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Am Ende ist Barack doch mehr Hussein

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TURKEY F16
Daniele Faccioli/Stocktrek Images via Getty Images
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Unter Verwendung von Informationen der SCPS International New York.

Für alle, die die vergangenen fünf Jahrzehnte verschlafen haben: die Türkei ist Mitglied der NATO, bis unlängst eines der zuverlässigsten und stäksten. Jetzt ist die Erdogan-Türkei einem Geheimdienstverbund aus Syrien, Iran und Russland beigetreten. Man braucht weder ein abgeschlossenes Studium der Politikwissenschaft, noch besondere weltpolitische Kenntnisse, um sich zu wundern. Aber nach acht Jahren Barack Hussein Obama als US-Präsident sollte man sich das Wundern ohnehin abgewöhnt haben.

Es handelt sich dabei auch nicht um einen Bluff. Russland hat nach Insiderinformationen schon damit angefangen, mit der Türkei geheimdienstlich zusammenzuarbeiten. Konkret hat die Türkei "Intelligence" für ihre Militäroperation "Euphrates Shield" erhalten. Die Türkei ist außerdem dem "Joint Intelligence and Coordination Center" (JICC) in Bagdad, dem neben Russland auch Syrien, der Irak und der Iran (!) angehören, beigetreten.

Aus Angaben der Zeitung Iswestija lässt sich folgern, dass Russland nachrichtendienstliche Informationen, die aus Radiosignalen, elektronischen und Bildmaterialien stammen, an die Türkei geliefert hat. Im Gegenzug soll das NATO-Land Türkei Russland mit nachrichtendienstlichen Informationen versorgen.

"Obwohl die Türkei ein NATO-Mitglied ist, wurden die Türken aufgrund des Putschversuchs sehr verärgert, an dem gewisse westliche Mächte in direkt mitgearbeitet haben sollen", so die an Kreativität nicht mangelnde Geschichtsschreibung à la Russland und Türkei.

Indirekt bestätigt werden so Vorwürfe von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump, der in seinen neueren Reden stetig wiederholt, Clinton und Obama hätten den Nahen Osten erst ins Chaos gestürzt, sich dann zurückgezogen und die gesamte Region somit den Russen in die Hände getrieben. Und in der Tat, das JICC in Bagdad ist auf russische Initiative hin entstanden.

Von Seiten der USA braucht das NATO-Land Türkei keine Rüge zu erwarten. Präsident Obama hat vom ersten Tag seiner Amtszeit aktiv eine Politik betrieben, die zwangsläufig zu derartigen Konsequenzen führt.

Warum sollte er sich jetzt beschweren? So wird deutlich, was konservative Kommentatoren schon lange unkten: In Barack Hussein Obama steckt vielleicht doch mehr Liebe zum Hussein als zum "Barry" genannten Barack aus Hawaii.

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