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10 Gedanken, die fast jede Mutter nach der Geburt hat, sich aber kaum jemand traut zuzugeben

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Ein Baby zur Welt zur bringen, gehört zweifellos zu den prägendsten Momenten im Leben jeder Frau. Und obwohl dieses einmalige Erlebnis sicherlich bei jeder jungen Mutter unterschiedliche Gefühle hervorruft, gibt es doch einige Gedanken, die sich fast jede Frau nach der Geburt macht.

Ich glaube das zu wissen, weil es nicht nur mir so ging, sondern viele Freundinnen und Familienmitglieder mir von sehr ähnlichen Gefühlen erzählt haben.

Und ich glaube auch: Es gibt noch viel mehr Frauen, denen es so geht, die sich aber nicht trauen, diese Gedanken zu äußern - aus Angst, sie stünden als schlechte Mutter da.

1. Ich haben einen Fehler gemacht


Das klingt ganz schrecklich. Doch auch wenn ich das, glaube ich, nie laut ausgesprochen habe, ist mir der Gedanke gekommen. Etwa am vierten Tag nach der Geburt, als meine Hormone verrückt spielten, meine Milch kam und ich ein Baby hatte, das mir keine Sekunde Ruhe gönnte, dachte ich: Das war ein Fehler.

Ich hatte ein sorgloses, entspanntes Leben aufgegeben, das sich komplett um mich selber und die Dinge drehte, die ich gerne tun wollte (ich weiß, wie egoistisch das klingt). Jetzt schien mein Leben mit einem Mal zu Ende zu sein. Nach einem tränenreichen Telefonat mit meiner besten Freundin - die mit den Worten abhob "Ah, ich habe schon auf diesen Anruf gewartet, ich kann nicht glauben, dass es so lang gedauert hat" - wurde mir klar, dass es ein ganz normales Gefühl war.

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2. Ich spüre keine Liebe zu dem Kind

Ich hatte dieses Gefühl zwar nie, kenne aber einige Frauen, denen es so ging. Sie haben nie diesen Moment überwältigender Liebe erfahren, sie vergossen keine Freudentränen, sie fühlten sich nur... naja, sie fühlten nichts. Wie betäubt.

Es ist völlig in Ordnung, sich so zu fühlen. Man kann Emotionen nicht einfach anknipsen und manchmal braucht es eben ein bisschen, bis man diese Gefühle entwickelt. Keine Mutter sollte sich zu einem bestimmten Gefühl zwingen, nur weil sie denkt, es werde von ihr erwartet, hundertprozentig glücklich zu sein.

Manchmal dauert es ein bisschen länger und manche Frauen brauchen etwas Abstand von der anfänglichen Überwältigung, um eine Verbindung zu ihrem Kind herstellen zu können.

3. Ich habe keine Routine

Dazu kann ich nur sagen: Kinder zu bekommen ist per se das Gegenteil von Routine. Alles braucht Zeit - und kein Erziehungsratgeber der Welt und keine Folge von "Super Nanny" wird euer Kind dazu bringen, ohne Gezeter ins Bett zu gehen und bis sieben Uhr morgens durchzuschlafen.

Das Baby hat die Bücher nicht gelesen, woher soll es also auch wissen, was es zu tun hat? Jede Routine, die ich entwickelt habe, war ein totaler Glückstreffer.

4. Ich wünschte, sie wären schon älter

Im ersten Monat habe ich mir eigentlich permanent gewünscht, meine Tochter wäre schon älter. Vor allem deswegen, weil ich so panische Angst vor plötzlichem Kindstod hatte, dass jede Nacht für mich eine Qual war. Und ich dachte, dass das Risiko von etwas Schrecklichem deutlich geringer sein würde, wenn die ersten Monate erst überstanden wären.

Erst als sie ungefähr ein Jahr alt war, gelang es mir, mich ein bisschen zu entspannen und die Tage mit ihr mehr zu genießen.

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5. Etwas Schreckliches wird ihnen zustoßen

Siehe oben! Die Sorgen werden mit jedem Monat ein bisschen weniger, aber ich bin nicht sicher, ob sie je ganz weggehen. Ein Stück weit müssen wir uns als Eltern damit abfinden, dass die Sorgen um unsere Kinder uns bis zum Ende unseres Lebens begleiten werden.

6. Wann wird es einfacher?

Ähnlich wie die Frage 'Wann werden die Sorgen verschwinden?' ist auch das nur schwer zu beantworten. Doch ich kann euch sagen: Jetzt, da Matilda 20 Monate alt ist und mir immerhin sagen kann, wenn ihr kalt ist, wenn ihr heiß ist, wann sie Durst hat und wann Hunger, ist schon einiges leichter geworden.

Sehr viel mehr braucht ein Kind nicht um zu überleben und das gibt einem als Mutter ein gutes Gefühl.

7. Ich will nicht stillen

Wisst ihr was? Wenn ihr nicht stillen wollt, dann solltet ihr auch nicht stillen. Lasst euch keinen Druck machen von gesellschaftlichen Konventionen, wenn euch Stillen unglücklich macht. Nicht jede Frau fühlt sich dabei wohl. Es ist manchmal echt hart und am Schluss kommt es nur darauf an, dass ein Baby gefüttert wird - egal, wie es die Nahrung von seiner Mutter bekommt.

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8. Ich will alleine sein

Völlig normal. Wenn du ein Baby hast, haben alle das Gefühl, dass sie Anspruch auf dich haben, dass sie über deine Zeit verfügen können. Wie oft habe ich Besucher an der Wohnungstür abgewimmelt, indem ich behauptete, ich sei beschäftigt. In Wahrheit wollte ich aber nur ins Schlafzimmer gehen, mich auf mein Bett legen, mein Gesicht im Kissen vergraben und weinen.

Aber keine Angst: Sobald die Nachricht des Neugeborenen wirklich alle erreicht hat und alle das Baby bestaunt haben, werden die meisten schnell wieder das Interesse verlieren und zu ihrem normalen Leben zurückkehren. Wer bleibt, sind die Menschen, denen du wirklich wichtig bist und die Zeit mir dir verbringen wollen.

9. Wieso tun alle anderen so, als sei es total einfach?

Weil sie verdammte Lügner sind. Es ist nicht einfach. Niemand findet alles am Mama-Sein immer großartig. Und alle, die behaupten, sie wären jeden Moment glückselig, kämpfen hinter verschlossenen Türen oft umso heftiger mit ihrer neuen Mutterrolle (zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht).

10. Ich kann das nicht

Du kannst das. Du bist großartig. Allein dadurch, dass du für dein Kind da bist, machst du schon den besten Job. Halte durch!

Wenn das Gefühl der Überforderung auch nach Monaten noch so stark ist und dich runterzieht, sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust. Du wirst sehen, dass es sehr vielen Mamas ähnlich geht wie dir.

Auf meinem Blog könnt ihr mehr von mir lesen.

Stacey.x

Dieser Blog erschien ursprünglich in der HuffPost UK und wurde von Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt.

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(ame)