäcke mit Spielzeug und Snacks auf dem Rücken.

Zusätzlich packen wir noch einen mittelgroßen Schalenkoffer mit allen „Kleinteilen", wie Sonnencremes, Reiseapotheke, Kosmetika etcetera. Ich finde das praktisch, weil wir mit dem Koffer so etwas wie unsere eigene Schublade dabei haben.

Gerade bei häufigen Ortswechseln oder in Unterkünften mit wenig Stauraum und kleinen Schränken zu empfehlen. Und man passt als vierköpfige Familie mit diesem Gepäck eben auch in normale Taxis, weil man zur Not die Rucksäcke auf den Schoß nehmen kann.

4. Gut gepackt ist schon gewonnen

Beim Packen zählt „weniger ist mehr". Möglichst dünne, leicht waschbare, unempfindliche Kleidung in farblich zueinander passenden Kombinationen. Praktisch finde ich diese Vakuum-Beutel zum Einrollen, in die man die Kleidung steckt und dann die Luft rausdrückt, so dass sich ihr Volumen um ein Vielfaches verringert.

Macht man die Tüte dann wieder auf, entfalten sich die Kleidungsstücke ganz perfekt. Find ich klasse! Mit zwei, drei solcher Tüten schafft man gleichzeitig auch ein bisschen Ordnung im Rucksack, in Backpacks geht es ja sonst immer ziemlich drunter und drüber. Beim Packen immer daran denken: Das meiste kann man vor Ort auch kaufen.

5. Die richtige Unterkunft finden

Nachdem wir in unseren Reisen mit Kindern alle ausprobiert haben - von der Holzhütte, dem Mobile Home und der Familienpension übers geräumige 2-Zimmer-Apartment bis zum Luxushotel - haben sich ein paar Merkmale der Unterkunft als sehr hilfreich für einen entspannten Urlaub erwiesen:

Pool: Wenn's geht, dann mit Pool, noch besser mit Pool und Kinderpool. Das erlaubt allen, nach einem anstrengenden Tag ein bisschen runterzukommen. Auch wenn der Strand nicht weit ist, läuft man nach einem langen Tag mit zwei Kleinkindern eben doch nicht mal kurz für eine halbe Stunde hin.

Außerdem sind den Kleinen vielleicht die Wellen auch zu hoch, der Wind zu stark, der Sand zu heiß. Inzwischen buche ich nur noch mit Pool und mache lieber an anderen Stellen Abstriche, wenn nötig. Es entspannt und die Kids lieben es.

Tipp: Weil es leider in nicht ausreichend gesicherten Pools auch immer wieder Unfälle gibt, gefährlich sind vor allem Ansauganlagen im Pool, empfehle ich euch einen Blick auf die Ratgeberseite Parents4Safety.

Lage: Möglichst zentral. Es ist nervig, wenn die Kids ihre Energie und Geduld schon für den langen Weg zum Strand, zum Restaurant, zum Bus ... verbrauchen und anfangen, zu quengeln bevor das Tagesprogramm überhaupt losgeht.

Ausstattung: Damit wir auch noch ein bisschen quatschen oder Sterne gucken können, wenn die Kids schlafen, achte ich immer darauf, dass die Unterkunft entweder zwei Zimmer hat und/oder Balkon/Terrasse. Oder es gibt noch eine nette Bar oder einen anderen Aufenthaltsbereich im Hotel, in den man gehen kann. Voraussetzung ist dann natürlich ein gutes Babyphone oder eine entsprechende Babyphone-App und starkes WLAN. Mit ganz kleinen Kids war es mir (Glucken-Mama) aber immer am liebsten, wir konnten im Apartment auf dem Balkon sitzen.

Wir buchen meist über Portale wie Booking.com, Agoda (Asien) oder natürlich auch Airbnb. Für Europa habe ich auch schon bei Urlaub-Anbieter nette Ferienwohnungen oder Häuschen gefunden.

