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Was diese StÀdte tun, werden Sie nicht glauben

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KristinaJovanovic via Getty Images
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Und von unten leuchtet es rot - nein, nicht aus der Hölle, aus dem Asphalt.

In großen StĂ€dten ist ein neuer Trend ausgebrochen: LEDs im Boden, um die Generation „Kopf unten" vor herannahenden Straßenbahnen zu warnen, wenn diese den Blick nicht von ihrem Smartphone wenden können. Deshalb gibt es in Augsburg und Köln bereits an manchen BahnĂŒbergĂ€ngen die Ampel im Boden. Und auch MĂŒnchen will jetzt nachziehen. Dort gab es erst im MĂ€rz zwei schwere UnfĂ€lle mit einer Toten und einem Schwerverletzten, die von der Straßenbahn erfasst wurden.

Das Problem mit dem Symptom verwechselt

SelbstverstĂ€ndlich wollen die StĂ€dte weitere solcher Smombie-UnfĂ€lle vermeiden, das kann ich sehr wohl verstehen. Sie wollen die Unfallrate senken, was ich nur unterstĂŒtzen kann. Nur sehe ich den UnfĂ€llen nicht das Problem, sondern eher ein Symptom. Das eigentliche Problem liegt doch nĂ€mlich viel tiefer: in der fehlenden Achtsamkeit im Alltag.

Seien Sie einmal ehrlich zu sich selbst: Wie viel Zeit verbringen Sie am Tag tatsÀchlich damit, den Moment und Ihre Umgebung aufmerksam wahrzunehmen? Und wie viel Zeit verbringen Sie damit, mehrere Dinge gleichzeitig abzuarbeiten, ohne sich richtig auf eine Sache zu konzentrieren? Ich will Sie damit nicht anprangern, es geht mir ja selbst oft genug so.

Und schauen Sie sich in Ihrer Umgebung um: An der Bushaltestelle starren alle auf ihr Handy, anstatt sich miteinander zu unterhalten. Im Zug haben viele Mitfahrer Kopfhörer am Ohr, anstatt mit ihren Mitreisenden zu sprechen. In CafĂ©s klappt so manch einer seinen Laptop auf und freut sich ĂŒber das kostenlose WLAN, das fĂŒr jedes angesagte Kaffeehaus mittlerweile ein Muss ist - ja sogar auf öffentlichen PlĂ€tzen.

Das intensive Leben

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin ein großer Fan neuer Technologien. Ich kann mir ein Leben ohne Internet und Smartphone auch nicht mehr vorstellen. Es ermöglicht mir, mit Leuten zu kommunizieren, die gerade nicht vor Ort sind, oder Menschen kennenzulernen, die ich im realen Leben niemals getroffen hĂ€tte. Ich bekomme schnelle jede Information, die ich benötige.

Aber ich finde es höchst beunruhigend, dass die Menschen dadurch verlernen, direkt miteinander zu kommunizieren - als könnten Emojis mehr sagen als ein echter Gesichtsausdruck. Als könnte ein Bild von einem Sonnenaufgang auf Instagram das echte Erlebnis in der Natur ersetzen. Als könnte ein kurzer Kommentar auf Facebook ĂŒber den Mangel an intimen GesprĂ€chen mit echten Freunden hinwegtĂ€uschen.

Das wahre Leben ist doch so viel intensiver, als es je ein Handydisplay zeigen kann. Und trotzdem starrt gerade die junge Generation unentwegt auf das Handy und kriegt es noch nicht einmal mit, wenn eine Straßenbahn angerauscht kommt. DAS ist das eigentliche Problem.

Die Reaktion der StĂ€dte auf die UnfĂ€lle ist daher zwar nachvollziehbar, wird aber das Problem nicht lösen. Ich befĂŒrchte eher, dass dadurch das isolierte Verhalten noch gefördert wird, anstatt das Miteinander zu fördern. Überlegen Sie doch einmal: Wenn Sie selbst an Ampeln nicht mehr gezwungen sind, aufzuschauen, wie wahrscheinlich ist es dann, dass Sie Ihre Mitmenschen wahrnehmen? Wohin verschwindet denn dann die Mitmenschlichkeit?

Achtsamkeit lehren

Ich glaube, eine bessere Möglichkeit, solche UnfĂ€lle zu verhindern, wĂ€re es, wieder mehr Achtsamkeit zu lehren. Wenn Kinder nicht schon mit Handys aufwachsen wĂŒrden, wenn sie von kleinauf noch lernen wĂŒrden, miteinander zu kommunizieren - von Angesicht zu Angesicht. Wenn sie mit ihren Eltern am Tisch oder auf dem Sofa sitzen und sich miteinander unterhalten wĂŒrden, anstatt sich mit Fernsehsendungen ruhig zu stellen. Wenn es mehr CafĂ©s ohne Wifi gĂ€be, damit sich die Leute mit den netten Menschen am Nachbartisch unterhalten. Wenn es statt stĂ€ndigem Go Go Go bewusste Momente der Ruhe gĂ€be.

WĂŒrden Sie dann Ihre Umgebung nicht viel bewusster wahrnehmen? Und brĂ€uchte es dann ĂŒberhaupt Ampeln im Boden?

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