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Die Bedeutung des 11. November - 100 Jahre Erster Weltkrieg

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POPPY
Jon Bower at Apexphotos via Getty Images
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Jedes Jahr am 11. November gedenken die Menschen in Großbritannien der zivilen und militärischen Opfer von Kriegen und Konflikten. Um 11 Uhr morgens werden im ganzen Land - und auch in der Britischen Botschaft - zwei Schweigeminuten eingelegt, denn am 11. November 1918 um diese Zeit wurden die Feindseligkeiten des Ersten Weltkriegs an der Westfront beendet. Bei uns heißt dieser Tag deshalb "Armistice Day".

Am zweiten Sonntag im November folgt dann "Remembrance Sunday", was in etwa dem deutschen Volkstrauertag entspricht. Im gesamten Commonwealth werden Gedenkfeiern und Paraden abgehalten.

In London legen Mitglieder der Königlichen Familie, der Regierung und Vertreter der Streitkräfte Mohnblumenkränze am Cenotaph nieder - einem Kriegsdenkmal entworfen von dem britischen Architekten Edwin Lutyens.

Die Mohnblume

Die Mohnblume, im Englischen "poppy", gilt schon seit den 1920er Jahren als Symbol der Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Es geht auf ein Gedicht aus dem Jahr 1915 zurück, dessen erste Zeile lautet: "In Flanders fields the poppies blow".

Die scharlachroten Mohnblumen auf den Schlachtfeldern in Flandern wehen im Wind und versinnbildlichen das Blutbad. Als erstes Lebenszeichen nach den Kampfhandlungen stehen sie aber auch für einen Neuanfang.

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Deshalb trage ich in den ersten Novembertagen eine Mohnblüte aus Papier am Revers. In der "Poppy Factory" im Süden Londons stellen behinderte ehemalige Soldaten jedes Jahr Millionen künstliche Mohnblüten her. Der Erlös aus dem Verkauf kommt Kriegsveteranen und deren Familien zugute.

Heute Abend haben wir in Berlin eine besondere Gedenkveranstaltung. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum zeigt die Britische Botschaft den berühmten Stummfilm The Battle of the Somme mit Live-Orchester. Die von Laura Rossi komponierte Filmmusik wird vom Collegium Musicum der Unversitäten FU/TU unter Leitung von Donka Miteva aufgeführt.

Die Veranstaltung in Berlin ist Teil einer Reihe von 100 Vorführungen in der ganzen Welt zum Gedenken an die Schlacht an der Somme vor 100 Jahren.

The Battle of the Somme

Solche Gedenkveranstaltungen sind Symbole eines erfolgreichen Aussöhnungsprozesses und erinnern uns daran, dass unsere gemeinsamen Wurzeln sehr tief gehen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als Deutschland in Trümmern lag, wurden wir innerhalb einiger Jahre wieder Verbündete und Partner. Das macht mir Mut. Großbritannien und Deutschland werden enge Partner bleiben, auch nach der britischen Entscheidung, die EU zu verlassen.

The Battle of the Somme war der erste Kriegsdokumentarfilm in Spielfilmlänge. Er wurde von nur zwei Kameraleuten, Geoffrey Malins und J.B. McDowell, zwischen dem 25. Juni und dem 9. Juli 1916 am Kriegsschauplatz gedreht.

Eigentlich war es ein Propagandafilm, der das große Interesse der britischen Öffentlichkeit an Nachrichten und Bildern von der Front befriedigen sollte. Innerhalb von zwei Monaten nach dem Kinostart im August 1916 sahen rund 20 Millionen Menschen in Großbritannien diesen Film. Das ist fast die Hälfte der damaligen britischen Bevölkerung.

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Damit stellte der Film einen Zuschauerrekord auf, der erst 60 Jahre später von einem Kriegsfilm ganz anderer Art gebrochen wurde: "Krieg der Sterne", dem ersten Teil der "Star Wars"-Trilogie von George Lucas.

Das Imperial War Museum in London hat den Stummfilm 2002 in digitaler Form restauriert. Drei Jahre später war The Battle of the Somme einer der ersten Filme, die die UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen hat. Die restaurierte Fassung des Films wurde 2006, also 90 Jahre nach der Schlacht in London uraufgeführt. Heute Abend erleben wir die Deutschland-Premiere.

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