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Das sind die Internet-Buzzwords 2015

04/08/2015 17:05 CEST | Aktualisiert 04/08/2016 11:12 CEST
Courtney Keating via Getty Images

2015 brachte uns viele Buzzwords wie Virtual Reality, Internet der Dinge, Industrie 4.0, Big Data, Omnichannel, Smart Home und viele mehr. Aber was steckt genau dahinter? Sind sie immer noch aktuell oder schon längst ein alter Hut? Gemeinsam mit meinen Kollegen bin ich dem auf den Grund gegangen.

Wearables

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Spätestens seit der Consumer Electronics Show (CES) - der wichtigsten Messe rund um Unterhaltungselektronik - und dem Launch der lang erwarteten Apple Watch Ende April werden Wearables als wahrer Megatrend gehandelt. Produkte wie Live Bands oder Smartwatches überschwemmen den Markt.

Prognosen gehen davon aus, dass der Markt für Wearables in den nächsten drei Jahren auf das Dreifache ansteigen wird - ein gigantisches Wachstum im sonst stagnierenden Telekommunikations-Markt! Aber nicht jedes Wearable ist automatisch ein Renner. So hat beispielsweise die Apple Watch die Experten und viele der treuen Apple Fans trotz des anfänglichen Hypes enttäuscht.

Dennoch: Die Zukunft der Wearables hängt am Handgelenk. Nicht nur in Sachen Wellness und Gesundheit werden die kleinen Helfer ganz groß rauskommen. Sie werden unser Leben vereinfachen.

Virtual Reality

Mit Brillen wie Oculus Rift kann man schon heute in virtuelle Computerwelten eintauchen und sich darin wie in der Wirklichkeit bewegen. Gerade im Gaming-Bereich wird diese Technologie noch wichtiger werden und ganz neue Möglichkeiten und Spielerlebnisse eröffnen. Aber auch in anderen Bereichen kommt die Technik zum Einsatz:

Das Unternehmen Technicon hat beispielsweise eine Brille für Automobildesigner entwickelt, mit der sie sich in ein virtuelles Cockpit setzen und ihre Designs äußerst realitätsnah überprüfen können.

Damit verwandt ist die Augmented Reality: Die wirkliche Welt wird über Brillen oder Head-up-Displays mit digitalen Informationen angereichert. Dass das Ganze nicht nur wie im Film Iron Man funktioniert, zeigt ein Anwendungsbeispiel von SAP im Bereich Logistik:

Die Lagerarbeiter werden hier mit Smart-Glasses durch das Lager navigiert. Handlungsempfehlungen und Aufgaben bekommen sie direkt auf das Brillenglas projiziert. Sie können mit der Brille Barcodes lesen und erhalten einen direkten Draht zu einem Operator, wenn zum Beispiel der Gabelstapler aussetzt - die perfekte Symbiose von Mensch und Maschine.

Internet der Dinge/Internet of Things

Was ist eigentlich dieses Internet der Dinge, von dem jeder spricht? Keine Messe im Industrie-Sektor kommt mehr ohne dieses Buzzword aus. Im Internet der Dinge sind nicht nur Computer oder mobile Geräte mit dem Internet verbunden, sondern auch physische Objekte wie Kaffeemaschinen, Autos oder Produktionsanlagen.

Die reine Technik für die Verbindung wie Sensoren, Netzwerkzugang oder Software ist schon verfügbar, jetzt geht es daran, massentaugliche Anwendungsfälle zu finden und zu realisieren.

Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der im Oktober 2015 auf den Markt kommende Handkoffer von Bluesmart. Dieser ist mit dem Smartphone verbunden und verschließt sich automatisch, wenn er sich vom Besitzer entfernt. Außerdem schlägt er via Smartphone Alarm und übermittelt seinen Aufenthaltsort.