Tripadvisor nutze ich, um mir ein Bild zu machen von der Unterkunft. Und ich hole mir auch oft Inspiration von Reiseblogs, viele haben entsprechende Tipps für gute Unterkünfte in ihren Posts oder beschreiben auch mal ein Hotel ganz ausführlich.

6. Für Unterhaltung sorgen

Ich oute mich: Auf unserer langen Reise nach Thailand hat uns das IPad viele Male gerettet. Ich hatte es zum ersten Mal dabei und verreise seitdem nie mehr ohne. Vor der Reise bepacke ich es mit netten Kinder-Apps, Hörspielen und auch mit ein paar Filmchen.

Nachdem wir zuhause unsere Kids (5 und 8) zeitlich sehr limitiert ans IPad lassen, sehen wir das im Urlaub eher großzügig. Unsere beiden durften zum Beispiel abends, wenn Mami und Papi aufgeräumt/geduscht/sich fürs Abendessen angezogen haben, eine halbe Stunde Sandmännchen über die entsprechende App gucken.

Aber vor allem waren die IPad-Filme ein paar Mal der Retter in der Not. Ich erinnere mich zum Beispiel an die Szene auf dem überfüllten Flughafen in Bangkok um 23.00 Uhr, als unser Rückflug verspätet war, wir in der Schlange beim Boarden standen und die Kiddis kurz vor dem Durchdrehen waren.

Ich werde nie die Blicke eines älteren Ehepaars vergessen, die mir zusahen, wie ich meinen beiden die „Kinder von Bullerbü" hingehalten habe, während wir laaangsam dem Boarding-Schalter näher rückten ...

Natürlich ist das Tablet in der Eskalationskette der letzte Trumpf. Vorher kommen

  • Malstifte und Hefte
  • Pixie-Bücher, eine tolle Möglichkeit, viele Geschichten dabei zu haben, ohne schwere Bücher transportieren zu müssen. Jedes Kind bekommt einen Schwung in seinen Rucksack und dann wird natürlich auch getauscht.
  • Sobald sie lesen können, natürlich „richtige" Bücher. Unsere Zweitklässlerin lässt sich ja manchmal sogar herab, ihrem kleinen Bruder vorzulesen.
  • Hörspiele auf IPod/IPhone: Funktionierte bei uns ungefähr ab dem Alter von knapp 4 Jahren richtig gut. Falls mehrere Kinder reisen: Es gibt kleine Mehrfachstecker für die Kopfhörer, das Gerät hält/bedient das älteste Kind.
  • Kleine Figuren - meine Tochter war zum Beispiel lange auf dem Filly-Trip und hat auf langen Autofahrten sehr ausdauernd ihre Rollenspiele damit gespielt. Natürlich immer gut: Ein Ball. Bei Flugreisen eben ein kleiner. Unsere Kinder haben auf Fernreisen jeder einen eigenen Rucksack auf dem Rücken, in dem diese Spielsachen sind.

7. Elternzeit nehmen - ohne schlechtes Gewissen

Wir verreisen mit den Kindern, um gemeinsame Erlebnisse als Familie zu schaffen. Dennoch genießen wir Eltern auch hin und wieder eine Mini-Auszeit. Und das kann eine Unterkunft mit Kinderbetreuung bieten.

Uns hat die Kinderbetreuung schon einen verregneten Italien-Urlaub gerettet, den wir mit einer Vierjährigen und einem Baby verbracht haben. Und ich erinnere mich sehr gerne an die zwei Stunden, die unsere damals 3- und 6-jährigen Kids im Kids-Club eines thailändischen Hotels gespielt haben, während wir im Whirlpool mit Meerblick waren.

Einen kompletten Urlaub, in dem die Kinder die meiste Zeit in der Kinderbetreuung verbringen, könnte ich mir nicht vorstellen. Aber ein, zweimal einen Babysitter im Urlaub, das hat schon was. Viele „ganz normale" Hotels bieten das inzwischen an, dazu muss man nicht gleich ein Kinderhotel buchen.

