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Londoner Syrien-Konferenz will Flüchtlingen helfen

05/02/2016 09:46 CET | Aktualisiert 05/02/2017 11:12 CET
dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält in London zusammen mit Premierminister Cameron die internationale Konferenz „Unterstützung für Syrien und die Region 2016" ab, um die Lage der Flüchtlinge im syrischen Bürgerkrieg zu verbessern.

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Gemeinsam mit Kuwait, Norwegen und den Vereinten Nationen verfolgen der Premierminister und die Bundeskanzlerin dabei einen ambitionierten Ansatz, der für eine längerfristige Unterstützung der Flüchtlinge sorgen wird. Mit konkreten Maßnahmen zur Existenzsicherung, für Arbeitsplätze und einen besseren Zugang zu Bildung sollen die Chancen der Flüchtlinge auf eine erfolgreiche Rückkehr in die Heimat erhöht werden.

Die Londoner Konferenz befasst sich auch mit den enormen humanitären Herausforderungen, denen die Menschen in Syrien gegenüberstehen. So sollen beträchtliche neue Finanzmittel zur Deckung der kurz- und längerfristigen Bedürfnisse der Betroffenen aufgebracht werden. Die UN rufen 2016 zur Bereitstellung von USD 7,7 Mrd. (ca. EUR 7,1 Mrd.) für Syrien auf. Weitere USD 1,2 Mrd. (ca. EUR 1,1 Mrd.) werden für die Nachbarländer benötigt, die Flüchtlinge aufgenommen haben.

Großbritannien und Deutschland spielen eine führende Rolle bei den Anstrengungen zur Beendigung des Konflikts in Syrien.

Großbritannien und Deutschland spielen eine führende Rolle bei den Anstrengungen zur Beendigung des Konflikts in Syrien. Dabei ist Premierminister Camerons Augenmerk konsequent auf eine echte Lösung der Flüchtlingsproblematik gerichtet, also eine Lösung, die die Fluchtursachen angeht, statt nur auf die Folgen der Krise zu reagieren. Und wir arbeiten eng mit Deutschland zusammen, um dieses Ziel zu erreichen. Die Außenminister unserer beiden Länder waren erst kürzlich in der Region.

Unsere Strategie hat einen politischen, einen militärischen und einen humanitären Handlungsstrang. Politisch sind Großbritannien und Deutschland in der Internationalen Unterstützergruppe für Syrien aktiv, die einen Transformationsprozess für eine friedliche Zukunft anstrebt. Militärisch leisten unsere beiden Länder Beiträge zum Kampf gegen den sogenannten IS in der Region.

Und im humanitären Bereich sind wir ebenfalls sehr engagiert. Großbritannien und Deutschland sind die größten europäischen Geber humanitärer Hilfe in der Syrien-Krise. Bei der Konferenz in London hat der Premierminister angekündigt, die britische Zusage auf mehr als GBP 2,3 Mrd. (knapp 3 Mrd. Euro) zu verdoppeln, um hunderttausende von betroffenen Menschen in Syrien und der Region mit Nahrung, Unterkunft, medizinischer Betreuung und sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Die großzügige Aufnahmebereitschaft von Nachbarländern wie Jordanien, Türkei und Libanon hat viele Leben gerettet, sie hat es den Flüchtlingen ermöglicht, nahe ihrer Heimat Schutz zu finden und sich nicht auf die gefährliche Reise nach Europa begeben zu müssen. Aber wir alle müssen jetzt noch mehr tun, um in Syrien für Sicherheit zu sorgen, auch mit Blick auf den künftigen Wiederaufbau.

Syrien und seine Bevölkerung brauchen mehr Geld, mehr Schutz und mehr Chancen für die Zukunft

Syrien und seine Bevölkerung brauchen mehr Geld, mehr Schutz und mehr Chancen für die Zukunft. Die internationale Gemeinschaft steht in der Pflicht, den über vier Millionen Flüchtlingen in den Nachbarländern humanitäre Hilfe zu leisten, ebenso wie den mehr als 13 Millionen Menschen, die in Syrien selbst darauf angewiesen sind. Und die Syrer wie auch die Länder, die ihnen jetzt helfen, sollten wissen, dass die internationale Gemeinschaft ihnen auch über das Jahr 2016 hinaus zur Seite stehen wird.

Die Konferenz in London bringt politische Führer aus aller Welt, Nichtregierungsorganisationen, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft zusammen, um einige der dringendsten Probleme im Kontext der Syrienkrise anzugehen. Ziel ist es, beträchtliche neue Finanzierungszusagen einzuholen, um die kurz- und längerfristigen Bedürfnisse der Betroffenen zu decken und die Nachbarländer zu unterstützen.

Es wird auch weiter Druck auf alle Konfliktparteien ausgeübt, Zivilisten zu schützen und das humanitäre Völkerrecht zu achten. Außerdem geht es um Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Bildungsangeboten, um allen, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, neue Perspektiven zu geben.

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