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So können wir Frieden finden

16/11/2015 10:57 CET | Aktualisiert 16/11/2016 11:12 CET

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Bild: Art of Living

Die schrecklichen Anschläge in Paris haben uns überall auf der Welt bis ins Mark geschockt. Dies ist ein direkter Angriff, nicht nur auf die europäische Lebenweise, sondern auf die Werte, die allen liberalen Gesellschaftsformen gemein sind.

Auch Indien hat seit vielen Jahren stark unter Terrorismus gelitten, genau wie Pakistan und der mittlere Osten. Wiederholte Anschläge haben eine gewisse Abgestumpftheit in der Psyche der Menschen im Irak, Afghanistan und anderswo hinterlassen.

Wenn solche Dinge geschehen, hören wir viele oberflächliche Verurteilungen und diplomatische Sympathie. Wir müssen genau hinschauen, zur Wurzel der geistigen Einstellung, die den Terrorismus hervorbringt, sowie zu den Quellen von Finanzierung und Waffen.

Wenn eine unmenschliche Tat mit einer fehlgeleiteten, religiösen Stilisierung und falschem Stolz begangen wird, ist da kein Platz für gesunden Menschenverstand, Vernunft und Dialog. Jede militärische Intervention macht die Dinge nur noch schlimmer und führt dazu, dass die verursachende Ideologie gestärkt wird. Wir konnten diesen Mechanismus in der Vergangenheit wieder und wieder beobachten.

Permanente Angst

Wenn eine Gesellschaft permanent in Angst leben muss, ist dies kein gutes Zeichen für das Jahrhundert, in dem wir leben. Wo haben wir Fehler gemacht? Wer kann handeln? Viele solche Fragen kommen auf und bleiben unbeantwortet.

Sind wenigstens die religiösen Oberhäupter an diesem Punkt bereit, Verantwortung zu übernehmen?

Können sie ihre Positionen und ihre Leben riskieren und sich klar gegen solche Ideologien stellen, welche das Leben nicht respektieren?

Wird die Regierung die Waffenlobby in ihre Schranken weisen, und die Finanzierung der Terrorgruppen genau verfolgen?

Wird die Welt sich jemals auf ein gemeinsames Ziel hinbewegen, wo Gerechtigkeit herrscht, wo Mitgefühl und Einigkeit als zentrale Philosophien des Lebens gelten?

Kann Vielfalt nicht nur toleriert, sondern gefeiert werden?

Kann das Bildungssystem Vernunft über blinden Glauben stellen?

Millionen solcher Fragen steigen auf, und frustrieren und deprimieren den einfachen Bürger umso mehr. Es gibt einige, die bei solchen Geschehnissen wegschauen und sich durch Unterhaltung ablenken, während andere durch gewalttätige Filme bereits abgestumpft sind.

Taten der Tapferkeit

In dieser Welt sehen wir viele Helden unter den Bürgern, die kommen, um zu helfen, einen Strahl der Hoffnung mitbringen und sich auch verpflichtet sehen, die Stimmung der Gesellschaft anzuheben. Diese gewöhnlichen Helden sind ein Segen. Sie sind wahre spirituelle Wesen. Die Medien sollten solche Taten der Tapferkeit hervorheben - und das tun sie glücklicherweise von Zeit zu Zeit auch!

Pädagogen müssen aufwachen und Bildung zum Thema Frieden fördern, damit kommende Generationen bewusst und empfindsam gegenüber dem Leben sind. Religiöse Führer müssen zusammenkommen, um das Gemeinwohl der Menschheit zu fördern und die Fehlgeleiteten zu reformieren. Ich bin davon überzeugt, dass all dies in unserer Generation zu schaffen ist.

Oftmals fühlen sich Menschen, die sehr leidenschaftlich an eine Sache glauben, gerechtfertigt, Gewalt anzuwenden, um diese zu erreichen. Sie sind getrieben von einem fehlgeleiteten Gefühl der Rechtschaffenheit und ihr Engagement für ihre Sache ist lobenswert. Sie sind gewillt, Differenzen durch Dialog zu klären, wenn man auf die richtige Art und Weise an sie herantritt.

Wir waren in der Lage, viele Extremisten erfolgreich von einem Leben der Gewalt zurückzubringen und sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Tatsächlich werden viele unserer kostenlosen, ländlichen Schulen in vom Terror betroffenen Regionen Indiens von früheren Extremisten geleitet.

Sie waren anfangs feindselig, bedrohten unsere freiwilligen Helfer. Doch als sie sahen, wie deren Anstrengungen ihren eigenen Gemeiden hilft, wurden Sie selbst zu freiwilligen Helfern.

Unsere Gedanken und Gebete sind bei all jenen, die von den Anschlägen betroffen sind. Solche Ereignisse verursachen Wut, welche zu einer Polarisierung nach Herkunft und Religion führen kann. Die wahre Polarisierung liegt jedoch zwischen Offenheit und Engstirnigkeit.

Während eine engstirnige, fanatische Sichtweise nur zu Konflikt und Spaltung führt, braucht es Weisheit und eine offene Weltsicht, um über diese zu überwinden und zu verbindenden Werten zu kommen. Die Welt braucht letzteres und nicht das vorige.

Hintergrund

Sri Sri Ravi Shankar ist ein weltweit anerkannter spiritueller Lehrer und humanitärer Friedensbotschafter. Seine Vision ist eine stressfreie und gewaltfreie Gesellschaft, die durch die Belebung menschlicher Werte möglich ist.

Er ist der Begründer der Art of Living Foundation (1981) sowie der International Association for Human Values (1997). Bei beiden Institutionen handelt es sich um Nichtregierungs-Organisationen, die von den Vereinten Nationen anerkannt und in 155 Ländern der Welt aktiv sind.

Als ein facettenreicher Friedensbotschafter ist Sri Sri Ravi Shankar in vielen Friedensverhandlungen und als Berater in Konfliktzonen in der ganzen Welt engagiert. So reiste er im vergangenen Jahr zum wiederholten Mal in den Irak und erst Ende Juni nach Kolumbien und Kuba, um sich mit der kolumbianischen Regierung und der FARC Rebellengruppen für Friedensverhandlungen zu treffen.

Nach Sri Sris Besuch rief die FARC einen Waffenstillstand ab dem 20. Juli aus. Die aktuellen Entwicklungen in Kolumbien geben konkrete Anzeichen, dass nunmehr ein Friedensvertrag zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung innerhalb der nächsten 6 Monate unterzeichnet wird.

Seit September unterrichtet The Art of Living auch Meditations- und Stressreduktionsprogramme für FARC Mitglieder, um Frieden auch auf der individuellen, inneren Ebene zu fördern.

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Terror-Experte: Kriegswaffen werden für Terroristen immer wichtiger

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