8. Immer schön flexibel bleiben

Ihr habt eine Tempelbesichtigung geplant und leider hatte euer Kind in der Nacht einen Hexentraum und euch deshalb lange wach gehalten? Und morgens knatscht das Kiddi natürlich vor sich hin und droht, den ganzen Tag zu verderben?

Dann gibt's die Tempel eben morgen (oder auch gar nicht) oder nur für die besser gelaunte Hälfte der Familie, während das Knatschkind mit dem anderen Elternteil einen entspannten Tag am Pool/im Park/am Strand einlegt.

Ihr versteht, was ich meine, oder? Ein starres Reiseprogramm ist mit kleinen Kindern keine gute Idee. Besser macht man nur eine Grobplanung, die Spielraum lässt.

Wir buchen bei den Reisen mit Kindern zum Beispiel von zuhause aus nur für die ersten und die letzen beiden Tage eine feste Unterkunft. Für die übrigen Stationen der Reise treffen wir zuhause eine Vorauswahl an Unterkünften, nehmen die Liste beziehungsweise die Bookmarks mit und buchen dann erst im Land selbst übers Internet.

Das klappt prima und die Online-Buchung ist häufig sogar günstiger. So können wir an supertollen Orten länger bleiben und vermeiden es, an weniger interessanten Plätzen festzusitzen.

9. Geht es laaaangsam an

Um Stress zu vermeiden, sollte man den Tag nicht zu voll packen. Wir halten es damit, möglichst immer nur eine größere Aktivität zu planen und die zweite Tageshälfte zum Beispiel am Pool zu verbringen.

Mit kleinen Kindern sollte man sich „das müssen wir auch unbedingt gesehen haben" verkneifen. Messlatte ist dabei immer das Pensum, das das jüngste Kind problemlos mitmacht. Auch zu häufige Ortswechsel können Probleme machen, unsere Kids brauchen immer ein, zwei Tage, bis sie sich an eine neue Umgebung gewöhnt haben. Wir bleiben deshalb immer möglichst mindestens drei Nächte, möglichst vier bis fünf oder länger, an einem Ort.

10. Lasst euch auf das Reiseland ein und genießt es!

Auch wenn es für die Kids - und für die Eltern natürlich auch - vor allem bei Reisen außerhalb westlich geprägter Kulturen viel Ungewohntes gibt, lasst euch darauf ein. Das fängt beim Essen an - auch wenn sie es am liebsten hätten, unsere Kids bekommen nicht jeden Tag Spaghetti & Co., wir halten sie an, die einheimische Küche zu probieren.

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Oder: Auch wenn manche Gebräuche für uns sehr fremd sind, so werten wir nicht, sondern weisen wir die Kinder darauf hin, wie interessant das gerade Beobachtete ist. Gerade mit Kindern bekommt man oft ganz schnell Kontakt zu den Menschen vor Ort, wir genießen das.

11. Lest Reiseblogs

Ganz ehrlich, die besten Tipps für schöne Reiseziele, Sehenswertes vor Ort und auch den ein oder anderen praktischen Tipp habe ich aus Reiseblogs. Die Inspirationsvielfalt ist einfach super, die Beiträge sind oft auch ganz aktuell. Es gibt inzwischen unzählige Reiseblogs, deshalb hier ein paar Recherchehilfen:

Bei Jo Igele findet ihr ein Reisebloggerverzeichnis mit kurzen Beschreibungen der inhaltlichen Schwerpunkte. Das Verzeichnis wird regelmäßig aktualisiert.

Auf dem Blog von Patotra findet ihr eine gute Übersicht über Familienreiseblogs.
Richtig viel zu gucken gibt es beim Reiseblogger-Kodex.

Habt ihr weitere Tipps, die das Reisen mit Kindern erleichtern? Dann freue ich mich über eure Kommentare!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf familyescapes.
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