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US-Wahlkampf: "So viele Idioten"

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CLINTON
shutterstock
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Seit Kennedy galten Wahlkämpfe in den USA als Nonplusultra. Die Kampagnen verschlingen Milliarden (nicht Millionen) von Dollars und angefangen von Reagan über Bush bis Obama setzten sie neue Standards, die international nachgeahmt wurden.

Die deutsche SPD war nicht die einzige Partei, die ihre Fachleute zur Beobachtung immer wieder in die USA schickte, um von den dortigen Parteien abzuschauen, wie man neue Kampagnen gestaltet. Rudolf Scharpings Plakat 1994 mit dem Slogan "Arbeit! Arbeit! Arbeit!" war sogar eine Kopie von Bill Clintons "Jobs! Jobs! Jobs!".

Barack Obama katapultierte die demokratische Willensbildungs ins 21 Jahrhundert und führte den ersten Social Media Wahlkampf überhaupt. Selbst Staaten, die nicht so ganz lupenreine Demokratien sind, übernahmen derartige Stilmittel.

In Russland hält Präsident Putin inszenierte "Town Hall Meetings" ab, egal ob gerade Wahlkampf ist oder nicht. Im Iran gab es bei den vergangenen beiden Präsidentschaftswahlen sogar TV-Duelle nach amerikanischem Vorbild.

Selbst bei meiner letzten Reise nach Indien anlässlich einer Recherche zur vergangenen Wahl dort konnte man sehen, wie zuvor in den USA erdachte Modelle der demokratischen Kommunikation eingesetzt wurden.

Und jetzt das.

Hillary Clinton und Donald Trump, beide mit sehr viel Geld im Rücken, führen einen Wahlkampf auf Dritte-Welt-Niveau. Es ist fast wie bei einem Autounfall, man will nicht hinschauen, aber wegschauen klappt auch nicht so ganz. Vermutlich haben beide sogar die besten Berater, aber ihr Super-Ego, und das haben wahrlich beide, lässt sie selbst alles besser wissen.

Eigentlich wollte ich gar nicht darüber schreiben, weil es nicht ganz mein Themengebiet ist. Aber dann kam mir Mister Diplomatie, Russlands Außenminister Sergej Lawrow, höchstpersönlich zuvor.

Auf die Frage von CNN Legende Christiane Amanpour, ob die USA mit der Kandidatur von Donald Trump ihren „Pussy-Riot-Moment" erlebten, zögerte Lawrow einen Augenblick, erbat sich einen Moment um eine höfliche Antwort auf diese Frage finden zu können, schleuderte der verstörten Frau Amanpour dann aber knallhart seine Wahrheit ins Gesicht:

"There are so many pussies around your presidential campaign on both sides that I prefer not to comment." (Sinngemäß auf Deutsch:„Es gibt so viele Vollidioten in Ihrem Wahlkampf, weshalb ich es das lieber nicht kommentieren möchte.")
Sergej Lawrow

Nun ist Russland selbst kein Sunshine State in Sachen Demokatie, aber wo der Außenminister Recht hat, da hat er nun einmal Recht. Oder?

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