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Traumjob Tellerwäscher - worauf es bei der Berufswahl wirklich ankommt

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Zeitungsjunge, DJ, Krankenpflegehelfer, doch lieber Ballerina, dann Nachhilfelehrer, zwischendrin Tankwart und jetzt erfolgreicher Eventmanager - klingt ja nicht gerade nach einem schnurgeraden und wohl geplanten Karriereweg.

Wenn Sie sich den Hashtag #first7jobs ansehen, muss das auch nicht der Fall sein. Wie ein Lauffeuer hat sich #first7jobs im August im Internet verbreitet: Viele Twitter-User präsentierten Mini-Lebensläufe mit ihren sieben ersten Jobs, bei denen Ihnen teilweise wahrscheinlich die Haare zu Berge stehen würden.

All diese Auflistungen an komischen Jobs, die oft nicht mal wirklich zusammenpassen, zeigen doch eines deutlich: Laufbahnen müssen nicht geradlinig sein. Im Gegenteil: Es scheint nicht ungewöhnlich zu sein, auf dem Weg zum Traumjob vieles auszuprobieren.

Mehr Vielfalt - mehr Testläufe

Da kommt mir der Ratschlag, ja fast schon die Warnung, der Generation meiner Großeltern und Eltern in den Kopf: "Überleg' dir gut, was du beruflich mal machen möchtest, denn das musst du dann bis zur Rente durchhalten!"

Ganz ehrlich, ich finde, das passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit. Diese Einstellung ist überholt. Denn unsere Welt ist vielfältiger geworden. Die Angebote sind breiter gefächert, die Möglichkeiten zahlreicher. Und das schafft Platz, um sich selbst auszutesten - eben in sieben Jobs. Oder mehr. Oder in etwas ganz anderem als dem vermeintlichen Traumjob.

Denn im Grunde geht es doch im Leben gar nicht nur darum, den Traumjob zu finden. Was über dem steht ist das persönliches Lebensmotiv, die tiefere Erfüllung zu definieren.

Um euer Motiv im Leben zu finden, stellt euch diese zwei Fragen:

1. Was wollt ihr wirklich im Leben?
2. Wozu wollt ihr es? Worin liegt der Sinn in dem, was ihr tut?

Die Antwort hierfür müsst ihr nicht unbedingt im Job finden - vielleicht liegt euer tieferes Motiv ja gar nicht im Berufsleben.

Natürlich könnt ihr "nur" Tellerwäscher sein - wenn euer Beweggrund ist, sich damit einen schönen Urlaub zu finanzieren oder mehr Zeit für andere Dinge zu haben, warum nicht? Ihr könnt euch aber auch durch ein schwieriges Studium durchkämpfen mit dem Motiv, mal erfolgreicher Manager zu werden. Solange ihr euer Motiv kennt und diesem folgt, gibt es keinen miesen Job auf dem Weg dorthin.

Veränderung ist der Weg zum Ziel

Die Antworten auf diese zwei Fragen - was wollt ihr und wozu - können sich bei euch im Laufe des Lebens auch ändern. So muss - um beim Beispiel des Traumjobs zu bleiben - die erste Stelle nicht für immer die richtige für euch sein.

Nutzt sie als Chance: Betrachtet eure aktuellen Aufgaben im Beruf genauer und überlegt euch: Was gefällt euch daran? Und bringt es euch dorthin, wo ihr hin möchtet? Arbeitet ihr also heraus, was und wozu ihr etwas in Zukunft machen möchtet?

Wichtig ist, dass ihr euch diese zwei Fragen immer wieder stellt und regelmäßig kritisch hinterfragt, ob das, was ihr gerade tut, noch eurem Motiv entspricht. Einfach nur ziellos irgendwelche Jobs zu machen, ohne zu wissen, was ihr wirklich wollt, ist sinnlos. So werdet ihr die Erfüllung in eurem Leben nicht finden.

Auf der Reise durch das Leben gibt es keine Irrwege

Macht euch aber auch frei von dem lähmenden Gedanken, dass ihr euch auf eurem Lebensweg völlig verlaufen könntet. Denn auf dieser Reise gibt es keine Sackgassen und falschen Wege.

Schritt für Schritt entsteht eine Erfahrung nach der anderen, die ihr vorher so gar nicht planen und zurechtlegen konntet. Wozu etwas gut war, werdet ihr rückblickend erkennen: Aus jeder Station könnt ihr Erkenntnisse mitnehmen und eurem Motiv näher kommen.

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Ob ihr dazu nun die magische Zahl von sieben Jobs benötigt oder mehr oder weniger: All das zusammengenommen, ist eine Entwicklung, die ihr durchlauft, um eure Antworten auf die zwei wichtigen Fragen den Feinschliff zu verleihen.

Erkennen ihr euer tieferes Motiv und ihr werdet für das, was ihr tut, motiviert sein und bleiben und in eure Tätigkeit mehr Sinn hineingeben.

Für mich persönlich gibt es jedenfalls nichts großartigeres als Menschen mit Leidenschaft und Sinn in ihrem Job, in ihrer Freizeit, in ihrem Tun und Handeln.
In diesem Sinne: Lebt euer Motiv! Und alles wird gut.

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