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Obama hat gnadenlos versagt

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SUCCESSFUL PEOPLE TRIED DRUGS
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In Zusammenarbeit mit Rudolf Helm, SCPS International.

Als Barack Hussein Obama 2008 zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt gewählt wurde, waren die Hoffnungen riesig. Quasi als Vorschuss bekam er auch gleich den Friedensnobelpreis zuerkannt. Machen wir es kurz: Obama hat nicht nur fürchterlich enttäuscht, er hat die Welt in ein Chaos gestürzt:

  • Syrien steht in Flammen
  • Der Irak ist unter iranischen Einfluss geraten
  • Der "Arabische Frühling" führte zur Implosion der Staatlichkeit in vielen Nationen
  • Flüchtlingswellen überrollen Europa
  • Der Mittelstand in den USA verarmt
  • Russland wurde zu Großmachtspolitik animiert
  • Die Türkei wird zur islamischen Autokratie
  • Die Ost-Ukraine brennt
  • Israel wendet sich Moskau zu
  • China erobert Rohstoffgebiete mit Militärgewalt
  • In Südamerika zerfallen politische Strukturen
  • und mehr

Natürlich haben Obama noch sein Team dies alles weder gewollt noch bewusst herbeigeführt. Sie sind einfach nur unfähig. "Not fit to lead" wie man im Amerikanischen sagt. Tagträumer würde man es wohl auf Deutsch ausdrücken.

Obama selbst und weite Teile seiner Regierung wären fantastisch an der Spitze der UNO oder des Weltklimarates. Aber idealistische Träumer an der Spitze der einzigen Ordnungsmacht der Welt - das musste schief gehen und alle echten Experten hatten es auch so vorhergesagt. Dass es jedoch so knüppeldick kommen würde, das war dann doch nicht abzusehen. Der Hauptfehler, seine größte Fehleinschätzung - man könnte auch sagen Dummheit - war es, als ausgewiesener Internationalist an allen möglichen Fronten ein Vakuum der Macht herbeizuführen. Dies im Glauben, andere Player auf dem Feld der internationalen Politik würden zu konstruktiveren Lösungen kommen, als wenn die USA den Weltpolizisten geben. Welch eine abgrundtiefe und absolut unentschuldbare Naivität!

Barack Hussein Obama wird in die Geschichtsbücher eingehen als einer der unfähigsten und unbelehrbarsten Präsidenten der US-Geschichte, als von sich selbst eingenommener Sprechautomat, der durch den Rückzug amerikanischer Autorität die Welt in Brand gesetzt hat.

Das jüngste Beispiel sind die Philippinen, einst Kolonie der USA, dann engster Freund und Verbündeter in Ostasien.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat jetzt im Rahmen seines Staatsbesuchs in China mit den USA gebrochen und die Annäherung seines Landes an Peking forciert. "Ich verkünde meine Scheidung von den USA", sagte Duterte am Donnerstag bei einem Wirtschaftsforum in China. Obama erfuhr davon aus der Zeitung. Bereits am Mittwoch hatte Duterte bei einer Rede vor Angehörigen der philippinischen Minderheit in Peking attestiert, sein Land könne sich nicht mehr auf die USA verlassen. "Ihr schützt nicht mehr unsere Interessen, jetzt ist es Zeit, auf Wiedersehen zu sagen", sagte Duterte Richtung Obama. Duterte ist eine problematische Figur, aber diese Analyse ist schlicht korrekt.

Passenderweise hat die US-Regierung bislang keinen Schimmer vom Ende des Bündnisses mit den Philippinen. "Auf unseren (...) Kanälen hat uns noch keine Anfrage erreicht, unsere (...) Zusammenarbeit mit den Philippinen einzustellen", sagte ein ahnungsloser Vertreter der Regierung Obama. Dabei hätte Obama es kommen sehen können. Denn bei einem früheren Besuch in Peking bezeichnete der philippinische Präsident Barack Obama als "Hurensohn". Dies ist eine Wortwahl, die nicht unbedingt einer guten Kinderstube entspricht, aber sie war kein Unfall; die Worte hatte Duterte sehr bewusst gewählt.

Obama hinterlässt einen Scherbenhaufen - und merkt es noch nicht einmal. Eigentlich müsste er seinen Friedensnobelpreis zurückgeben.

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