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Mahbod Moghadam - der neue Jimmy Wales?

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Junge Leute aus dem Orient. An was denken Sie dabei? Vielleicht eher nicht an ein Lexikon, doch genau darum geht es. Mahbod Moghadam, ein iranischstämmiger Amerikaner aus Los Angeles hatte zusammen mit anderen die Idee, ein gänzlich neues Internetlexikon zu erschaffen. Die Huffington Post USA berichtete über die Anfänge und so mancher fragte sich: Moment mal, Internetlexikon, war da nicht was? Ah genau, Wikipedia. Wozu also eine zweites Angebot dieser Art?

Nun könnte man sagen, na gut, Konkurrenz belebt das Geschäft. Doch ein Geschäft sind weder Wikipedia noch Everipedia, so heisst das neue Lexikon. Beide sind kostenfrei und stehen jedem offen. Der Grund ist ein anderer. Wikipedia ist so groß und so komplex geworden, dass das, was ein gutes, altes Lexikon ausmachte ein wenig auf der Strecke blieb: schnelle kompakte Informationen. In genau diese Lücke stießen die jungen Unternehmer aus Kalifornien vor und der Erfolg gibt ihnen Recht.

Außerdem gibt es bei Everipedia keine so genannten Relevanzkriterien. Jeder Autor kann selbst entscheiden, ob er sein Thema für relevant hält oder nicht. Gleichzeitig sorgt eine gänzlich neue Software dafür Chaoten, Sektierer und Fantasten draußen zu halten. Damit ist Everipedia so etwas wie die technisch modernere Variante der bereits etablierten deutschen Wikipedia-Alternative PlusPedia.

Am 1. August startete nun "Everipedia Deutsch". Wie man das heutzutage eben so tut mit einer Ankündigung auf Facebook. Beethoven Fan Moghadam betont dabei, dass es ganz bewusste "Everipedia Deutsch" heißt und nicht "Deutschland". Denn er will auch Österreich, Luxemburg und die Schweiz nicht vergessen wissen.

Ein mutiger Schritt auf einem schwierigen Gelände. Doch die kalifornischen Technikjungs sind sich in einer Mischung aus orientalischer Gelassenheit und amerikanischem Optimismus sicher: "Wieso sollen die Menschen nicht mehrere Lexika zur Auswahl haben? Monopole sind immer schlecht. Und den Papst gibt es immer noch, auch wenn zwischendurch mal Luther etwas Wettbewerb schaffte." Wikipedia muss sich also keine Sorgen machen. Es hat einen neuen Nachbarn und keinen Gegner. Seien wir also gespannt, ob "Everipedia Deutsch" ebenso Erfolg hat wie die US-Version. Meine Sympathien haben die Jungs.

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