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Das ist unglaublich: Hinterm Smartphone verstecken sich echte Menschen

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PHONE ADDICT
AnaBGD via Getty Images
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Wo soll das Leben im Cyberspace noch hinf├╝hren? Cybercash, Cybermobbing, Cybercaf├ę, Cybersex ... Wom├Âglich bekommen die Menschen bald s├╝├če, kleine Avatarkinder und leben mit Hologrammen zusammen.

Bei manchen Beziehungen w├╝rde sich ja nicht viel ├Ąndern ...

ÔÇ×Machst du mal das Licht aus? :)"

ÔÇ×mom"

ÔÇ×Thx!"

ÔÇ×:-*. n8!"

Das ist doch total absurd, wenn Erwachsene vor dem Zubettgehen lieber mit Doppelpunkten und Emoticons per Smartphone kommunizieren, statt sich zum Partner umzudrehen.

In unserer modernen, technisierten Welt sind wir immer mehr durch Gadgets, Apps und Tools fremdbestimmt und maschinengetaktet. Menschliche Beziehungen gehen dabei vor die Hunde. Echte Begegnung? - Was ist das denn bittesch├Ân? Wahrhaftige Auseinandersetzung? - Wozu denn ├╝berhaupt? Verbale Konversation mit Emoti ... - nein nicht Emoticons -, sondern echten Emotionen? Braucht kein Mensch mehr!

Nicht nur das: Auch die Beziehung zu sich selbst geht vielen Menschen im Cyberfieber verloren.

Der moderne Lebensrhythmus: Piep, brrr, blink

Seit der Erfindung der Taschenuhr, die jeder bei sich tragen kann, ist es ein Trend: Menschen leben nicht mehr in ihrem eigenen Rhythmus, sondern nach dem maschinellen Takt der Uhr. Ihre gesamten Taktungswerkzeuge finden Sie heutzutage ganz kompakt f├╝r die Hosentasche - quasi to-go - im Smartphone: Uhr, Wecker, Kalender, To-Do-Liste, Countdown-App.

Dauernd klingelt oder piepst etwas, vibriert oder blinkt. Rei├čt Sie aus Ihren Gedanken, aus dem, was Sie gerade tun, und damit aus Ihrem Leben - nur um Sie daran zu erinnern, dass Sie gerade etwas anderes vermutlich viel Unwichtigeres verpassen.

Der Effekt ist dauernde Hektik, das st├Ąndige Gef├╝hl, getrieben zu sein - mit einem Wort: Stress.

Smartwatch an, K├Ârpergef├╝hl aus

Und: Sie verlieren auch das Gef├╝hl f├╝r sich selbst. Ihre Bed├╝rfnisse nach Nahrung, Schlaf und Bewegung halten sich schlie├člich nicht an Ihren Terminkalender und kommen zur vollen Stunde. Sie kommen dann, wenn Ihr K├Ârper, Ihr Biorhythmus danach verlangt. Unter dem Diktat der Uhr sind Sie jedoch gezwungen, das K├Ârpergef├╝hl abzuschalten, sich zu ma├čregeln. Sie d├╝rfen nicht mehr Mensch sein. Das Gesp├╝r f├╝r die eigenen Bed├╝rfnisse geht verloren - und ebenso das Gesp├╝r f├╝r andere Menschen.

├ťber Facebook, WhatsApp und Co. merkt niemand mehr, ob der Gespr├Ąchs-, ├Ąhm Chatpartner, mitgeht oder nicht, welche Gef├╝hle er hat, was er geben kann und was er braucht. Auf dem Bildschirm sehen alle nur die W├Ârter und Smileys. Die ersetzen nicht die Mimik und Gestik und bieten viel zu viel Interpretationsspielraum.

Eine Auszeit mit mir

Das Einzige, was hier hilft, ist Aussteigen. Einen Tag in der Woche Handy, Computer und Tablet ausstellen, die Armbanduhr gar nicht erst anziehen und aktiv sein, ohne sich treiben oder fremdtakten zu lassen.

Ich gehe daf├╝r am liebsten in die Natur: Smartphone aus, die Stille im Wald oder auf den Feldern genie├čen - einfach herrlich, Zeit nur f├╝r mich. Zeit auf meinen Bauch zu h├Âren. Zeit zu reflektieren. Zeit, um mich mit dem auseinanderzusetzen, was mir wichtig ist - nicht anderen. Zeit, um mir selbst wieder zu begegnen.

Und anschlie├čend geht's wieder ab in die Cyberwelt. Nat├╝rlich auch mit E-Mails, Chats, Apps ... Aber vor allem auch eine Welt, in der Menschen leben. Die ich ansimsen kann, aber viel lieber pers├Ânlich anspreche. Ein echtes L├Ącheln ist doch viel sch├Âner als ein Doppelpunkt und eine Klammer.

Ach ja: Damit Sie die Auszeit mit sich selbst nicht vergessen, tragen Sie sich ruhig einen wiederkehrenden Termin im Kalender ein.

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