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Was wirklich hinter der Feindschaft zwischen Hunden und Staubsaugern steckt

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HUND
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Hunde stellen sich bekanntermaßen gut mit uns Menschen. Wir sind ja auch die Krone der Schöpfung. In dieser Allianz mit der Spitze der Nahrungskette sind den Hunden nicht viele natürliche Feinde geblieben - von Katzen einmal abgesehen. Ein Tier jedoch erwehrt sich hartnäckig seiner Ausrottung und lebt auch noch in unmittelbarer Umgebung des Hundes. Man könnte sogar sagen, Hund und Todfeind leben unter einem Dach.

Die Rede ist vom gemeinen Staubsaugertier. Es ist in der Regel etwas kleiner als ein Hund, hat im Laufe der Evolution von Pfoten auf Rollen umgesattelt und weist einen minimalen Bewegungsdrang von nur rund zwanzig Minuten pro Woche auf.

Dieses kurze Zeitfenster reicht dem Staubsaugertier völlig, um durch seinen langen Rüssel genug Nahrung für die kommende Woche aufzunehmen. Staubsaugertiere sind keine Aasfresser, sondern ernähren sich von Dreck. Biologen haben im Bauch toter Exemplare unverdauten Staub gefunden, als habe das Tier gar keinen Stoffwechsel.

Wasser benötigen die Staubsaugertiere überhaupt nicht, was einzigartig auf der Welt sein dürfte und sogar die Raumforschung umwälzt: Was, wenn Leben auch auf wasserlosen Planeten möglich ist?

Biologen halten die Anpassungsfähigkeit und Anspruchslosigkeit der Staubsaugertiere für ihr Erfolgsrezept. Wie sich die Spezies fortpflanzt, ist indessen nicht bekannt. Forscher vermuten aber, dass jenes Geräusch, welches die Tiere bei der Nahrungsaufnahme von sich geben, auch ein Paarungsruf ist.

Erhört wird der Ruf allerdings nur selten. Zwar werden die meisten Staubsaugertiere in Zweiergehegen gehalten. Dies erfolgt jedoch nicht gemeinsam mit einem Artgenossen des anderen Geschlechts, sondern mit einem Hund.

Beide Spezies können keine Kreuzung zeugen, aber dass ein unkastrierter Rüde es nicht einmal probiert, will was heißen. Der Hass auf die Staubsaugertiere scheint genetisch tief verankert zu sein und es wird nicht mehr lange dauern, bis die Zwangswohngemeinschaften die Tierschützer auf den Plan rufen.

Was Hunde genau an ihren Mitbewohnern stört, wo doch auch eine friedliche Koexistenz möglich und von Seiten der pazifistischen Staubsaugertiere sicher auch erwünscht wäre, ist mir ein Rätsel. Im Falle von meinem Hund Moritz aber vermute ich, dass er dem ungeliebten Mitbewohner jede Sekunde an Aufmerksamkeit neidet und er noch dazu jegliche Lärmerzeugung von über siebzig Dezibel als seinen Kompetenzbereich definiert.

Das ist Grund genug für eine Attacke. Als Schwachstelle der Staubsaugertiere hat Moritz ihren Rüssel ausgemacht. Dort beißt er mit Vorliebe hinein. Am heftigsten fällt sein Angriff aus, wenn sich das Staubsaugertier seinem Körbchen nähert. Diesen Platz macht Moritz keiner streitig.

Ich kenne Hunde, die gestehen den Staubsaugertieren zumindest körperliche Unversehrtheit zu und beschränken sich darauf, sich ihnen auf den wöchentlichen Streifzügen in den Weg zu legen. Schon das bringt das Tier in existenzielle Nöte, hat es doch nur diese kurze Phase für die Nahrungsaufnahme.

Der Kampf zwischen Hund und Staubsaugertier ist mit guten Worten kaum zu schlichten. Selbst der UNO-Generalsekretär auf Deutschlandbesuch wäre überfordert. Moritz hält es jedenfalls kaum auf seinem Plätzchen, während der Rivale durch die Wohnung streift, auch wenn er gerade eine eindeutige Anweisung („Auf dein Plätzchen!") erhalten hat. Ich habe festgestellt, dass erst dann Ruhe einkehrt, wenn das Staubsaugertier seinen zehn Meter langen Schwanz einzieht und verstummt. Nachgeben war noch nie Moritz' Stärke.

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