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Die Bundeswehr hat ein dickes Problem: Das ist es!

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BUNDESWEHR
Etienne Girardet via Getty Images
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Seit Tagen ist die Bundeswehr öffentlich in Aufruhr. Innerlich schon viel länger. Es herrscht, so Insider, Unzufriedenheit mit Teilen der Politik, vor allem mit der liberalen Linie in Sachen Flüchtlinge. Aber auch generell fühlen sich gerade viele in den unteren und mittleren Rängen nicht geachtet, vom Volk nicht respektiert und in ihrer gefährlichen Arbeit nicht gewertschätzt.

Nun muss ein Soldat unpolitisch sein und politische Befehle ohne Widerworte ausführen. So läuft das nun einmal beim Militär. Andererseits sind Soldaten auch nur Menschen.

Ein Skandal ist nicht immer ein Skandal?

Um es klar zu sagen: natürlich sind Fälle von Demütigungen in Kasernen oder gar Soldaten, die sich als Flüchtlinge ausgeben mehr als ein Unding, ein handfester Skandal. Aber dafür gibt es den MAD, den Militärischen Abschirmdienst, den deutschen Militärgeheimdienst - den kaum einer kennt, der aber besser ist als sein Ruf.

Lassen wir ihn seine Arbeit machen, es gibt aus der Erfahrung keinen Grund an seiner Zuverlässigkeit zu zweifeln. Und wer weiß, was hinter den ganzen Vorgängen wirklich steckt? So ist eine verdeckte - und misslungene - Operation zur Infiltration von Asylantennetzwerken im In- und Ausland zwecks Abwehr konkreter Terrorgefahren durchaus im Bereich des theoretisch Denkbaren.

Die Welt der Sicherheitsdienste ist sehr schillernd und manches überlässt man besser schweigend den Profis, die wissen, was sie tun. Hysterie ohne harte Hintergrundfakten hilft keinem.

Der eigentliche Skandal!

Was den anderen Aufreger angeht, angebliche sadistische Spielchen in einer Kaserne. Nun, was man bisher weiß geht natürlich so gar nicht, ist aber auch nicht wesentlich brutaler als die Aufnahmeriten einiger Studentenverbindungen hier in den USA.

Also auch in dieser Angelegenheit einfach mal durchatmen und die Verantwortlichen ihre Arbeit machen lassen. Der eigentliche Skandal ist nämlich ein anderer: Dass die Wehrpflicht nicht schon längst wieder eingeführt worden ist.

Denn das Ideal vom "Bürger in Uniform", von einer Bürgerarmee, geht nur zu verwirklichen, wenn jeder Bürger mit 18 Jahren in eine Uniform gesteckt und einmal im Leben auf einen Nachtmarsch mit 30 Kilo Gepäck geschickt wird.

Guttenbergs böse Tat!

Das Schlimmste, das Herr von und zu Guttenberg als Verteidigungsminister diesem Land angetan hat, war nicht seine lächerliche Doktorarbeit, sondern die Aussetzung der Wehrpflicht.

Und der größte Fehler, den die aktuelle Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt, Ursula von der Leyen, begangen hat, ist: die Wehrpflicht bislang nicht wieder zu reaktivieren. Gerade auch, weil die Landesverteidigung mit jedem Tag wieder wichtiger wird.

Abgeschafft? Nein, keineswegs!

Die Wehrpflicht wurde übrigens auch nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt. Was ausgesetzt ist, kann auch wieder eingesetzt werden.

Es wird allerhöchste Zeit, dass die jungen Männer - und gerne auch die Frauen - in Deutschland wieder ihren obligatorischen Dienst für das Vaterland an der Waffe leisten. Und sei es nur für sechs Monate. Hauptsache die Bundeswehr wird wieder zur Armee der Bürger in Uniform.

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