Der Koffer verfügt zudem über eine eingebaute Waage. Hebt man ihn hoch, wird das Gewicht auf der dazugehörigen Smartphone-App anzeigt - praktisch, um Übergepäck und damit unangenehme Überraschungen bei der Gepäckaufgabe zu vermeiden. Durch die im Koffer verbauten Sensoren berechnet die App ebenfalls nützliche Trip-Informationen:

Wie weit bin ich gereist, welche Flughäfen habe ich besucht und wie lange habe ich mich in den einzelnen Ländern aufgehalten? Kleingeräte wie Smartphone oder E-Reader lassen sich unterwegs mit dem integrierten Akku aufladen. Zusätzlich steckt im Koffer ein großer Akku, der unterwegs Kleingeräte über USB wieder aufladen kann.

Omnichannel

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Vor allem in Vertriebs- und Marketingkreisen ist das Wort Omnichannel in aller Munde. Es geht dabei um die Vernetzung einzelner Online- (Internet Shops) und Offline- (z.B: Ladengeschäfte) Verkaufskanäle.

Der Konsument unterscheidet mittlerweile nicht mehr zwischen den einzelnen Kanälen, er bewegt sich fließenden zwischen On- und Offline-Welten: Er informiert sich im Internet über Produkte und sucht nach Bewertungen anderer Käufer, lässt sich im Geschäft beraten, kauft vielleicht doch im Internet, zeigt seine Neuerwerbung stolz auf Facebook und fragt bei Problemen den Hersteller direkt auf Twitter.

Die Anbieter sind nun dabei, diese Medienbrüche zu eliminieren und für ein noch besseres, auf unsere Bedürfnisse abgestimmtes Kundenerlebnis zu kreieren. Bald sollen wir nahtlos zwischen den einzelnen Kanälen wechseln können, ohne wieder von vorne zu beginnen.

Zuhause oder unterwegs im Internet Artikel aussuchen und beim Betreten des Ladens gleich zusammengestellt bekommen? Kein Problem.

Smart Home

Lange gehypt aber spät zum Fliegen gebracht wurde das Thema Smart Home. Viele hatten dabei Science Fiction zu Dumping-Preisen vor Augen, beispielsweise sprechende Häuser, oder selbst einkaufende Kühlschränke. Nach einigen Jahren kommt allmählich Bewegung in den Markt.

Immer mehr Anbieter wollen mehr Kontrolle und Komfort in unser Zuhause bringen: Mit einem Fingerwisch wird das Licht, Jalousien oder die Waschmaschine von unterwegs aus gesteuert. Die Haustür sperrt sich bereits von selbst auf, sobald das Handy in der Tasche des Besitzers näherkommt.

Intelligent gesteuerte Heizung, Klimaanlage oder Beleuchtung helfen beim Senken der Energiekosten und schonen damit auch die Umwelt. Wir sind schon gespannt, wie sich dieser Trend weiter entwickelt und welche Firmen hier die Nase vorn haben werden.

Crowd Funding

Im Netz entsteht gerade eine neue Art des Zusammengehörigkeitsgefühls - Teilen, „Sharen" in der Crowd ist angesagt. Deutlich wird das unter anderem durch Crowd Funding auf Plattformen wie startnext oder Kickstarter.

Viele User schließen sich dort bei der Finanzierung einer guten Idee oder eines genialen Produkts zusammen. Jeder beteiligt sich dabei mit einem für ihn überschaubaren Geldbetrag. Die Macht des Schwarms fungiert hier doppelt smart: Crown Funding minimiert das Risiko für den Einzelnen, vermittelt ihm jedoch das Gefühl, an etwas Größeren beteiligt zu sein und dazu zu gehören.

Erfolgsgeschichten gibt es genügend: die VR-Brille Oculus Rift, The Dash - smarte und drahtlose In-Ear-Kopfhörer oder das Fairphone. Weitere Trends stehen in den Startlöchern, beispielsweise Crowd Brokering oder Sharing in allen Lebensbereichen: vom WLAN über den Garten bis hin zum Abendessen.

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