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Deshalb mag keiner die Grünen mehr!

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PICKY EATER
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Großes Erstaunen bei den deutschen Medien: Die Grünen erlebten in Nordrhein-Westfalen zusammen mit der Schulz-SPD ein Megafiasko. Nur rund 6% und deutlich kleiner als die AfD. Welch ein Desaster! In manchen Umfragen rasen die Ökos auf die 5%-Hürde zu, und zwar von oben. Die Partei, die angetreten ist, die Welt zu retten, muss sich jetzt erst einmal selbst retten.

Es schmerzt die grüne Seele

Was den Grünen besonders weh tun dürfte, sind die Werte der AfD. Der rechtsnationale Instrigantenstadl kam mit dem intern ungeliebten Landesverband NRW eben dort auf deutlich über 7% und liegt trotz aller Wirrnisse bundesweit bei etwa 10%, ebenso wie die Ex-SED ("Die Linke"). Sahra Wagenknecht sieht aber auch einfach gut aus, also kein Wunder. Ein Trost für Claudia Roth und ihre verwelkenden grünen Sonnenblumen war bislang die FDP, die bundesweit ebenfalls um die 5% herumschschlich. Doch Schleswig-Holstein und vor allem Nordrhein-Westfalen haben gezeigt: die FDP ist wieder da, und wie! Man traut sich kaum noch, sie als "kleine" Partei zu bezeichnen mit ihren fast 13%!

NRW als Menetekel

CDU und FDP haben sogar eine Einstimmenmehrheit im Landtag von NRW errungen. Wenn die FDP klug beraten ist, geht sie bei dieser Sachlage jedoch in keine Regierung mit der CDU, sondern toleriert eine Minderheitsregierung unter Armin Laschet (CDU). Damit würden die Freien Demokraten besiegeln, was sie immer wieder betont haben: dass sie keine faulen Kompromisse mehr eingehen, die sie 2013 an den Rand der völligen Vernichtung geführt haben. Die Grünen scheinen derweil so gar nichts verstanden zu haben, zumindest wenn man ernst nimmt, was die unselige Frau Löhrmann aus NRW und der ewige Untote der Ökos, Jürgen Trittin, nach der Wahl zum Besten gegeben haben.

So kann das Ende kommen

Das anhaltende Umfragedebakel der Grünen ist kein Wunder und das Verschwinden der Partei aus dem Bundestag durchaus im Bereich des Denkbaren. Wieso? Ganz einfach: die Stammwählerschaft der Grünen ist, studiert man die Daten verschiedener Demoskopen, seit Jahren sehr klein. Dafür können sich viele Menschen vorstellen, die Grünen zu wählen. Das bedeutet, wenn äußere Ereignisse wie der Rinderwahnsinn oder explodierende Atomkraftwerke gerade mal keinen Rückenwind geben, geht diese Wählerreserve zurück zu ihren eigentlichen Wahlpräferenzen. So sehen wir auf Bundesebene aktuell eine Wählerwanderung von den Grünen zur weichen Merkel-CDU, zu Schulzens Retro-SPD bzw. zur runderneuerten FDP - die Ökos schmieren ab und in der Summe gewinnen Rot, Dunkelrot und Grün nichts hinzu.

Atomexplosionen als Wahlbooster

Jetzt sollte man natürlich auch als Grüner nicht auf eine Havarie à la Fukushima hoffen, und schon einmal begriffen die Grünen nicht die wahren Themen der Zeit wie Krieg und Terrorismus, Euro, Massenanstürme aus Afrika und dem Orient sowie Hass auf die EU. Das war 1990 als die Ökos von der Umwelt redeten, während es einzig und allein um die Wiedervereinigung Deutschlands ging. Die Folge: vier Jahre ohne Grüne im Bundestag. Hat es Deutschland geschadet? Eigentlich so gar nicht, lief echt super.

Und dann auch noch das Klima

Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: es dämmert immer mehr Menschen und Regierungen, dass der Klimawandel vielleicht doch nicht so ganz dramatisch ist. Klimaretter kommen aus der Mode. Deswegen demonstrieren derzeit auch Wissenschaftler vor allem in den USA, denn inzwischen haben die Amerikaner, die Russen und die Chinesen begriffen, dass die Aufregung um eine CO2-Klimaerwärmung ein wenig übertrieben sein könnte. Da kann GEZ-Besserwisser Rangar Yogeshwar noch so viel heiße Luft absondern - sie wird nicht ausreichen, um das Klima zu erwärmen und die opulenten Forschungsgelder der akademischen Klimaindustrie zu retten. Auch das Ozonloch schließt sich, die EU hat generell verschissen und der Umwelt in Deutschland geht es so gut wie seit Beginn der Industrialisierung nicht. Die Grünen haben daran ihren Anteil. Mission erfüllt, Nutzwert aufgebraucht. Der Laden kann dicht machen.

Was wäre wenn?

Was würde passieren, wenn die Grünen wirklich aus dem Bundestag fliegen? Die Antwort ist einfach: gar nichts. Denn nicht nur in Sachen Umwelt werden sie nicht mehr gebraucht, auch in Fragen der inneren Liberalität, der EU-Freundlichkeit, der massenhaften Einwanderung und sozialer Fragen haben längst andere Parteien die Positionen der Grünen aufgesogen und in die eigene Programmatik eingebaut. Wenn selbst eine uralte und staatstragende Partei wie die FDP 2013 aus dem Bundestag herausgewählt werden konnte, ist dies bei den Grünen ebenso denkbar. Die Erde würde sich trotzdem weiterdrehen, dafür bekäme der deutsche Wähler einen Bundestag mit weniger hysterischen Bedenkenträgern, deren Leistungssport ist, gegen alles zu sein, was Spaß macht oder ungesund ist. Es wäre doch mal ein interessantes Experiment.

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