Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Sören Emmzwoaka Headshot

Achtung Satire: Wachhunde

Veröffentlicht: Aktualisiert:
GUARD DOG
SensorSpot via Getty Images
Drucken

Bestechung ist ein großes Thema in der Wachhundebranche. Gewiefte Einbrecher versuchen wachsame Vierbeiner mit ein paar Scheiben Fleischwurst freundlich zu stimmen oder unter Beimischung weiterer Zutaten sogar zu betäuben. Es gibt Hunde, die nehmen einen Fremden mit Wurst in ihrem Revier zwar wahr, vergessen aber bald sowohl den Teil mit dem Fremden als auch jenen mit dem Revier und interessieren sich nur noch für die Wurst.

Ist diese vertilgt, kann durchaus der Gedanke daran zurückkehren, dass der Wurstspender hier doch gar nicht hingehört, aber dann ist es meist zu spät. Der Vierbeiner muss erkennen, dass man ihn ausgetrickst hat und er sich in der Abstellkammer hinter einer verschlossenen Tür befindet. Draußen räumen die Kriminellen in aller Ruhe die Bude aus.

Meinem Rüden Moritz könnte das niemals passieren. Einbrecher mit Wurst bekommen bei ihm höchstens mildernde Umstände im Vergleich zu Dieben ohne Wurst. Dafür bekommen Einbrecher, deren Wurst verdächtig nach einer unbekömmlichen Beimischung riecht, eine extra harte Strafe. Auf einen Richterspruch würde Moritz dabei nicht warten. Was gibt es schon zu diskutieren, wenn man einen Einbrecher auf frischer Tat ertappt hat?

Moritz' Urteil läuft vermutlich auf Bisse in Hände und Beine hinaus, womit er sich erkennbar am Rechtssystem Saudi-Arabiens orientiert.

Dort zielt die Bestrafung zum Beispiel eines Diebes durch Amputation der Hand schließlich auch auf das ausführende Körperteil ab.

Moritz ist die fleischgewordene Version einer stillen Alarmanlage mit eingebauter Plausibilitätsprüfung. Betritt eine Person die Wohnung, berücksichtigt er Uhrzeit, Art des Zutritts, Anzahl der bereits in der Wohnung befindlichen Menschen, Schrittmuster und Stimmfarbe.

Sollte sich eine Person nachts Zutritt zur Wohnung verschaffen, in der bereits Herrchen und Frauchen schlafen, dabei keinen klimpernden Schlüssel benutzen, was vielleicht ein Verwandter in einer Notfallsituation tun würde, und seine ehrlichen Absichten nicht verbal kundtun, so ist er vermutlich als Wachhund gefordert. Mit einem letzten Kontrollblick um die Ecke stellt Moritz sicher, nicht aus Versehen einen Hundesitter, Hausfreund oder Gast in seine Schranken zu weisen und schreitet zur Tat.

Ich kenne Hunde, die differenzieren kaum zwischen Freund und Feind, Tag und Nacht oder Hausrecht und Einbruch: Sie bellen einfach immer, sobald sich eine Person dem Haus nähert. Dies hat sicher einen prophylaktischen Effekt. Wenn ich ein Einbrecher wäre, würde ich den Weg des geringsten Widerstands gehen und mir ein Ziel ohne Hund suchen.

Wenn man das jetzt noch versicherungsmathematisch unterfüttern könnte, müsste Hundebesitz zu einem Tarifierungsmerkmal werden und analog zur Garagennutzung in der Kaskoversicherung die Versicherungsprämie für die Hausratversicherung reduzieren.

Für mehr Geschichten über Sören und Moritz bitte hier klicken.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.